Nachwuchs-Power für die HSG: Löwinnen vor „Neuanfang“ in der Oberliga
Die HSG Hunte-Aue Löwen starten nach dem Abstieg mit einem runderneuerten Kader in die neue Spielzeit. Ein neuer Trainer und vielversprechende Talente sollen die schmerzhaften Abgänge vergessen machen. Trotz des Umbruchs peilt das junge Team einen Platz in der oberen Tabellenhälfte an.
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Stand: 09.09.2026, 19:54 Uhr
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Die HSG Hunte-Aue Löwen starten nach dem Abstieg mit einem runderneuerten Kader in die neue Spielzeit. Ein neuer Trainer und vielversprechende Talente sollen die schmerzhaften Abgänge vergessen machen. Trotz des Umbruchs peilt das junge Team einen Platz in der oberen Tabellenhälfte an.
Diepholz – Fünf Spielerinnen aus der eigenen Oberliga-A-Jugend, zwei externe Neuzugänge und ein neuer Trainer: Mit mehreren neuen Gesichtern geht Handball-Frauen-Oberligist HSG Hunte-Aue Löwen nach dem Regionalliga-Abstieg in die Saison 2026/2027. Ralph Winterstein, der Mateusz Chylinski als Coach abgelöst hat, blickt nach einer intensiven Vorbereitung zuversichtlich nach vorn: „Ich sehe eine Entwicklung bei den Spielerinnen, alle wollen. Wir haben viel im athletischen Bereich gearbeitet, denn wir wollen Tempohandball spielen, dazu müssen wir fit sein.“
Die „Lady Lions“ haben in Person von Torjägerin Karla Witte (zuletzt 143/12 Tore erzielt – zum Drittligisten SFN Vechta gewechselt), Rückraumakteurin Lea Hillmer (136/48 – zum Oberligisten TV Cloppenburg) und Rechtsaußen Elis Kambacheva (58 – Studium) gleich drei Leistungsträgerinnen verloren, die zusammen von insgesamt 591 „Buden“ 337/60 geworfen hatten. „Das müssen wir kompensieren. Ich betrachte das als Neuanfang“, unterstreicht Winterstein. Der in Rehden wohnende B-Lizenz-Inhaber sieht beispielsweise Fortschritte bei Helene Menge, die „einen großen Sprung gemacht hat“. Auch Lisanne Dießel und Jule Klostermann trauen sich in der zweiten Reihe mehr zu.
Stenogramm
Zugänge: Antonia Helms (TuS Frisia Goldenstedt), Fine Wienhold (TuS BW Lohne), Evelyn Meyer, Sherin Mohammad, Mara-Sophie Frommberger, Jolina Iven, Paulina Funke (alle eigene A-Jugend).
Abgänge: Lea Hillmer (TV Cloppenburg), Karla Witte (SFN Vechta), Elis Kambacheva (aufgehört – Studium), Vivian Wittwer (Fortuna Düsseldorf 1895), Amelie Bünte (aus beruflichen Gründen aufgehört), Elisa Buchwald (aufgehört).
Kader - Tor: Jessica Michel. Außen: Ellen Schlömer, Alena Meyer, Madeline Matos Ferreira. Rückraum: Lina Witte, Helene Menge, Lisanne Dießel, Jule Klostermann, Kim Klostermann. Kreis: Antonia Richter, Laura Scheper.
Trainer: Ralph Winterstein (59), in der ersten Saison.
Co-Trainer: Bernd Öhlmann (63), seit Januar 2025.
Torwart-Trainerin: Svenja Gatzemeier (32), in der fünften Saison.
Saisonziel: Eine neue Mannschaft formen, die sich in der oberen Tabellenhälfte platziert.
Favoriten: SG Neuenhaus/Uelsen, MTV Eyendorf, SV Werder Bremen II.
