Moderne Technik für Soleaufbereitung
In Bad Nauheim wird die Solewasser-Aufbereitungsanlage aus dem Keller von Badehaus 7 in eine neue Leichtbauhalle verlegt. Pro Stunde fließen 50.000 Liter Solewasser durch die Anlage.
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Stand: 17.07.2026, 06:00 Uhr
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Die Leichtbauhalle für die Solewasser-Aufbereitungsanlage (SWA) ist ein neues sichtbares Zeichen der Revitalisierung des Bad Nauheimer Sprudelhofs. Dadurch wird zwar die Sichtachse erneut gestört, aber die Anlage muss aus verschiedenen Gründen aus dem Keller des Badehauses 7 heraus, gleichzeitig aber störungsfrei weiterlaufen.
Bad Nauheim – „Die Sole fließt wie ein roter Faden durch die Stadt“, sagt Melanie Hampl von der Stiftung Sprudelhof. Damit meint sie: Überall, wo im Heilbad das solehaltige Wasser gebraucht werde, dürften die Grenzwerte nicht überschritten werden. Dazu dient die Entarsenungsanlage, jetzt Solewasser-Aufbereitungsanlage genannt. „Früher wusste man nichts von den Gefahren. In den frühen 2000er Jahren hat man eine Überschreitung der Grenzwerte festgestellt. Die SWA kam in den Keller von Badehaus 7. Das war wichtig, denn wir wollen schließlich gesund bleiben in der Gesundheitsstadt“, fügt Bürgermeister Klaus Kreß an.

Endgültiger Standort steht noch nicht fest
Die SWA ist für den Bäderbetrieb also unerlässlich. Nun muss der Keller im Zuge der Restaurierung saniert werden, außerdem entsprechen die Arbeitsschutzbedingungen nicht mehr den Anforderungen. Die Anlage kann demzufolge nicht dorthin zurück. Ein neuer endgültiger Standort hängt von verschiedenen Faktoren im Bauprozess ab und kann aktuell noch nicht bestimmt werden. Deshalb wurde eine Leichtbauhalle gewählt, in der bereits moderne Technik verwendet wird. Sie wird voraussichtlich bis 2033 stehen bleiben. Denn auch das Ergebnis der Probebohrung am Großen Sprudel, geplant für Mitte 2029, fließt in die Standortentscheidung ein.
Und so wird der Ablauf sein: Bis zum Wochenende soll an der Leichtbauhalle die äußere Hülle aufgezogen sein. Dann werden nach und nach die Technik und die Behälter eingebaut und die notwendigen Rohre verlegt, durch die pro Stunde 50.000 Liter Solewasser geleitet werden. Dieser Teil soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Danach findet parallel zum bestehenden ein neuer Probebetrieb statt. Ist alles in Ordnung, wird die alte Anlage abgeschaltet, und die verschweißten Viereckbehälter werden im Keller auseinandergenommen und entsorgt.
„In der neuen Anlage verwenden wir Rundbehälter, die eine höhere Effektivität haben und weniger Abfall erzeugen. Außerdem gibt es eine automatische Granulatabsaugung“, erklärt Hartmut Jegodzinski. Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH). Kaum vorstellbar, dass derzeit zwei bis fünf Leute in Schutzkleidung und in den engen Verhältnissen den Granulatabfall von Hand in Behälter schaufeln und dann zum Abtransport nach oben bringen müssen. „Die umfangreichen Arbeitsschritte ändern sich nicht, aber die Struktur wird einfacher“, ergänzt Hampl.
Neue Website bietet Einblicke
Zu den weiteren Maßnahmen im Badehaus 7 berichtet Projektleiterin Sina Vorbach: „Wir haben viel Erfahrung aus den Badehäusern 5 und 2 gesammelt, die Abläufe und Maßnahmen erleichtern. Im Badehaus 7 wird es weniger Raumzusammenschlüsse geben, die Wartehalle ist gut erhalten, die historischen Räume mit Originalfliesen und die Wandmalereien werden erhalten.“ Für die Stiftung Sprudelhof bedeutet das Badehaus 7 ein Gewinn, weil es durch die Veranstaltungsräume für die Öffentlichkeit nutzbar und zugänglich ist.
Die Fläche vor dem Badehaus wird erneut zur Baustelleneinrichtung benötigt. Das wurde bei der Querstellung der Leichtbauhalle berücksichtigt. Ob an den Außenflächen oder am Bauzaun Informationen für die Öffentlichkeit angebracht werden, hängt von der Sichtbarkeit ab und wird sich je nach Bauzustand zeigen. Dazu sagt Kreß: „Das Ganze ist ein Prozess, der einfach seine Zeit dauert. Wir würden uns alle wünschen, dass es schneller geht, aber ich bin sehr dankbar, dass die Stiftung und der LBIH die Abläufe transparent machen und schnelle Abstimmung mit den Behörden suchen.“
„Wir arbeiten auch an einem Internetauftritt, in dem die Öffentlichkeit aktuell informiert wird, und bieten natürlich weitere Baustellenführungen an“, verspricht Hampl, wobei die Führung im August bereits ausgebucht ist. Die neue, umfangreiche Internetseite der Stiftung Sprudelhof mit Geschichte, Vermietungen, Veranstaltungen und Terminen ist abrufbar unter www.sprudelhof.de.
Kreß verteidigt Radweg-Variante
Der Sprudelhof ist tangiert von der aktuellen Diskussion über die Rad㈠trasse FRM6 von Butzbach nach Frankfurt. Auf der ehemaligen Sprudelhof-Autozufahrt von der Ludwigstraße aus wird gerade eine sogenannte Rampe gebaut. Kritiker befürchten, dass die Radler dort mit hoher Geschwindigkeit in den Sprudelhof einfahren. Der Radweg führt aber nicht durch den Sprudelhof, sondern auf der Anliegerstraße hinter den Badehäusern 4 und 5 entlang zum Parkdeck.
Bürgermeister Klaus Kreß macht dazu deutlich: „Wir haben alle Varianten gründlich geprüft und sind einhellig zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Führung im Vergleich wegen des geringen Autoverkehrs am sichersten ist. Hier ist am wenigsten Autoverkehr. Im Übrigen ist es die Strecke, die Radfahrer, insbesondere Schülerinnen und Schüler, schon immer gefahren sind. Seit die Autoabfahrt weg war, haben sie sich einen Weg über den Rasen gesucht. Das ist auch nicht in Ordnung.“
An einer Stelle, nämlich direkt vor der großen Treppe, können Radfahrer unverhofft auf Fußgänger treffen. Dazu sagt Stiftungsrätin Melanie Hampl: „Dieser Knotenpunkt muss, wenn die Treppe wieder geöffnet ist, entzerrt sein, um das Gefahrenpotenzial zu minimieren.“ Sie glaubt aber auch nicht, dass große Radfahrergruppen dort durchrasen, denn wer von auswärts komme, würde spätestens dort absteigen und sich den Sprudelhof anschauen. Man werde sehen, wie sich alles einspiele, und gegebenenfalls nachbessern.
Die Variante Ludwigstraße war ebenfalls in der Diskussion, wurde aber wegen des starken Autoverkehrs und des Fußgängerweges verworfen. Zudem seien dort bauliche Engstellen und Bäume, die den Weg erschweren würden. Seit Dienstag dieser Woche gibt es bereits an der Zufahrt zum Parkdeck von der Ludwigstraße aus einen breiten roten Streifen mit der Aufschrift „Radweg“. E-Scooter dürften dort nicht fahren, erklärt Kreß. Aber um das zu verhindern, müsste gesetzgeberisch etwas passieren.