Nach Strafanzeige und Widerruf: Nachfolge von Wiesseer Kommandant noch ungeklärt
StartseiteLokalesTegernseeBad WiesseeStand: 11.07.2026, 11:00 UhrKommentareUns auf Google folgenWar bis vor Kurzem Kommandant der Wiesseer Feuerwehr: Korbinian Herzinger. © Thomas MattnerDie Nachfolge von Korbi...
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Stand: 11.07.2026, 11:00 Uhr
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Die Nachfolge von Korbinian Herzinger bei der Feuerwehr Bad Wiessee ist noch immer ungeklärt. Der Kommandant hatte nach einem Zerwürfnis mit der Gemeinde seinen Rücktritt erklärt.
Bad Wiessee – Seit dem großen Knall ist das Amt des Wiesseer Feuerwehrkommandanten vakant. Die Gemeinde Bad Wiessee hatte Strafanzeige wegen Betrugs gegen Korbinian Herzinger gestellt und seine Bestätigung als gewählter Kommandant per Beschluss rückgängig gemacht. Herzinger wiederum spricht von Rufmord und sieht sich als Opfer, erklärte aber Ende Juni entnervt seinen Rücktritt. Jetzt muss ein neuer Kommandant gewählt werden.
Aktuell leitet der stellvertretende Kommandant Ferdinand Dörder die Einsätze der Wiesseer Wehr. Eine Interimslösung. „Das bleibt jetzt so bis zur Neuwahl“, erklärt Dörder. Wann das Votum stattfinde, könne er nicht sagen. Die Einladung dazu sei Aufgabe der Gemeinde.
Im Hintergrund sorgt der Eklat für heftige Diskussionen, was sich auch in den vielen Kommentaren zur Berichterstattung unserer Zeitung widerspiegelt. Auslöser war eine manipulierte Essensrechnung über knapp 300 Euro. Der Kommandant hatte zwei Rathausmitarbeiterinnen als Dankeschön für die Unterstützung der Feuerwehr zu einem Essen eingeladen. Als er die Rechnung bei der Gemeinde zur Erstattung einreichte, gab er jedoch nicht die Namen der beiden Frauen an, sondern nannte zwei Kameraden, die nicht dabei waren. Die Gemeinde erstattete Anzeige wegen Betrugs.
Von einem Vertrauensverhältnis zwischen dem Kommandanten und der Gemeinde konnte schon zuvor nicht die Rede sein. „Da waren viele Dinge“, sagt Bürgermeister Robert Kühn (SPD). Bekannt ist, dass Streitigkeiten zwischen Vertretern des Feuerwehrvereins und dem Kommandanten nicht nur für böses Blut, sondern auch für hohe Anwaltskosten sorgten.
Ende April beschloss der Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung, die Bestätigung der Wahl Herzingers zum Kommandanten zu widerrufen. Basis war ein sechsseitiges Papier, das die Vorwürfe gegen den Feuerwehrchef auflistete. Die Wahl war im Februar 2024 erfolgt, turnusgemäß liefe die Amtszeit bis zum März 2030. Inzwischen, erklärt Bürgermeister Kühn, sei die Einspruchsfrist gegen den Bescheid verstrichen – und Herzinger nicht mehr Kommandant.
Der Geschasste hatte schon zuvor erklärt, er werde keine Schlammschlacht führen, sondern seinen Hut nehmen. Die Manipulation der Essensrechnung räumte er ein: „Das war ein Fehler.“ Er habe verhindern wollen, dass die Rathausmitarbeiterinnen Ärger mit ihrem Chef bekommen. Herzingers Aussage, dass die Summe aus dem Budget der aktiven Wehr und nicht aus Haushaltsmitteln der Gemeinde beglichen wurde, verlangt nach Ansicht von Bürgermeister Kühn nach einer Richtigstellung: „Das Geld kommt natürlich aus Steuermitteln.“
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München II wegen des Verdachts des Betrugs dauern nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Michael Meyer noch an. Offen ist auch, wann die Freiwillige Feuerwehr von Bad Wiessee ihren neuen Kommandanten wählen wird. Noch hat Bürgermeister Kühn keinen Termin gesetzt. Nach den Statuten, so Kühn, müsse dies innerhalb von drei Monaten geschehen.
jm