Neue Konkurrenz für Ilse Aigner: CDU bringt offenbar alten Merz-Verbündeten als Bundespräsident ins Spiel

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Neue Konkurrenz für Ilse Aigner: CDU bringt offenbar alten Merz-Verbündeten als Bundespräsident ins Spiel

Stand: 24.08.2026, 19:25 Uhr

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Die Union sucht noch ihren Kandidaten fürs Bundespräsidentenamt. Jetzt kursiert ein Name, der Favoritin Aigner ernsthaft gefährlich werden könnte.

Berlin – In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist ein neuer Name aufgetaucht. Wie Table.Briefings und die Welt übereinstimmend aus CDU-Kreisen erfahren haben, wird der frühere Verfassungsrichter Udo di Fabio als möglicher Kandidat gehandelt. Bislang galt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Favoritin der Union, insbesondere seitens der CSU.

Udo Di Fabio

Der nächste Bundespräsident? Der Merz-Vertraute Udo di Fabio. © Soeren Stache/dpa

Die Bundesversammlung tritt am 30. Januar 2027 zusammen, um das neue Staatsoberhaupt zu wählen. Steinmeiers zweite Amtszeit endet am 18. März 2027. Die Parteichefs Friedrich Merz und Markus Söder wollen sich den Berichten zufolge nach den Landtagswahlen im September über einen gemeinsamen Kandidaten abstimmen. Anschließend wolle man das Gespräch mit der SPD suchen.

Di Fabio: Konservativer Jurist mit enger Verbindung zu Merz

Udo di Fabio ist 72 Jahre alt, stammt aus Duisburg und hat italienische Wurzeln. Als Seniorprofessor lehrt er Öffentliches Recht an der Universität Bonn und „gilt als streitbarer Konservativer“, so Table.Briefings. Seine Verbindung zu Kanzler Merz reiche demnach weit zurück: Bereits 2005 habe Merz bei einer Preisverleihung der Wirtschaftslobbyorganisation INSM die Laudatio auf di Fabio gehalten. Kurz vor der Bundestagswahl habe Merz zudem von ihm ein vertrauliches Gutachten zur Reform der Schuldenbremse erstellen lassen.

Laut Table.Briefings kursiert sein Name im Umfeld des Kanzlers und in einer CDU-geführten Landes-Regierungszentrale. Dabei spiele auch die Überlegung eine Rolle, angesichts der verfassungsrechtlichen Auseinandersetzungen mit der AfD einen versierten Juristen ins höchste Staatsamt zu bringen.

Aigner bleibt Favoritin, SPD pocht auf Frau im Amt – doch die CDU will sich nicht festlegen

Ungeachtet der neuen Spekulationen gilt Ilse Aigner weiterhin als Favoritin. Söder hatte sich früh und öffentlich für die CSU-Politikerin ausgesprochen, auch Merz schätzt sie. Die SPD-Führung hat sich darüber hinaus für eine Frau an der Spitze des Staates ausgesprochen. Die SPD habe klare Vorstellungen für ein Profil der möglichen Kandidatin, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, der Augsburger Allgemeinen. „Sie sollte parteiübergreifend Vertrauen genießen, eine klare Sprache sprechen und den Menschen in schwierigen Zeiten Zuversicht und Zusammenhalt vermitteln können.“

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann widersprach dieser Forderung aber im Podcast Table.Today: Nicht das Geschlecht, sondern „die Eignung“ sei ausschlaggebend. Auch der hessische CDU-Ministerpräsident Boris Rhein soll in internen Runden Interesse an dem Amt angedeutet haben – gilt aber als wenig chancenreich.

Unterdessen stellte Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger in Aussicht, eine mögliche Kandidatur Aigners bei einer Nominierung zu unterstützen. „Es ist ja alles noch sehr spekulativ, aber einer aussichtsreichen bürgerlichen Kandidatur aus Bayern stehen wir positiv gegenüber“, sagte er der Augsburger Allgemeinen. Der Name Aigners war in der Diskussion um die Steinmeier-Nachfolge zuletzt vermehrt gefallen.

Eine offizielle Bestätigung der CDU für Di Fabio als Kandidaten gibt es bislang nicht, eine Reaktion von Di Fabio selbst ist ebenfalls nicht bekannt. (Quellen: Table.Briefings, Welt, Augsburger Allgemeine) (nak)