Nach Protesten: MET sagt John-Galliano-Ausstellung und Gala-Ehrung 2027 ab

Der Modedesigner zieht sich nach heftiger Kritik von dem geplanten Projekt zurück. Galliano wurde 2011 in Frankreich wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen verurteilt. Die einflussreiche M

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Nach Protesten: MET sagt John-Galliano-Ausstellung und Gala-Ehrung 2027 ab

Stand: 01.09.2026, 14:05 Uhr

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Der Modedesigner zieht sich nach heftiger Kritik von dem geplanten Projekt zurück. Galliano wurde 2011 in Frankreich wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen verurteilt. Die einflussreiche Modejournalistin und langjährige Vogue-Chefin Anna Wintour nennt seinen Rückzug „Sehr mutig“ und „Die richtige Entscheidung“.

New York – Das Metropolitan Museum of Art in New York hat nach wochenlanger Kritik die für 2027 geplante Ausstellung über den Modedesigner John Galliano sowie seine damit verbundene Ehrung bei der Met Gala abgesagt. Galliano selbst zog sich von dem Projekt zurück.

John Galliano

Der umstrittene Designer wird nicht vom Metropolitan Museum in New York geehrt. (Archivbild) © Bruno Pellerin/Maxppp/epa/dpa

„Nach viel Nachdenken und Gesprächen mit allen Beteiligten habe ich mit großer Traurigkeit entschieden, dass es das Beste ist, wenn die Ausstellung zu diesem Zeitpunkt nicht stattfindet“, erklärte Galliano. „Ich möchte nicht, dass die Debatte um mich die Met in eine schwierige Lage bringt oder von der bemerkenswerten Arbeit des Costume Institute ablenkt“, berichtet Page Six,.

Museum sucht neues Thema

Die Ausstellung mit dem Titel „John Galliano: Horizons“ war am 31. Juli angekündigt worden. Die Bekanntgabe erfolgte ungewöhnlich früh und sollte dazu dienen, erwartete Kritik frühzeitig aufzugreifen. Nach Gallianos Rückzug wurden sowohl die Ausstellung als auch seine geplante Ehrung bei der Met Gala 2027 abgesagt. Das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art muss nun ein neues Thema und eine neue Ausstellung finden. Dafür bleiben dem Institut neun Monate.

Dem Rückzug war heftige Kritik von Spendern, Politikern und Vertretern jüdischer Organisationen vorausgegangen. Kritiker argumentierten, eine große Retrospektive über Gallianos Karriere komme angesichts des zunehmenden Antisemitismus einer „Reinwaschung“ gleich. Julie Menin, Sprecherin des New Yorker Stadtrats, bezeichnete die geplante Ausstellung laut New York Post als „einen Schlag in die Magengrube für die jüdische Gemeinschaft“. Einige Förderer sollen zudem signalisiert haben, dass sie bereit seien, das Museum aus ihren Testamenten zu streichen.

Hinter den Kulissen waren dem Bericht zufolge bereits zuvor jahrelange Bemühungen eines Kurators gescheitert, Galliano-Retrospektiven in amerikanischen und europäischen Institutionen unterzubringen. Als Grund für Ablehnungen wurde Antisemitismus genannt.

2011 in Frankreich verurteilt

Die Kontroverse geht auf Äußerungen Gallianos aus dem Jahr 2011 zurück. Ein französisches Gericht verurteilte ihn damals wegen öffentlicher antisemitischer und rassistischer Äußerungen. Zu den Vorfällen gehörten eine Bekundung der Bewunderung für Adolf Hitler sowie hasserfüllte Äußerungen gegenüber jüdischen und asiatischen Menschen. Galliano verlor daraufhin nach 15 Jahren seinen Posten als Kreativdirektor des Modehauses Dior.

Galliano entschuldigte sich

Galliano erklärte später, er sei zu dieser Zeit psychisch nicht gesund gewesen. Er ließ sich wegen einer Abhängigkeit von Schlaftabletten, Valium und Alkohol behandeln. In den folgenden Jahren sprach Galliano öffentlich über seine damaligen Probleme und entschuldigte sich für sein Verhalten. Er erklärte außerdem, dass ihm bewusst sei, dass eine hochkarätige Würdigung seiner Arbeit für manche Menschen schmerzhaft sein könne.

Galliano sagte, Sühne sei eine fortlaufende Verantwortung. Sie müsse sich über einen längeren Zeitraum daran messen lassen, wie jemand zuhöre, lerne und sich verhalte.

Wintour unterstützt den Rückzug

Anna Wintour unterstützte Gallianos Entscheidung öffentlich. Sie bezeichnete seinen Rückzug als „Sehr mutig“ und „Die richtige Entscheidung“ und erklärte ihre volle Unterstützung für den Designer und das Museum.

Wintour ist eine langjährige Verbündete Gallianos und half dabei, ihn in den inneren Kreis der Modewelt einzuführen. Sie galt als einflussreiche Unterstützerin der Entscheidung des Metropolitan Museum of Art, die Ausstellung über Galliano überhaupt in Betracht zu ziehen. Weitere Quellen: RadarOnline, LaineyGossip, LaVanguardia.