ProSieben-Reporter steckten in Supertaifun fest - und filmten unter „Todesangst“ alles mit

Im April traf der Supertaifun Sinlaku mit voller Wucht die Pazifik-Insel Saipan. Dort befand sich zum damaligen Zeitpunkt auch ein „Galileo“-Filmteam, das dem Sturm „einfach ausgeliefert“ war - und sich spontan dazu entschloss, die beängstigenden Erlebnisse mit der Kamera festzuhalten.

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ProSieben-Reporter steckten in Supertaifun fest - und filmten unter „Todesangst“ alles mit

Stand: 30.08.2026, 19:05 Uhr

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"Galileo X-Plorer: Im Auge des Taifuns" - Nach dem Sturm erkundete ProSieben-Redakteur Tim Grübel gemeinsam mit seinen Kollegen den völlig zerstörten Ort.

"Galileo X-Plorer: Im Auge des Taifuns" - Nach dem Sturm erkundete ProSieben-Redakteur Tim Grübel gemeinsam mit seinen Kollegen den völlig zerstörten Ort. © Joyn

Im April traf der Supertaifun Sinlaku mit voller Wucht die Pazifik-Insel Saipan. Dort befand sich zum damaligen Zeitpunkt auch ein „Galileo“-Filmteam, das dem Sturm „einfach ausgeliefert“ war - und sich spontan dazu entschloss, die beängstigenden Erlebnisse mit der Kamera festzuhalten.

Eigentlich, heißt es zu Beginn des Beitrags, habe das „Galileo X-Plorer“-Team einen Film über den Marianengraben produzieren wollen. Nur: „Manchmal passieren Dinge im Leben, die man nicht vorhersehen kann.“ So fasst Redakteur Tim Grübl das zusammen, was ihm und seinen Kollegen im April während der Dreharbeiten auf der Insel Saipan widerfuhr: Sie gerieten mitten ins Auge des Supertaifuns Sinlaku. Ihre Erlebnisse während des Sturms haben die drei Männer filmisch festgehalten.

Als ihr Flug nach Beendigung des eigentlichen Drehs wegen eines Unwetters storniert worden sei, hätten sie sich zunächst noch über den freien Tag gefreut. „Die Stimmung war da auch ziemlich gut“, erinnert sich Tim Grübl im Rückblick. Am nächsten Morgen jedoch seien bereits die Fenster des Hotels verbarrikadiert gewesen - der Supertaifun Sinlaku rollte auf die Insel zu.

„Ich war erst mal total geschockt“, erzählt Grübl, „Wir haben uns natürlich im Vorfeld informiert. Und es war keine Taifunsaison.“ Es sei nicht mehr möglich gewesen, Saipan zu verlassen: „Wir waren dem dann in dem Moment einfach ausgeliefert. Wenn da so eine Naturgewalt auf dich zurollt - auf so einer kleinen Insel mitten im Pazifik - dann wird dir komplett anders.“

„Nachts um zwei ist dann das Schlimmste passiert, was eigentlich passieren konnte“

Schon bald habe das Hotel alle Gäste aufgefordert, sich auf die Zimmer zu begeben. Per Anruf seien sie angewiesen worden, das Zimmer nur dann zu verlassen, wenn der sogenannte Evakuierungsalarm zu hören sei. Dieser ertöne nur dann, wenn ein Tsunami sich auf das Gebäude zubewege, selbiges brenne oder zusammenbreche.

Und tatsächlich: „Nachts um zwei ist dann das Schlimmste passiert, was eigentlich passieren konnte“, schildert Tim Grübl. Er sei „komplett panisch geworden“, als er den Evakuierungsalarm gehört habe: „Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich wirklich Todesangst hatte.“

Obwohl es sich um einen Fehlalarm gehandelt habe - das Nachbarhotel brannte - mussten die Gäste zunächst in der Hotellobby bleiben. Währenddessen, erinnert sich Tonmann Samuel Kaufmann, sei plötzlich das Bauwerk ins Wanken geraten: „Wir sitzen in einem achtstöckigen Riesen-Hotel und dieses ganze Gebäude hat gewackelt“, erzählt er. „Nicht, weil die Erde wackelt, sondern weil einfach der Wind so sehr dran rüttelt, dass dieses riesige Stahlbetonmonster gewackelt hat.“

Das wahre Ausmaß des Sturms bekamen die drei ProSieben-Mitarbeiter jedoch erst am darauffolgenden Morgen zu Gesicht. Nach einer schlaflosen Nacht sei bei einem ersten Blick vom Balkon aus schnell ersichtlich geworden, dass innerhalb der Stadt „nichts mehr so wie vorher“ sei: „Mich hat das wahnsinnig bestürzt. Wir kannten das ja eine Woche lang als das absolute Paradies“, erklärt Kameramann Daniel Ritter.

„Wir waren einfach auf uns alleine gestellt“

Die Insel sei „zerstört“ gewesen, sagt auch Tim Grübl, der sich schließlich mit seinen Kollegen dazu entschloss, den völlig verwüsteten Ort mit der Kamera zu erkunden. „Man stellt sich so vor, dass es überall Sirenen gibt, dass überall Krankenwagen fahren, dass überall Feuerwehren fahren, dass die Polizei absperrt, den Verkehr regelt, was auch immer“, zählt Daniel Ritter auf und stellt klar: „Es war nichts dergleichen. Wir waren einfach auf uns alleine gestellt.“

Innerhalb des Ortes sahen die drei Männer ausgerissene Bäume, umgefallene Fahrzeuge, überflutete Straßen - und zahlreiche Menschen, die irgendwie versuchten, nach dem Unglück weiterzumachen. Wie man heute weiß, starben 17 Menschen aufgrund des Supertaifuns, 13.000 verloren ihr Zuhause.

Während das ProSieben-Team die Insel letztlich wieder verlassen konnten, stehen unzählige Einwohner Saipans vor den Trümmern ihrer Existenz - aufgrund eines Supertaifuns, der nur aufgrund der viel zu hohen Meerestemperatur entstehen konnte. „Wir haben hautnah miterlebt, dass die Natur größer ist als wir“, resümiert Tim Grübl gegen Ende des Films. „Und wenn wir sie zerstören? Dann zerstört sie irgendwann uns.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)