Polizeiexperte gibt in Mühlheim Tipps zum Schutz vor Einbrüchen

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Polizeiexperte gibt in Mühlheim Tipps zum Schutz vor Einbrüchen

Stand: 17.07.2026, 06:00 Uhr

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ARCHIV - 28.08.2020, Baden-Württemberg, Freiburg: Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln. (zu dpa: „Fast jeder zweite Wohnungseinbruch scheitert“) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Fenster und Türen lassen sich oft mit einfachen Mitteln sichern. Das kostet Täter Zeit und lässt sie oft ihren Einbruchsversuch abbrechen. © Philipp Von Ditfurth/dpa

Polizeihauptkommissar Joachim Göhlert erläutert im Mühlheimer Rathaus, wie Bürger ihr Zuhause mit einfachen Mitteln vor Einbrechern schützen können.

Mühlheim – Wie kann man die eigenen vier Wände besser vor Einbrechern schützen? Diese Frage treibt viele Menschen um. Die Präventionsabteilung des Polizeipräsidiums Südosthessen lud daher zu einer Veranstaltung rund um Einbruchschutz ins Rathaus ein. Polizeihauptkommissar Joachim Göhlert vom Fachbereich Sicherheitstechnische Beratung des Polizeipräsidiums erläuterte im Stadtverordnetensaal, mit welchen Maßnahmen das eigene Hab und Gut in Wohnung oder Haus geschützt werden kann.

Werben für Prävention: Polizeihauptkommissar Joachim Göhlert und die „Schutzfrau vor Ort“, Vera Schlimme.

Werben für Prävention: Polizeihauptkommissar Joachim Göhlert und die „Schutzfrau vor Ort“, Vera Schlimme. © Holger Hackendahl

Dabei ging es insbesondere um Sicherungsmaßnahmen an Türen und Fenstern – um es Einbrechern so schwer wie möglich zu machen, sich Zugang zu verschaffen. „Mühlheim war eine der ersten Kommunen in Hessen, die sich mit Präventionsarbeit zum Schutz vor Einbrüchen befasst hat. Und wir haben immer wieder Anfragen zu diesem Thema“, begründete Bürgermeister Alexander Krey (CDU) die Intention für die Veranstaltung.

Joachim Göhlert, der für die sicherheitstechnische Beratung in Offenbach und Hanau sowie den angrenzenden Landkreisen zuständig ist, erläuterte das Vorgehen der Täter und stellte diverse Sicherungstechniken vor. „Im Jahr 2015 waren die Einbruchszahlen höher als zuletzt. Am niedrigsten waren sie 2021 zur Coronazeit – weil eben viele zu Hause waren und es so den Einbrechern schwer gemacht wurde“, erläuterte der Experte. „43 Prozent der Einbruchstaten bleiben bereits im Versuch stecken, denn Einbrecher wollen möglichst schnell ins Haus kommen. Täter geben rasch auf, wenn sie auf Sicherungsmaßnahmen treffen.“

Experte klärt auf, wie Mühlheimer ihr Zuhause vor Einbrüchen schützen können

Auch mit einem Vorurteil räumte der Experte auf: „Die Täter laufen nicht mit Brecheisen durch die Wohnsiedlung.“ Potenzielle Einbrecher hätten hingegen meist einen 30 Zentimeter langen Schraubendreher dabei. „Damit können sie relativ einfach wenig gesicherte Fenster und Terrassentüren aufbrechen“, erläuterte Göhlert. Wohnungen im Erdgeschoss, im ersten Stock und Kellerräume seien am häufigsten Ziele von Gaunern. Haustüren, die gut einsehbar seien, würden weniger oft aufgebrochen.

„Je länger ein Täter benötigt – die meisten davon sind Gelegenheitstäter –, umso schneller geben sie auf“, weiß der Hauptkommissar aus Erfahrung. So sollte man vermeiden, bei Abwesenheit ein gekipptes oder gar geöffnetes Fenster zu hinterlassen. Damit mache man es den Tätern zu leicht. Es gebe aber auch gewerbsmäßig vorgehende Täterbanden. Sie sind oft arbeitsteilig unterwegs: Ausspionieren, einbrechen und das Diebesgut gewerbsmäßig verwerten.

„Es gibt verschiedene Sicherungstechniken, die gegen alle Täter wirken“, leitete Göhlert zu den Sicherungsmaßnahmen an Türen und Fenstern über. „15 Minuten lang wird kein Täter versuchen, in Ihre Wohnung einzudringen. Da ist das Entdeckungsrisiko einfach zu hoch“, erläuterte er. Einbrüche würden meistens tagsüber, während der arbeitsbedingten Abwesenheit der Bewohner, beziehungsweise während der Urlaubszeit, verübt.

„Rufen Sie lieber die Polizei an“: Wachsames Verhalten und solider Grundschutz empfohlen

Säulen des Einbruchschutzes seien ein sicherheitsbewusstes, wachsames Verhalten, eine aufmerksame Nachbarschaft, ein solider Grundschutz an Fenstern und Türen, gegebenenfalls ergänzt durch elektronische Überwachungstechnik. „Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, jemand um die Häuser und über Grundstücke schleicht, rufen Sie lieber die Polizei an.“

Zum sicherheitsbewussten Verhalten gehöre es auch, kein Werkzeug oder Aufstiegshilfen unbeaufsichtigt auf dem Grundstück zu lassen. Zudem seien offene Fenster ebenso zu vermeiden wie unverschlossene Türen. Auch Schlüsselverstecke, etwa unter einem Blumentopf, sollten vermieden werden.

Zwar gebe es einbruchssichere Rollläden, doch die seien leider sehr teuer. Kostengünstiger seien zusätzliche Verriegelungen an Fenstern und Türen. Für die urlaubsbedingte Abwesenheit rät der Experte: „Simulieren Sie einen natürlichen Tagesablauf, etwa durch Beleuchtung der Wohnung per Zeitschaltuhr.“ Außensteckdosen sollten abgeschaltet sein. Eine gute Außenbeleuchtung mit dem Anleuchten der Hausfassade in Verbindung mit einem Bewegungsmelder, der allerdings nicht zu sensibel eingestellt sein sollte, nutze ebenfalls der Einbruchsprävention. (Holger Hackendahl)