Motiv unklar: Mann nach Schüssen in Dresden noch nicht vernommen
Nachdem die Polizei einen türkischen Mann vor einem Supermarkt in Dresden nach Schusswaffengebrauch festgenommen hat, werden mehr Details bekannt. Der 41-Jährige soll schon vorher gewalttätig aufgefallen sein. Die Staatsanwaltschaft will eine Unterbingung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen.
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AUDIO: Neue Details zu Beschuldigtem nach Schnüssen vor Supermarkt in Dresden (1 Min)
Ermittlungen
Nach Schüssen vor Supermarkt in Dresden: Beschuldigter bereits vorher auffällig
Stand: 16.07.2026 17:54 Uhr
Nachdem die Polizei einen türkischen Mann vor einem Supermarkt in Dresden nach Schusswaffengebrauch festgenommen hat, werden mehr Details bekannt. Der 41-Jährige soll schon vorher gewalttätig aufgefallen sein. Die Staatsanwaltschaft will eine Unterbingung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen.
von MDR SACHSEN
Nach den Schüssen vor einem Supermarkt in Dresden-Friedrichstadt ist der 41 Jahre alte mutmaßliche Täter wegen seiner schweren Verletzungen bislang nicht vernommen worden, teilt die polizei mit. Polizisten hatten den Mann am Mittwoch mit Schüssen aus ihren Dienstwaffen gestoppt, weil er Passanten mit einer Art Muskete bedroht hatte. Bei seiner Festnahme zielte der Mann auch auf Polizisten und rief dabei einen islamischen Glaubensspruch.
Es gebe Anhaltspunkte, dass der Beschuldigte psychisch schwer erkrankt ist und deshalb bei Begehung der Tat zumindest vermindert schuldfähig gewesen sein könnte. "Anhaltspunkte für ein islamistisches Tatmotiv haben die bisherigen Ermittlungen nicht ergeben", informierte die Staatsanwaltschaft. Eine Vorführung vor einer Ermittlungsrichterin wurde für den Donnerstag angesetzt.
41-Jähriger weiter im Krankenhaus
Ein Polizeisprecher sagte, der Türke werde weiterhin im Krankenhaus behandelt. Umfassende Ermittlungen liefen. Das Motiv für die Tat ist bislang unklar. Die Tatwaffe wird derzeit beim Landeskriminalamt (LKA) untersucht, auch darauf, ob sie schussfähig war. Eine Sprecherin sagte MDR SACHSEN, die Waffe war selbstgebaut.
Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden ermitteln gegen den Türken wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Bedrohung und des unerlaubten Führens einer Schusswaffe.
Video: Polizeieinsatz in Dresden: Schüsse nach Bedrohung mit Waffe (1 Min)
Schon Hammer-Angriff am Sonntag
Die Staatsanwaltschaft hat zudem mehr Details zum Beschuldigten bekanntgegeben: So soll der Mann bereits Sonntagnacht am Dr.-Külz-Ring in Dresden versucht haben, einen 23 Jahre alten Mann aus Syrien mit einem Hammer zu schlagen. Der Angegriffene habe den Schlag abwehren und dem Beschuldigten den Hammer entreißen können.
Bauarbeiter mit Schussgeräuschen bedroht
Am Mittwochmorgen soll der 41-Jährige eine Waffe nach Art einer Muskete in Dresden-Friedrichstadt an einer Baustelle auf der Berliner Straße in Richtung von drei Bauarbeitern gehalten und dabei Schussgeräusche imitiert haben. Danach soll er an der Kreuzung Berliner Straße/Menageriestraße in einen Supermarkt gegangen sein und dabei die Waffe offen getragen haben. Zeugen riefen daraufhin die Polizei.
Zwei Schüsse der Polizei auf Beschuldigten
Nach Verlassen des Marktes soll der Beschuldigte auf die Knie gegangen sein, mehrfach "Allahu akbar" (arabisch für `"Gott ist größer" oder Gott ist groß") gerufen und die Waffe ruckartig in Richtung eines Einsatzteams der Polizei gerichtet haben, erklärte die Staatsanwaltschaft. Und weiter: "Wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass er einen Schuss in Richtung der Beamten abgab. Anschließend schossen Polizeibeamte zweimal auf ihn, wodurch der Beschuldigte schwer verletzt wurde. Er wurde anschließend durch die Polizeibeamten entwaffnet."
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MDR (kk)/dpa