Neuer Wertstoffhof in München eröffnet – wichtige Regel tritt bald in Kraft

tzMünchenStand: 09.09.2026, 19:00 UhrKommentareUns auf Google folgenDer umgebaute Wertstoffhof Steinhausen ist Münchens erster barrierefreier Standort seiner Art. Ab 15. September wird Haushaltsbauschutt gebühr...

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Neuer Wertstoffhof in München eröffnet – wichtige Regel tritt bald in Kraft

Stand: 09.09.2026, 19:00 Uhr

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Der umgebaute Wertstoffhof Steinhausen ist Münchens erster barrierefreier Standort seiner Art. Ab 15. September wird Haushaltsbauschutt gebührenpflichtig – pro 10-Kilo-Eimer fallen 2,46 Euro an.

Die Müllentsorgung der Zukunft ist barrierefrei: Mit Schwung und ohne vorheriges Treppensteigen schmeißt Mona Fuchs einen Karton in einen abgesenkten Container. Zuschauer klatschen. „Ob eine Stadt funktioniert, zeigt sich auch an Orten wie diesen“, sagt Münchens Bürgermeisterin. Ein Wertstoffhof sei eine wichtige Infrastruktur, die nicht viel Aufmerksamkeit bekomme, ohne die im Alltag aber nichts laufe. Und wo Materialien recycelt werden.

Edwin Grodeke, Bürgermeisterin Mona Fuchs, Iris Lemke,  Neuer Wertstoffhof Ost, Eröffnung Truderinger Straße 2a,  08.09.26 foto: Oliver Bodmer

Edwin Grodeke (v.l.), Mona Fuchs und Iris Lemke eröffnen den umgebauten Wertstoffhof in Steinhausen. © Oliver Bodmer

Münchner Wertstoffhof eröffnet mit neuen Regeln – Bauschutt-Abgabe kostet bald

Mit diesen Worten eröffnete Fuchs nun den umgebauten Wertstoffhof in Steinhausen. Gemeinsam mit Edwin Grodeke, Leiter des Kommunalreferats und des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM), sowie Iris Lemke, Leitende Baudirektorin des Baureferats, durchschnitt sie das Einweihungsband. Die Sanierung kostete rund 24 Millionen Euro. „Wir sind ein bisschen darunter geblieben“, sagte Lemke. Die Bauzeit betrug drei Jahre. Allerdings hatte sich die Fertigstellung um gut ein Jahr verzögert. Das liegt laut AWM daran, dass angrenzende Baumaßnahmen der SWM und der Deutschen Bahn zur Errichtung der zweiten Stammstrecke berücksichtigt werden mussten.

Neuer Wertstoffhof Ost, Eröffnung Truderinger Straße 2a,  08.09.26 foto: Oliver Bodmer

Großzügig und barrierefrei präsentiert sich der für knapp 24 Millionen Euro umgebaute Wertstoffhof plus an der Truderinger Straße 2a im Münchner Osten. © Oliver Bodmer

Abfallsysteme im Umland

Für die Entsorgung von Bauschutt sind die Kommunen im Landkreis München individuell selbst zuständig. Bei der Stadt Haar etwa ist die Anlieferung für Privathaushalte bis maximal 100 Liter (0,1 Kubikmeter) pro Tag kostenfrei. Im Landkreis Dachau kann man pro Woche einen Kubikmeter Bauschutt abgeben. Bis zu einem Viertel Kubik kostenfrei, ein halber Kubikmeter kostet 5, drei Viertel 7,50 und ein Kubikmeter 10 Euro. Im Landkreis Fürstenfeldbruck können Privatpersonen Bauschutt bis maximal einem halben Kubikmeter pro Monat an den Wertstoffhöfen abgeben. Die ersten 15 Liter (0,015 Kubikmeter) sind kostenfrei, ansonsten fallen pro angefangene 0,25 Kubikmeter vier Euro an. Bei größeren Mengen muss man zu einer extra Bauschuttdeponie.

Im Landkreis München werden Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien über den gelben Sack eingesammelt. In größeren Wohnanlagen, Institutionen und Betrieben werden auch gelbe Tonnen von der Firma Remondis zur Verfügung gestellt. In den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck gibt es kostenlose Wertstofftonnen.

Das Besondere: Der Ersatzneubau an der Truderinger Straße 2a ist der erste weitgehend barrierefreie Wertstoffhof in München. Und er gehört, neben den Standorten in Langwied (Mühlangerstraße 100) und Freimann (Lindberghstraße 8a), zu den sogenannten Wertstoffhöfen plus. Diese zeichnen sich durch mehr Kapazitäten aus.

Und dort kommt ab 15. September eine entscheidende Neuerung auf Bürger zu: Ab diesem Stichtag wird Bauschutt aus Privathaushalten nur noch an diesen drei Wertstoffhöfen plus angenommen. An den restlichen neun ist das nicht mehr möglich. Außerdem ist die Abgabe von Haushaltsbauschutt, die bislang kostenlos war, künftig gebührenpflichtig. Für gewerbliche Anlieferungen galt das schon. Für Privatleute heißt das konkret: Pro Eimer à 10 Kilogramm fallen 2,46 Euro an. Wer mehr als zehn Eimer Bauschutt abgeben möchte, zahlt pauschal 36,87 Euro. Ab 200 Kilo werden anteilig zum Tonnenpreis 245,82 Euro verlangt.

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Laut Sabine Schulz-Hammerl, zweite AWM-Werkleiterin, müssen Bürger künftig zahlen, da der Bauschutt häufig mit gefährlichen Stoffen wie Asbest verunreinigt ist. Deren Entsorgung verursache hohe Kosten, die durch schärfere Vorgaben des bayerischen Umweltministeriums steigen. Zu Bauschutt zählen zum Beispiel ausgehärteter Mörtel, Putz, Gips, Beton, Steine, Ziegel, Sand oder feuerfestes Glas aus Kaffeekannen. Auch Keramik, Porzellan, Toilettenschüsseln oder Waschbecken gehören dazu. Oder Fliesen und Zementreste. In Steinhausen kann dieser Bauschutt nun abgegeben werden. Bürgermeisterin Fuchs gestand einen weiteren Wunsch der Stadt: einen vierten Wertstoffhof plus im Münchner Süden. Bislang ist das noch Zukunftsmusik: Denn im Moment sei kein geeignetes Grundstück in Sicht.