Projekt gegen Einsamkeit: Tischaufsteller sollen Gesprächsbereitschaft signalisieren
StartseiteRegionNeu-IsenburgStand: 15.07.2026, 06:00 UhrKommentareUns auf Google folgenIns Café gehen viele auch alleine. Die Aufsteller der Salus-BKK-Krankenkasse sollen Menschen dazu motivieren, mit Fremden i...
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Stand: 15.07.2026, 06:00 Uhr
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Einsamkeit wird immer mehr zur Volkskrankheit – mit verheerenden Folgen. Ein neues Projekt in Neu-Isenburg soll die Hemmschwelle senken, ein Gespräch mit Fremden einzugehen.
Neu-Isenburg – Es ist eine alltägliche Situation: Viele Menschen sitzen gemeinsam in einem Café – und trotzdem sind alle für sich. In kleinen Gruppen oder alleine kapseln sie sich ab – viele schauen aufs Handy. Die Hemmschwelle, mit fremden Personen ins Gespräch zu kommen, scheint stetig höher zu werden. Für einsame Menschen auf der Suche nach Kontakt ist das eine schwierige Ausgangslage. Genau da soll das Projekt „Komm dazu“ in Neu-Isenburg jetzt ansetzen.
„Einsamkeit ist ein Thema, das immer mehr Einzug in den Alltag findet“, sagt Andreas Neubeck, Referent für Marketing und Presse bei der Neu-Isenburger Krankenkasse Salus BKK, die das Projekt auf die Beine stellt. „Unser Ziel ist, gerade Menschen, die vielleicht ein bisschen schüchterner sind, dazu zu bringen, jemanden Fremdes anzusprechen.“
Um das zu erreichen, hat das Unternehmen Poster, Aufsteller und Postkarten gestaltet, die signalisieren, dass jemand offen für ein Gespräch ist. Betriebe, bei denen Menschen in irgendeiner Art zusammenkommen, können sich diese Sets bestellen und ihren Gästen anbieten. Wer möchte, stellt einen Aufsteller bei sich auf den Tisch. Ein Poster im Eingangsbereich und ausgelegte Postkarten sollen zusätzlich für das Thema sensibilisieren.
Einsamkeit: WHO warnt auch vor schweren körperlichen Erkrankungen
„Es war uns wichtig, etwas total Niederschwelliges anzubieten“, sagt Andreas Neubeck. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in dem verspielten Design der Aufsteller wider. Sie zeigen gezeichnete Figuren alleine im Café, die mal verträumt, mal interessiert dreinschauen. Daneben stehen Sprüche wie „Smalltalkoffen“ oder „Plauschbereit“.
Dabei geht es bei alldem um eine durchaus ernste Sache. „Einsamkeit ist eine aktuell sehr stark zunehmende Volkskrankheit“, sagt Andreas Neubeck. Laut eines Berichts der Weltgesundheitsorganisation aus dem vergangenen Jahr ist weltweit jeder sechste Mensch von Einsamkeit betroffen. Das führt nicht nur zu Rückzug, Traurigkeit, Depressionen, Angstzuständen, Schlaf- und Selbstwertproblemen. Auch schwere körperliche Erkrankungen wie Hirnschläge, Diabetes und Herzinfarkte können die Folge sein. Jährlich werden rund 871.000 Todesfälle mit Einsamkeit in Verbindung gebracht.
Das Projekt der Salus-BKK steht derzeit noch in den Startlöchern. Als erste Einrichtung hat das Stadtteilzentrum West in Neu-Isenburg angekündigt, die Aufsteller bei sich auszulegen. Bei der Krankenkasse hofft man jedoch darauf, dass sich auch Gastronomen und andere Betriebe, bei denen Menschen öfter für sich sind, beteiligen. Gespräche dazu laufen derzeit – Zusagen gibt es aber noch keine.
Projekt gegen Einsamkeit: Aufruf an Unternehmen in Neu-Isenburg
Dabei gehen die Möglichkeiten, bei denen das Projekt anwendbar ist, weit über Cafés hinaus. „Das ist auch aufs Arbeitsleben übertragbar“, sagt Andreas Neubeck und beschreibt Kantinen und Pausenräume, in denen Menschen häufig nicht miteinander ins Gespräch kämen. Auch Wartezimmer bei Ärzten seien vorstellbar. „Wir würden uns total freuen, wenn sich Betriebe egal welcher Natur an uns wenden“, sagt Neubeck. „Wir versorgen sie dann schnell und unkompliziert mit einem Paket.“ Interessierte Unternehmen können sich unter 06102/2909-1705 oder [email protected] melden.
Gemeinsam kochen
Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ bietet die Salus-BKK ihren Versicherten in diesem Jahr auch einen Koch-Workshop in Neu-Isenburg an. Ab dem 13. August werden an drei Terminen im Stadtteilzentrum West, Kurt-Schumacher-Straße 8, jeweils von 17.30 bis 20 Uhr gemeinsam vegane Gerichte zubereitet. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 3. August möglich über 06102/2909-1704 oder [email protected].