Lautaro Martínez bricht vor dem WM-Final ein Pokal-Tabu – und Argentinien verliert
Publiziert20. Juli 2026, 20:56Vor dem EndspielPokal-Fluch: Argentinier bricht Tabu und befeuert den MythosDen WM-Pokal vor dem Anpfiff anschauen oder berühren? Für viele Profis tabu. Der Aberglaube gehört zu de...
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Publiziert20. Juli 2026, 20:56
Vor dem EndspielPokal-Fluch: Argentinier bricht Tabu und befeuert den Mythos
Den WM-Pokal vor dem Anpfiff anschauen oder berühren? Für viele Profis tabu. Der Aberglaube gehört zu den grössten Mythen – und Lautaro Martínez konnte trotzdem nicht widerstehen.

Darum gehts
- Beim WM-Final 2026 zwischen Argentinien und Spanien warf Lautaro Martínez als einziger Spieler einen Blick auf den WM-Pokal.
- Im Fussball hält sich der Aberglaube, dass das Berühren oder Anschauen des Pokals vor dem Schlusspfiff Unglück bringt.
- Spanien gewann den Final – Martínez und Argentinien gingen leer aus.
Goldig glänzend steht er da – der WM-Pokal – aufgebahrt am Spielfeldrand. Vor dem Anpfiff geht der Gang der beiden Mannschaften von Argentinien und Spanien zum Greifen nah an der Trophäe vorbei. Doch kein Spieler traut sich das Objekt der Begierde anzufassen oder auch nur anzuschauen.
Fast demonstrativ wenden die Stars von Lionel Messi bis Lamine Yamal den Blick weg vom Pokal. Einige senken demütig ihr Haupt, andere drehen den Kopf in die entgegengesetzte Richtung als sie am Heiligen Gral vorbeilaufen. Stop! Film zurück. Einer kann es nicht lassen: Lautaro Martinez wirft ganz flüchtig ein Auge darauf.
Gattusos Fehlgriff
Doch warum bildet der argentinische Stürmer die Ausnahme? Der Grund ist ein jahrzehntealter Mythos. Im Fussball hält sich hartnäckig der Glaube, dass es Unglück bringt, den Pokal vor dem Schlusspfiff zu betrachten oder anzufassen. Die Lohn muss erst verdient werden – wer ihn vorher berührt, fordert das Schicksal heraus.

Mehrere prominente Beispiele haben den Aberglauben zusätzlich genährt. Vor dem Champions-League-Final 2004 berührte Monacos Ludovic Giuly den Henkelpott. Monaco verlor das Endspiel gegen Porto 0:3, Giuly musste zudem verletzt vom Platz.
Ein Jahr später fasste Milan-Star Gennaro Gattuso den Pokal in Istanbul an – obwohl Milan zur Pause 3:0 führte, gewann Liverpool das legendäre Final nach einem spektakulären Comeback im Penaltyschiessen.
Weisse Baumwollhandschuhe
Zwar gibt es Gegenbeispiele. Der Pole Grzegorz Krychowiak berührte vor dem Europa-League-Final 2015 den Pokal und gewann mit Sevilla. Auch Flamengos Gabriel Barbosa hob 2019 die Copa Libertadores trotz vorheriger Berührung in die Höhe. Trotzdem bleibt der Mythos unter Fussballern erstaunlich lebendig.
Wie stehst du zum Aberglauben im Sport?
Ich finde, da ist wirklich etwas dran – man sollte das Schicksal nicht herausfordern.
Das ist reiner Zufall, hat nichts mit Glück oder Unglück zu tun.
Ich glaube nicht daran, aber ich würde es wohl auch nicht riskieren.
Es ist eher eine psychologische Sache, die Spieler beeinflusst.
Ich interessiere mich nicht für Aberglauben im Sport.
Hinzu kommt das offizielle Fifa-Protokoll. Die originale WM-Trophäe darf nur von einem exklusiven Personenkreis mit blossen Händen berührt werden – darunter amtierende Weltmeister nach dem Final, ehemalige Weltmeister und Staatsoberhäupter. Für alle anderen gelten strenge Vorschriften. Selbst Fifa-Mitarbeitende tragen beim Transport weisse Baumwollhandschuhe.
Pechvogel Martinez
Neben Aberglauben spielt auch die Sportpsychologie eine Rolle. Die Spieler versuchen, sich vor dem Anpfiff vollständig auf die bevorstehenden 90 oder 120 Minuten zu fokussieren. Wer den Blick bereits auf den Pokal richtet, denkt womöglich zu früh an den Triumph – und nicht mehr an die Aufgabe auf dem Platz.
Entsprechend gross war die Erlösung bei den Spaniern nach dem Schlusspfiff und der Pokalübergabe. Verbittert und wehmütig hingegen der Blick der Argentinier, die ihren Titel vor vier Jahren nur zu gerne verteidigt hätten. Und Lautaro Martinez: Der wollte gar nicht mehr hinschauen. Er war schon zuvor verärgert, weil er als Ersatzspieler nicht zum Zug kam.

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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