Kapitänin Michel: „Alle haben Bock“
Das bestätigt auch Kapitänin Jessica Michel: „Wir haben die Verantwortung neu aufgeteilt. Das Tempospiel liegt uns, das hat in den Tests schon ganz gut geklappt. Wir müssen uns aber noch finden.“ Eines betont die 30-Jährige: „Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, alle haben Bock.“ Winterstein lobt die Torhüterin: „Jessica hat die Erfahrung, ist für uns eine Bank.“ Michel bleibt weiterhin die unumstrittene Nummer eins im Kasten, aber auch die 18-jährige Nachwuchs-Keeperin Evelyn Meyer hat sich in der Vorbereitung verbessert.
Rückraumakteurin Fine Wienhold kommt vom Landesligisten TuS BW Lohne. Für den letztjährigen Tabellenneunten markierte sie 144/41 Tore. „Das ist eine junge Spielerin, die viel mitbringt. Fine soll Kim Klostermann auf halblinks die nötigen Pausen gönnen“, erläutert der 59-jährige HSG-Coach. „Der Schritt ist sicherlich eine Hürde für mich, aber ich kriege das hin. Ich fühle mich wohl und bin von der Mannschaft gut aufgenommen worden“, versichert die 19-Jährige, die eine dreijährige Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin absolviert.
Noch Arbeit im Angriffsspiel
Antonia Helms wechselte vom Landesligisten TuS Frisia Goldenstedt zu den Löwinnen. „Sie ist eine sehr energische Kreisläuferin, in der Deckung variabel einsetzbar“, sagt Winterstein über die 25-Jährige, die bereits vergangene Serie einmal die Woche mittrainiert hatte. Die Goldenstedterin nennt ihre Ziele: „Ich möchte Spaß haben und mit der Mannschaft oben mitspielen.“
Zum Auftakt kommt ein Aufsteiger
Jetzt geht es wieder um Punkte: Die HSG Hunte-Aue Löwen empfängt zum Auftakt der Handball-Frauen-Oberliga Nord am Freitag um 20.30 Uhr in der Diepholzer Mühlenkamphalle die TSG 07 Burg Gretesch. „Wir wollen unser Spiel durchziehen“, sagt Löwen-Neu-Trainer Ralph Winterstein. Verzichten muss er auf die Rückraumspielerinnen Lisanne Dießel (beruflich verhindert) und Helene Menge (privat verhindert). Lina Witte trainiert zwar nach ihrem Kreuzbandriss wieder mit, pausiert allerdings noch. Die TSG 07 Burg Gretesch sicherte sich vergangene Saison mit 40:4 Punkten die Meisterschaft in der Verbandsliga West. Herausragende Spielerin beim Aufsteiger ist die großgewachsene Rückraumshooterin Finja Schlegel. Mit 221/70 „Buden“ wurde sie Torschützenkönigin.
Sherin Mohammad sammelte als 18-Jährige bereits vergangene Serie erste Erfahrungen in der Frauen-Regionalliga. In der A-Jugend-Oberliga wurde sie mit 192/73 „Buden“ Torschützenkönigin. Sie bot als Spielmacherin in den Tests ordentliche Leistungen, zählte stets zu den besten Torschützinnen. „Sherin ist ein großes Talent, sie muss aber noch lernen, denn der Sprung von der Jugend zu den Oberliga-Frauen ist riesig“, weiß Winterstein.
An der 6:0-Abwehr hält der neue Übungsleiter fest. Kim Klostermann und Laura Scheper bilden den Mittelblock, auf den Halbpositionen gibt es mehrere Optionen.
Die Löwinnen streben mit ihrer ziemlich jungen Mannschaft einen Platz in der oberen Tabellenhälfte an. Winterstein, der vier Jahre als Trainer pausiert hatte, betont allerdings, dass es noch viel zu tun gibt: „Das Angriffsspiel ist noch stockend, außerdem müssen wir weiter an unseren Konzeptionen arbeiten.“