Mineralwasser vs. Leitungswasser: Was ist gesünder? Viele unterliegen einem Irrtum
Ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig. Während manche auf Mineralwasser schwören, trinken andere ausschließlich Leitungswasser. Doch: Was ist gesünder? Der menschliche Körper besteht etwa zur Hälfte aus Was...
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Ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig. Während manche auf Mineralwasser schwören, trinken andere ausschließlich Leitungswasser. Doch: Was ist gesünder?
Der menschliche Körper besteht etwa zur Hälfte aus Wasser. Es erfüllt viele wichtige Funktionen, ist Bestandteil von Körperflüssigkeiten und Zellen, reguliert die Körpertemperatur und transportiert Nährstoffe. Deshalb ist es lebenswichtig, ausreichend zu trinken. Doch müssen es wirklich zwei Liter sein?
So viel müssen wir täglich trinken
Der Körper braucht ausreichend Flüssigkeit, doch zwei Liter am Tag müssen es gar nicht unbedingt sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt rund 1,5 Liter am Tag. Eine Studie aus dem Jahr 2022 differenziert diese Empfehlung und kommt zu dem Schluss, dass jeder Mensch einen individuellen Flüssigkeitsbedarf hat. Im Schnitt sind es bei den meisten zwischen 1,5 und 1,8 Liter am Tag.
Wichtig dabei ist, einerseits anindividuelle Faktoren wie dem Alter, dem Geschlecht, der körperlichen Aktivität und dem Klima zu denken; andererseits spielt auch dasüber Lebensmittel aufgenommene Wasser eine Rolle. Wer beispielsweise viel Gemüse und Obst isst, nimmt wesentlich mehr Flüssigkeit über die Nahrung auf als jemand, der sich vorzugsweise von Käsebrot und Pizza ernährt. Und akute Hitzewellen erhöhen den Wasserbedarf natürlich ebenso.
Mehr dazu kannst du in diesem Artikel lesen:
Leitungswasser vs. Mineralwasser: Was ist der Unterschied?
Ausreichend – entsprechend dem eigenen Flüssigkeitsbedarf – zu trinken ist also wichtig. Doch zurück zur eigentlichen Frage: Was ist besser: Leitungswasser oder Mineralwasser? Was zeichnet die beiden Wässer überhaupt aus?
Was zeichnet Mineralwasser aus?
Mineralwasser kennen wir als Wasser in Glas- oder Plastikflaschen aus dem Supermarkt. Ursprünglich stammt es jedoch aus tiefen unterirdischen Wasservorkommen, die laut der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung amtlich anerkannt und frei von Krankheitserregern sein müssen. Brunnenbetriebe fördern das Wasser zutage und füllen es direkt vor Ort in Flaschen ab.
Mineralwasser heißt es deshalb, weil es Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium oder Calcium und Spurenelemente enthält – und zwar in unveränderter Zusammensetzung. Die Betriebe dürfen den Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen nicht anpassen. Lediglich Schwefel, Eisen, Arsen und Mangan dürfen entzogen und Kohlensäure darf zugesetzt werden. Auf dem Etikett müssen die enthaltenen Mineralien angegeben sein.
Übrigens: Bio-Mineralwasser ist kein Bio-Lebensmittel im klassischen Sinn, weil es kein landwirtschaftlich erzeugtes Lebensmittel ist und somit nicht unter die EU-Öko-Verordnung fällt. Deshalb gibt es auch kein entsprechendes Siegel. 2012 wurde aber entschieden, dass Mineralwasser trotzdem „Bio“ sein kann, wenn der Anteil an Rückständen und Schadstoffen besonders niedrig ist.
Was zeichnet Leitungswasser aus?
Leitungswasser ist das Wasser, das aus der Leitung kommt, wenn wir zu Hause den Wasserhahn aufdrehen. Es wird hauptsächlich aus dem Grundwasser gewonnen, teilweise stammt es jedoch auch aus Flüssen, Seen oder Talsperren.
Die Qualität des Leitungswassers wird durch die Trinkwasserverordnung geregelt. Es gibt Vorgaben für die Beschaffenheit des Wassers, die Aufbereitung, die Pflichten des Wasserversorgers und die Überwachung. Zudem gibt es strenge Grenzwerte für Stoffe wie Nitrat, Blei, Kupfer und Uran. Wasserversorger müssen das Wasser mehrmals täglich kontrollieren und die Informationen öffentlich zur Verfügung stellen.
Allerdings ist Leitungswasser nur bis zur Hausleitung ein streng kontrolliertes Produkt. Einige kritische Stoffe wie Blei oder Kupfer können aus alten Rohrleitungen unter Umständen in das Trinkwasser gelangen. Bleirohre sind zwar selten, aber in Altbauten, die vor 1973 gebaut wurden, noch teilweise vorhanden.
