Offenbach feiert 1050. Geburtstag – ohne Großfest

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Offenbach feiert 1050. Geburtstag – ohne Großfest

Stand: 17.07.2026, 06:00 Uhr

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Bierdeckel 1000 Jahre Offenbach

1977 zierte das Jubiläumsmotto selbst Bierdeckel. 2027 wird selbst dafür das Geld nicht reichen: Die Stadt setzt auf kleine Veranstaltungen, die ohnehin gefeiert würden. © Stadtarchiv/P

Die Stadt Offenbach wird 2027 genau 1050 Jahre alt. Statt eines dreitägigen Festes wie 1977 soll es nur dezentrale Veranstaltungen geben – finanziert aus bestehenden Budgets.

Offenbach – 1977, zum Jubiläumsjahr, besuchte der damalige Bundespräsident Walter Scheel Offenbach: Mit vielen Veranstaltungen wurde seinerzeit die erste urkundliche Erwähnung, datiert auf 977, gefeiert. Ob zum 1050-jährigen Bestehen der amtierende Bundespräsident die Stadt besucht, ist eher unwahrscheinlich – zumal dessen Amtszeit bereits im März 2027 endet. Denn das 1050-jährige Bestehen Offenbachs kann streng genommen erst ab April begangen werden. Denn die Erwähnung datiert auf den 12. April 977, als eine Frau Ruotlint „Ovenbach“ dem Salvatorstift schenkte.

Wie berichtet, fehlt der Stadt das Geld, um den Stadtgeburtstag größer zu feiern – manche Bürger machen sich schon Sorgen, dass der Anlass völlig vergessen wird. Aber kürzlich tagte das Stadtmarketing und sammelte Ideen, um 2027 wenigstens ein wenig feiern zu können.

Geplant war das anders, wie Stadtsprecher Fabian El Cheikh sagt. Bereits vor drei Jahren habe es erste Überlegungen für Feierlichkeiten zum 1050-jährigen Bestehen gegeben, ein niedriger sechsstelliger Betrag sei im Haushalt eingestellt worden, damit der Posten für weitere Jahre berücksichtigt werden könne. „Dann kam die drastische Verschlechterung der Finanzlage“, sagt er – und alle Überlegungen waren Makulatur. In der angespannten Haushaltslage wäre ein solcher Posten niemals genehmigt worden. Und vergangenes Jahr verkündete Stadtkämmerer Martin Wilhelm (SPD) offiziell, dass kein Geld im Etat für Feierlichkeiten zur Verfügung stünde. Freiwillige Leistungen müsse die Stadt auf ein absolutes Minimum reduzieren. Es wäre kaum zu vermitteln, Vereinen Geld zu streichen, um ein Stadtfest zu feiern.

„Für ein großes Fest hätte die Planung vor zwei Jahren beginnen müssen, das wurde nicht weiterverfolgt“, sagt El Cheikh. Zwar werde es 2027 kein Großereignis wie noch 1977 mit dreitägigem Fest in der Innenstadt und auf dem Bieberer Berg geben, doch ganz ohne will man den Geburtstag nicht verstreichen lassen. In der Stadtmarketing-Runde hat man sich auf eine ganzjährige, dezentrale Kampagne geeinigt, bei welcher Veranstaltungen verschiedener Akteure unter das 1050-Jahr-Motto gestellt werden sollen. Zum Lichterfest möchte das Amt für Öffentlichkeitsarbeit etwa Vertreter der Partnerstädte einladen. „Das ist eine bestehende, hochwertige Veranstaltung, die für repräsentative Zwecke genutzt werden kann.“

Das Haus der Stadtgeschichte hat eine Ausstellung zur Historie Offenbachs geplant. Vorläufiger Titel: „Stadtgeschichten“. Wenn zeitlich alles gelinge, könnte zum Jahresende sogar die Eröffnung der Station Mitte unter das Motto gestellt werden.

Das Miteinander steht im Mittelpunkt

Über den Ehrenamtsbeauftragten werde man die Vereine einladen, sich mit Veranstaltungen zu beteiligen, auch Schulen und Einzelhandel sollen eingebunden werden. „Wir sind noch in der Findungsphase, unsere Ressourcen sind begrenzt“, sagt El Cheikh. Der Vorteil, bereits Geplantes mit der „Soul OF Hessen“-Kampagne zu verknüpfen und dieser einen Jubiläumsanstrich zu geben, liegt darin, dass so keine neuen Kosten entstehen und nur auf bestehende Budgets zurückgegriffen wird.

Ob auch das Mainuferfest 2027 unter das Feiermotto gestellt wird, ist ungewiss: Durch die Arbeiten am Maindeich muss das Fest aller Voraussicht nach auf die Kaiserstraße verlegt werden. Ob dann noch organisatorisch eine Verbindung zum Stadtgeburtstag erstellt werden kann, sei derzeit nicht zu beantworten. „Wir versuchen mehrere kleinere Dinge, die eine schöne Wirkung nach außen entfalten“, sagt El Cheikh, „es wäre schade, den Anlass verstreichen zu lassen. Idee ist, das Miteinander der Stadtgesellschaft in den Mittelpunkt zu stellen.“