Kristina Bazan: Schweizer Influencerin kämpft mit chronischer Blasenentzündung

Seit über einem Jahr leidet Kristina Bazan an rezidivierenden Harnwegsinfekten und hat bereits acht Ärzte aufgesucht. Laut einer Gynäkologin sind viele Frauen von wiederkehrenden Beschwerden betroffen.

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Kristina Bazan: Schweizer Influencerin kämpft mit chronischer Blasenentzündung

Publiziert12. Juli 2026, 07:06

Schweizer InfluencerinNichts hilft: Kristina leidet an «chronischer Blasenentzündung»

Auf Instagram teilt die Schweizer Influencerin Kristina Bazan ihren Kampf mit «chronischen Harnwegsinfektionen». Sie hat bereits acht Ärzte aufgesucht und jegliche Therapie probiert – bis jetzt ohne anhaltenden Erfolg.

Maxime Alexander

Darum gehts

  • Die Schweizer Influencerin Kristina Bazan leidet seit über einem Jahr an chronischen Harnwegsinfektionen.
  • Sie hat in Paris bereits acht Ärzte aufgesucht und zahlreiche Therapien probiert – bisher ohne anhaltenden Erfolg.
  • Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe leidet jede zweite Frau einmal an einem Harnwegsinfekt.

«Der Schmerz ist so unerträglich, ich habe das Gefühl, ich falle in Ohnmacht», teilt Kristina Bazan (32) in einem Instagram-Post. Die Schweizer Influencerin hat seit über einem Jahr eine «chronische Harnwegsinfektion». Ihr Alltag ist aufgrund der Beschwerden vermehrt eingeschränkt. «Es gibt kein schlimmeres Gefühl, als Dinge tun zu wollen, aber durch gesundheitliche Probleme daran gehindert zu werden.»

Im letzten Jahr war sie in Paris bereits bei «fünf verschiedenen Gynäkologen und drei verschiedenen Urologen». Zudem habe sie alternative Behandlungen wie D-Mannose, Tees, Uva Ursi und Cranberry probiert – alles ohne anhaltenden Erfolg. Akupunktur und Osteopathie verschafften ihr zwar etwas Linderung. Doch die Entzündungen, begleitet von stechenden Schmerzen, kämen stets zurück.

Zahlreiche Frauen leiden an wiederkehrenden Blasenentzündungen

Bazan wisse, dass sie nicht die einzige Frau ist, die mit den chronischen Beschwerden kämpft. «Ich hoffe, die Gesundheit von Frauen erhält die Aufmerksamkeit, die sie aufrichtig verdient.»

In den Kommentaren sprechen zahlreiche Followerinnen von denselben Symptomen: «Ich hatte jahrelang mit chronischen Harnwegsinfektionen zu kämpfen und entwickelte eine Resistenz gegen Antibiotika», schreibt eine Influencerin. Eine andere Frau teilt, sie habe über zwei Jahrzehnte mit wiederkehrenden Blasenentzündungen gelebt.

Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe leidet jede zweite Frau einmal an einem Harnwegsinfekt. Bei jeder vierten Betroffenen tritt der Infekt rezidivierend auf. Der Begriff «chronische Blasenentzündung» gibt es medizinisch jedoch nicht (siehe Box).

Rezidivierende Harnwegsinfekte

Der von Kristina Bazan verwendete Begriff «chronische Blasenentzündung» wird in der Medizin nicht genutzt. Ärzte sprechen hier von rezidivierenden Harnwegsinfekten. Von einem Rezidiv spricht man bei mindestens drei Blasenentzündungen innerhalb eines Jahres.

Es wird zwischen einer bakteriellen und einer nicht-bakteriellen Blasenentzündung (Zystitis) unterschieden. Bakterielle Infekte werden meist durch die körpereigene Darmflora verursacht. Nicht bakterielle Zystitiden können die Ursachen Stress, Allergien und Hormonumstellungen sein.

Behandlungsvorgehen bei Blasenbeschwerden

Auch Dr. med. Nadja Pauli bestätigt: «Rezidivierende Blasenentzündungen sind häufig.» Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und erklärt gegenüber 20 Minuten das medizinische Vorgehen bei Blasenbeschwerden.

Da hinter den Symptomen viele verschiedene Ursachen liegen können, sei «die sorgfältige gynäkologisch-urologische Abklärung» wichtig. Pilzinfektionen, bakterielle Vaginosen, Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus, chronische Schmerzsyndrome oder auch Endometriose können zum Beispiel zu ähnlichen Beschwerden führen. Zudem liegt nicht hinter jedem Brennen, Harndrang oder Blasenschmerzen ein bakterieller Infekt.

Dr. Pauli empfiehlt, eine Urinkultur durchzuführen. Dadurch sei ersichtlich, welches Bakterium, falls es sich um einen bakteriellen Infekt handelt, die Beschwerden verursacht. «Bei atypischen Beschwerden oder wiederholt negativen Kulturen sollten andere Ursachen frühzeitig mitbedacht werden», erklärt sie.

Im Fall eines bakteriellen Infekts kann nach der Kultur das passende Antibiotikum bestimmt und verschrieben werden. Allgemein versuche man heute aber eigentlich, die Antibiotikatherapie zu umgehen. Denn mit dem Medikament kann es zu Resistenzentwicklungen und Schäden am Mikrobiom kommen.

Was machst du, wenn du mit chronischen gesundheitlichen Beschwerden keine passende Hilfe findest?

Ich hole mir eine zweite oder dritte Meinung von anderen Ärzt:innen ein.

Ich probiere alternative Behandlungsmethoden oder Hausmittel aus.

Ich arrangiere mich damit, wenn es nicht zu schlimm ist und ich keine Lösung finde.

Ich recherchiere selbst viel und versuche, mich umfassend zu informieren.

Ich weiss nicht, was ich tun würde, das ist eine sehr schwierige Situation.

Ich hatte zum Glück noch nie solche hartnäckigen Probleme.

Ich gebe nicht auf, bis ich eine wirksame Lösung oder Diagnose habe.

Wie wird man die Symptome wieder los?

«Heute rücken andere evidenzbasierte, nicht antibiotische Behandlungsmöglichkeiten stärker in den Vordergrund. Dazu gehört auch Canephron beziehungsweise BNO 1045, ein pflanzliches Kombinationspräparat», erklärt Dr. Pauli. Neben Canephron empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zudem D-Mannose und Cranberry-Kapseln und Uro-Vaxom. Wobei Dr. Pauli erklärt, dass neuere Studien zu D-Mannose «den erhofften Nutzen nicht bestätigen konnten».

«Weitere sinnvolle Massnahmen sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Wasserlösen nach dem Geschlechtsverkehr sowie bei Frauen nach den Wechseljahren gegebenenfalls eine lokale Östrogentherapie», sagt die Gynäkologin.

Maxime Alexander

Maxime Alexander (ale) arbeitet seit 2026 bei 20 Minuten und ist Praktikantin im Ressort People.

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