Einige Menschen, denken, dass Leitungswasser weniger empfehlenswert sei, weil Schadstoffe enthalten seien und verwenden deshalb Wasserfilter. Hersteller von Wasserfiltern werben damit, das Leitungswasser von Schadstoffen, Kalk und Bakterien zu befreien. Laut den Verbraucherzentralen ist der Einsatz von Filtern für Leitungswasser aus gesundheitlicher Sicht in der Regel jedoch nicht notwendig. Und wie das Umweltbundesamt berichtet, werden bei 99 Prozent der Trinkwasserproben alle Grenzwerte eingehalten und die Qualität des Trinkwassers sei exzellent.
Häufiger Irrtum: Mineralwasser ist nicht automatisch gesünder
Viele Menschen glauben, dass Mineralwasser gesünder ist, weil es zur Mineralstoffversorgung beiträgt. Grundsätzlich ist das nicht falsch, aber die Mengen an Mineralstoffen können sich bei verschiedenen Wässern sehr unterscheiden. Wie die Verbraucherzentralen berichten, enthalten viele Wässer sogar nur eine geringe Menge an Mineralien.
Das Labor für Umwelthygiene klärt auf:
„Ein häufiger Irrtum ist, dass Mineralwasser grundsätzlich mehr Mineralstoffe enthält als Leitungswasser. […] Ein Mineralwasser muss zwar Mineralien enthalten, aber keine vorgeschriebene Mindestmenge an Mineralstoffen, um überhaupt als Mineralwasser verkauft werden zu dürfen.“
Die Verbraucherzentralen sehen Mineralwasser als gesunden Durstlöscher. Für die Mineralstoffversorgung wird jedoch eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten empfohlen.
Utopia.de empfiehlt Leitungswasser
Grundsätzlich sind Mineral- und Leitungswasser ähnlich gesund. Je nach Region können beide Wässer wertvolle Mineralstoffe enthalten, teilweise jedoch nur in geringen Mengen. Obwohl die Bezeichnung „Mineralwasser“ es vermuten lässt, ist es nicht zwangsläufig reicher an Mineralstoffen als Leitungswasser.
Die Sorge, dass Leitungswasser Schadstoffe enthalten könnte, ist zwar nicht komplett unbegründet: Durch intensive konventionelle Landwirtschaft können Pestizide und Düngemittel wie Nitrate über Flüsse, Seen oder den Boden ins Grundwasser gelangen. Weitere Giftstoffe gelangen durch Chemikalien oder Medikamentenreste aus unserem Abwasser in den Wasserkreislauf. Durch die strengen Kontrollen kann jedoch sicher gestellt werden, dass die Werte unter den Grenzwerten liegen und gesundheitlich unbedenklich sind.
Diese Thematik betrifft aber nicht nur Leitungswasser: Auch Mineralwasser kann Schadstoffe wie Arsen, Schwermetalle, Nitrat, Pestizidabbauprodukte, Uran, Nickel und Bor enthalten wie Untersuchungen von Ökotest zeigen. Gleichzeitig zeigen die Tests, dass 40 von 56 Mineralwässern mit einem „sehr gut“ abschneiden.
Letztendlich dient jedes Wasser der Flüssigkeitszufuhr und es ist eher eine Frage des Geschmacks, des Preises und der Nachhaltigkeit, welches Wasser man lieber trinkt. Wir empfehlen jedoch, Leitungswasser zu trinken – das spart jede Menge Geld, Material, Transporte und aufwendiges Schleppen von Wasserflaschen.
Das Leitungswasser ist hierzulande fast überall bedenkenlos trinkbar und per Trinkflasche leicht zu transportieren. Damit schonst du nicht nur die Umwelt, sondern auch deinen Geldbeutel: Leitungswasser ist deutlich günstiger als Mineralwasser in Flaschen. Achte bei deinem Trinkflaschen-Kauf auf BPA-freie Trinkflaschen. Wenn dir Wasser mit Kohlensäure lieber ist, verwende einen Wassersprudler. In Wassersprudler-Tests kannst du nachlesen, welche Modelle empfehlenswert sind.
Übrigens: Eine ähnliche Einschätzung hat auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):
„Das Lebensmittel Trinkwasser kommt in Deutschland als Leitungswasser direkt aus dem Wasserhahn. Wenn Sie Leitungswasser verwenden, statt in Flaschen abgefülltes Wasser zu kaufen, sparen Sie Geld, Verpackung und die Transporte. Füllen Sie Leitungswasser in Mehrwegflaschen aus Glas oder Edelstahl, dann sind Sie auch unterwegs gut versorgt.“
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