Parteien zahlen zehntausende Euro für Wahlkampf im Kreis Göttingen

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Parteien zahlen zehntausende Euro für Wahlkampf im Kreis Göttingen

Stand: 15.07.2026, 06:00 Uhr

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Wahlplakate, Hann. Münden, Kommunalwahl 2026, CDU

Erst grüßt das Ortsschild, dann die erste Werbung. Auch in Hann. Münden sind schon die ersten Wahlplakate zu sehen. Das Hängen ist seit Sonntag erlaubt. © Hendrik Bammel

Die Linke plant für die Kommunalwahl mit 40.000 Euro. Die Grünen mit einem mittelhohen fünfstelligen Betrag. Werbung im Wahlkampf ist eine kostspielige Angelegenheit.

Landkreis Göttingen – Plakate an den Laternen, Flyer in den Briefkästen, Banner an Zäunen. Der Wahlkampf hat begonnen und die Möglichkeiten der Parteienwerbung sind im Kommunalwahlkampf vielfältig. Damit das jedoch möglich ist, müssen die Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber einiges an Geld ausgeben: mehrere zehntausend Euro sind dabei innerhalb des Landkreises schnell ausgegeben.

Bei den Grünen plant der Landesverband mit einem Gesamttetat von 600.000 Euro, den die Gliederungen aus Einnahmen und Rücklagen finanzieren. Eine zentrale Zuweisung von Mitteln gebe es nicht. „Wir planen mit einem mittelhohen fünfstelligen Betrag für diesen Wahlkampf“, umreißt Sprecher Dirk-Claas Ulrich den Etat im Landkreis Göttingen.

Weil bei den meisten Parteien die jeweiligen Gebietsverbände finanziell eigenständig sind, haben ihre Landesebenen keinen Überblick über den Gesamttat für die Wahl, heißt es von verschiedenen Parteien auf Anfrage. Auf der jeweiligen Kreisebene sieht das wiederum anders aus. „Für die Kommunalwahl haben wir 40.000 Euro eingeplant“, heißt es von Linken-Sprecherin Lisa Zumbrock. Zusätzliche Spenden seien dort noch nicht inbegriffen.

Bei der SPD beschränkt sich der Landesverband auf die Koordination des Wahlkampfes, heißt es auf HNA-Nachfrage. Die Planung für den Kreis Göttingen liegt dort in den Händen des Unterbezirks, die örtlichen Ortsvereine organisieren ihre Wahlen und können Spenden einwerben. Auf Nachfrage will die SPD allerdings keine Zahlen zum Budget nennen, wie Vorsitzender Andreas Philippi erklärt.

Die Gesamtsumme, die die CDU landesweit für die Kommunalwahl ausgebe, stehe erst mit dem Rechenschaftsbericht der Partei für das Jahr 2026 endgültig fest, heißt es auf Anfrage. Der Bericht für das Jahr 2021 mit Kommunal- und Bundestagswahl nennt dort eine Summe von etwa 11,3 Millionen Euro. Eine Anfrage an den CDU-Kreisverband blieb unbeantwortet.

„Wir sind in enger Abstimmung mit den Kandidaten vor Ort“, erklärt AfD-Kreisvorsitzender Justin Vogel. Eine genaue Summe könne er nicht nennen. Insgesamt plant die Partei aber damit, etwa 1000 Plakate, finanziert aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, im Kreis aufzuhängen. Keine konkrete Zahl nennt ebenfalls die Satirepartei Die Partei: „Ungefähr zwischen dem Bundeshaushalt und dem Inhalt eines gut gefüllten Pfandautomaten“ bewege sich der Etat, laut Co-Landesvorsitzendem Lars Tietjen. Anfragen an FDP und BSW blieben bis Redaktionsschluss offen.

