Geheimer CIA-Besuch in Moskau: Plan für Putin-Selenskyj-Gipfel schlägt wegen Kreml fehl
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Moskau-Besuch des CIA-Chefs: Ratcliffe schlägt Trump-Putin-Selenskyj-Gipfel vor – doch Kreml blockt
Stand: 30.08.2026, 19:02 Uhr
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CIA-Chef Ratcliffe soll in Moskau einen Gipfel mit Trump, Putin und Selenskyj vorgeschlagen haben. Kiew und der Kreml bleiben skeptisch.
Moskau/Washington, D.C. – US-Geheimdienstchef John Ratcliffe soll bei seinem geheimen Besuch in Moskau in dieser Woche einen Dreiergipfel zwischen US-Präsident Donald Trump, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ins Gespräch gebracht haben. Ziel sei es gewesen, einen neuen Anlauf für Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine zu ermöglichen, berichten zwei mit den Gesprächen vertraute Quellen dem US-Portal Axios.

Ukraine-Krieg: CIA-Chef besucht heimlich Moskau
Für Ratcliffe war es demnach das erste Mal, dass er persönlich in die diplomatischen Bemühungen der Trump-Regierung zur Beendigung des Krieges eingebunden war. Der CIA-Chef reiste am Dienstag heimlich nach Moskau und traf dort unter anderem den Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin, sowie den Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow.
Nach Angaben der Quellen ging es bei Ratcliffes Gesprächen auch darum, herauszufinden, ob die russischen Geheimdienstchefs auf Putin einwirken und ihn zu einer Wiederaufnahme der von den USA vermittelten Verhandlungen mit der Ukraine bewegen könnten. Ratcliffe habe dabei die Möglichkeit eines trilateralen Gipfels zwischen Trump, Putin und Selenskyj angesprochen.
Die Idee eines solchen Treffens ist nicht neu. Die Trump-Regierung hatte einen Dreiergipfel bereits in der Vergangenheit ins Spiel gebracht. Selenskyj hatte sich grundsätzlich offen dafür gezeigt, während Putin ein persönliches Treffen in diesem Format bislang abgelehnt hat.
Ukraine–Krieg: Kreml lehnt Putin-Selenskyj-Gipfel ab
Am Freitag wurden auch ukrainische Vertreter über die Gespräche Ratcliffes in Moskau und den Vorschlag für einen Gipfel informiert. Nach Angaben der Quellen kam Ratcliffe dabei zu dem Schluss, dass FSB-Chef Bortnikow ein konstruktiver Gesprächspartner sein könnte, der möglicherweise dabei helfen könne, die diplomatischen Bemühungen wieder in Gang zu bringen. Die CIA äußerte sich zu den Berichten zunächst nicht.
Auch die amerikanische Einschätzung der militärischen Lage soll bei Ratcliffes Gesprächen eine Rolle gespielt haben. Wie die New York Times berichtete, habe der CIA-Chef Bortnikow eine ernüchternde Einschätzung des Kriegsverlaufs vermittelt und Russland zu einer Einigung gedrängt, bevor sich die Lage für Moskau weiter verschlechtere.
Die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der Trump-Regierung waren zuletzt ins Stocken geraten. US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner führten in den vergangenen Monaten zwar getrennte Gespräche mit russischen und ukrainischen Vertretern, ein entscheidender Durchbruch blieb jedoch aus. Nach Angaben von Kyrylo Budanow, dem Stabschef Selenskyjs, könnten die von den USA vermittelten Gespräche bereits im September wieder aufgenommen werden. Selenskyj selbst bedankte sich am Freitag bei den USA für den „notwendigen Ton des Gesprächs mit Russland“. Die Trump-Regierung treibe eine realistische Vorstellung davon voran, „was getan werden muss und was erreicht werden muss“, erklärte der ukrainische Präsident.
Gleichzeitig bleiben die Erwartungen auf ukrainischer Seite gedämpft. Vertreter Kiews äußern weiterhin erhebliche Zweifel an Putins Verhandlungsbereitschaft. Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Pawlo Palissa, sagte am Freitag, Putin habe dem russischen Militär die Ausarbeitung mehrerer Szenarien für eine Offensive im Norden der Ukraine befohlen. Dabei seien insbesondere die Regionen um Kiew und Tschernihiw ins Visier genommen worden.
Ukraine-Krieg: Russland droht mit Angriffen auf Energieanlagen
Parallel zu den diplomatischen Bemühungen geht der gegenseitige Beschuss weiter. Russland kündigte am Sonntag neue massive Angriffe auf Energieanlagen in der Ukraine an. Das russische Verteidigungsministerium begründete die Drohung mit ukrainischen Angriffen auf russische Öl- und Energieinfrastruktur. Die Angriffe auf Energie- und Industrieanlagen haben in den vergangenen Monaten auf beiden Seiten zugenommen. Während Russland insbesondere ukrainische Infrastruktur ins Visier nimmt, greift die Ukraine zunehmend russische Ölraffinerien und andere Einrichtungen an, die für die russische Kriegswirtschaft von Bedeutung sind.
Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager nahe Kiew waren am Freitagabend zahlreiche Explosionen ausgelöst worden. Nach Angaben Selenskyjs stieg die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 38. 20 Menschen wurden verletzt, vier weitere galten zunächst als vermisst. Mehrere Wohngebäude und ein Pflegeheim wurden durch die Explosionen beschädigt.
Auch die Ukraine griff in der Nacht zum Sonntag eine russische Ölraffinerie an. In der Region Leningrad kam es nach dem Einschlag einer Drohne in der Nähe der Raffinerie im Bezirk Kirischi zu einem Feuer. Nach Angaben des Regionalgouverneurs Alexander Drosdenko wurden über der Region zahlreiche Drohnen abgeschossen. (Quellen: dpa, Axios, eigene Recherche) (bb)