Raser und Falschparker: „Geht uns nicht um Geldmacherei“ – Wie Nalbach künftig gegen Verkehrssünder vorgehen will
In Nalbach werden Raser und Falschparker zunehmend zu einem Problem. Die Gemeinde will dem aber nicht tatenlos zusehen. Der Gemeinderat hat daher nun einen Grundsatzbeschluss gefasst – mit dem vor allem Verkehrssünder künftig stärker ins Visier genommen werden sollen.
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Raser und Falschparker „Geht uns nicht um Geldmacherei“ – Wie Nalbach künftig gegen Verkehrssünder vorgehen will
Nalbach · In Nalbach werden Raser und Falschparker zunehmend zu einem Problem. Die Gemeinde will dem aber nicht tatenlos zusehen. Der Gemeinderat hat daher nun einen Grundsatzbeschluss gefasst – mit dem vor allem Verkehrssünder künftig stärker ins Visier genommen werden sollen.
03.09.2026 , 07:34 Uhr
Temposünder und Falschparker werden in Nalbach ein immer größeres Problem. Die Gemeinde will nun handeln – und dabei nicht nur auf mobile Blitzer setzen.
Foto: Sebastian Willnow/dpa/Sebastian Willnow
Im Nalbacher Rathaus scheint man sich zum Handeln gezwungen zu sehen. „Beinahe täglich werden wir in der Gemeindeverwaltung von Bürgern angeschrieben, die sich über Geschwindigkeitsüberschreitungen in ihren Wohngebieten beschweren“, schildert Nalbachs Bürgermeister Jörg Laub (SPD). Aber nicht nur in Wohngebieten, auch in der Nähe der Ortsein- und -ausgänge sowie im Umfeld von Schulen und Kindergärten würden zu schnelle Autofahrer zunehmend eine Gefahr, gerade für Kinder, darstellen. Um das Raserproblem in den Griff zu bekommen und die Verkehrssicherheit insgesamt zu erhöhen, will die Gemeinde daher nun tätig werden und eine eigene Verkehrsüberwachung auf den Weg bringen.
Nalbach will eigene Verkehrsüberwachung einführen
Konkret plant man im Rathaus die Anschaffung von zwei stationären Blitzersäulen sowie eines mobilen Blitzers. Während die mobile Geschwindigkeitsmessung abwechselnd in allen Ortsteilen der Gemeinde durchgeführt werden, sollen die beiden Blitzersäulen demnach in der Straße Am Gähn in Nalbach sowie im Bereich Bierbach/Ziegelei am Ortsrand Richtung Düppenweiler aufgestellt werden. Die beiden Standorte würden laut der Verwaltung nicht nur als Unfallschwerpunkte bekannt sein, sondern aufgrund des dortigen Verkehrsaufkommens und den gefahrenen Geschwindigkeiten „ein besonderes sicherheitsrelevantes Potenzial“ aufweisen.
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Gleichzeitig machte der Nalbacher Bürgermeister klar, dass die jetzigen Pläne erst der Anfang seien: „Wir sehen das als Einstieg. Natürlich werden wir in allen Ortsteilen handeln.“ Laut Laub werde zudem geplant, den eigenen Ordnungsdienst künftig auch morgens und abends im Einsatz zu haben, um insbesondere der zunehmenden Behinderung durch Falschparker entgegentreten zu können. „Die Zeiten, dass einige wenige denken, dass sie nach 16 Uhr einfach machen und parken können wie und wo sie wollen, werden irgendwann vorbei sein“, kündigte Laub an. Daher gebe es auch Überlegungen, den kommunalen Ordnungsdienst personell zu verstärken.
„Es geht uns nicht um Geldmacherei“
Im Nalbacher Gemeinderat stießen die Pläne für eine kommunale Verkehrsüberwachung derweil auf fruchtbaren Boden. Einstimmig sprachen sich die dortigen Fraktionen von SPD und CDU in einem Grundsatzbeschluss für deren Umsetzung aus. Vor allem im Bereich der Ziegelei werde „fast rund um die Uhr gerast“, wie SPD-Sprecher, Albert Steinmetz, während der Sitzung erklärte. Dies sowie „das immer weiter um sich greifende rücksichtslose Falschparken“ stelle laut dem CDU-Fraktionsvorsitzenden, Heribert Grill, „ein riesiges Gefährdungspotenzial“ dar. Gleichzeitig brauche es aber auch verstärkt präventive Maßnahmen wie beispielsweise Warntafeln.
Sowohl Verwaltung als auch der Rat betonten im Verlauf der Sitzung, dass die Gemeindekasse keine Rolle bei der jetzigen Grundsatzentscheidung spiele. „Es geht uns hier eindeutig nicht um irgendeine Abzocke oder Geldmacherei. Es geht uns um die Sicherheit speziell für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder“, hob etwa Steinmetz im Verlauf der Diskussion hervor.
Zahl im Straßenverkehr verletzter Kinder zuletzt gestiegen
Dass diese sich zunehmend mehr Gefahren im Straßenverkehr ausgesetzt sehen, zeigt auch ein Blick in die Verkehrsunfallstatistik des Saarlandes. So verunglückten im Jahr 2025 insgesamt 316 Kinder im Zuge eines Verkehrsunfalls, eines davon tödlich. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der verunglückten Kinder damit um rund 3,3 Prozent. Und auch bezogen auf ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg für Unter-15-Jährige zuletzt die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall zu verunglücken.
Das größte altersbezogene Unfallrisiko tragen im Saarland derweil aber junge Erwachsene. So waren mehr als 1.450 von je 100.000 bei Verkehrsunfällen Verunglückten zwischen 18 und 24 Jahre alt. Zum Vergleich: Kinder bis 14 Jahre kommen hier auf einen Wert von gerade einmal 236. Gleichzeitig laufen junge Erwachsene gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil am häufigsten Gefahr, für einen Unfall mit Personenschaden verantwortlich zu sein. Rein zahlenmäßig machte die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen zuletzt mit 17,1 Prozent aller registrierten Verkehrsunfälle immer noch den höchsten Verursacheranteil im Saarland aus.
Überhöhte Geschwindigkeit nicht Hauptunfall-Ursache im Saarland
Überhöhte Geschwindigkeit ist laut der amtlichen Unfallstatistik dabei vor allem außerorts ein Problem und hier mit 15,1 Prozent auch die häufigste Ursache für Unfälle mit Personenschaden. Innerorts führt derweil mit 13,5 Prozent das Missachten von Vorfahrts-, beziehungsweise Vorrangregeln am häufigsten zu Verletzten im Straßenverkehr. Auch in der Gesamtbetrachtung macht diese Unfallursache mit 12,6 Prozent den Hauptanteil aus. Überhöhte Geschwindigkeit kommt hier tatsächlich mit 8,1 Prozent erst an vierter Stelle und damit noch hinter Ursachen wie zu wenig Abstand (11,8 Prozent) und dem Abbiegen (8,2 Prozent). (leis)