26 Parteien landesweit zugelassen

Wie der niedersächsische Landeswahlleiter Anfang Juli mitteilte, sind insgesamt 26 Parteien für die Kommunalwahl zugelassen. Dazu mussten die Parteien eine entsprechende Wahlbeteiligungsanzeige stellen, ausgenommen sind im Bundes- und Landtag vertretene Parteien. Wahllisten können derweil noch bis zum 20. Juli bei den örtlichen Wahlleitungen eingereicht werden. Für Direktwahlen endete die Frist bereits am 6. Juli.

Während die bei den Kommunalwahlen antretenden Parteien auch finanziell größere Möglichkeiten haben, treten daneben noch Wählergruppen an, die unabhängig von den Strukturen von Parteien funktionieren, andere rechtliche Grundlagen haben und häufig stark auf lokale Begebenheiten fokussiert sind. Auch finanziell sind diese entsprechend geringer ausgestattet.

Kleine Budgets aus Spenden

Auf Kreisebene gibt es die Wählergemeinschaft Landkreis Göttingen (WLG), die für den Kreistag antritt und mit Harald Wegener einen eigenen Landratskandidaten nominiert hat. Eine genaue Zahl nennt Sprecherin Ingrid Rüngeling nicht: „Die Kandidaten bezahlen ihre Aktivitäten alle selbst.“ Für Anzeigen können die Kandidaten selbst entscheiden, für Flyer, Plakate und Banner legen alle zusammen. Insgesamt könne der Etat der WLG für den Wahlkampf nicht mit den Parteien mithalten, erklärt Rüngeling.

Auch die ähnlich klingende, aber politisch eigenständige Bürgergemeinschaft Landkreis Göttingen (BLG) nennt auf Nachfrage keine konkrete Zahl. „Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden“, erklärt Sprecher Ronald Schminke. Wie groß die Kosten für den Wahlkampf ausfallen – typischerweise Banner, Plakate, Anzeigen und Veranstaltungskosten –, sei demnach von der Höhe der eingegangenen Spenden abhängig. Dabei diene alles einem Zweck: der Unterstützung Marcel Riethigs bei der Wiederwahl als Landrat.

Eine konkrete Zahl nennt wiederum die in Münden antretende Liste „Münden aktiv“ (Müna): Etwa 1500 Euro sind dort für die Wahl zum Stadtrat eingeplant. „Er setzt sich aus den Spenden der Mitglieder unserer Wählergemeinschaft sowie aus einem Teil der Aufwandsentschädigung unseres Ratsvertreters zusammen“, erklärt Müna-Sprecherin Anja Fehrensen. Daraus seien Flyer, Onlineauftritt und Anzeigen als Ausgaben geplant.

„Mit einem vergleichsweise kleinen Budget im niedrigen vierstelligen Bereich“ will die Freie Wählergemeinschaft in der Samtgemeinde Dransfeld antreten, wie Karsten Beuermann erklärt. Die Liste will dort erneut in den Rat der Samtgemeinde einziehen. Neben dem bewussten Einsatz der finanziellen Mittel, wolle man vor allem den direkten Kontakt zu den Bürgern nutzen, um für sich zu werben.

Langsam startet der Wahlkampf

Seit Anfang dieser Woche macht sich die bevorstehende Wahl auch im öffentlichen Raum bemerkbar. Seit dem 12. Juli – zwei Monate und einen Tag vor dem Wahltermin am 13. September – dürfen alle Parteien, Listen und Einzelkandidaten, die an der Wahl teilnehmen, Plakatwerbung an Laternen aufhängen und Werbetafeln aufstellen, sowie sogar Lautsprecherwerbung an Straßen außerhalb der Hauptverkehrszeiten verbreiten. Eine entsprechende rechtliche Grundlage bildet ein aktueller Runderlass des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Bauen.

Auch im Mündener Stadtgebiet sind deshalb bereits die ersten Plakate an Laternen aufgetaucht. Am schnellsten waren hier die CDU, sowie die BLG mit der Werbung für Riethig, deren Plakate am Montagmorgen zu sehen waren. Auch Plakate für die Linkspartei hingen am gestrigen Dienstag an einzelnen Laternen.

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