Sanofi und Rheinmetall: Rhein sieht Hessen als Standort der Zukunft

Hessen setzt auf Pharma und Verteidigung: Nach der EU-Genehmigung für Sanofis Insulinfabrik in Frankfurt hebt Ministerpräsident Boris Rhein beim Jahresempfang in Brüssel auch den neuen „Defence Hub Nordhessen“ hervor.

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Sanofi und Rheinmetall: Rhein sieht Hessen als Standort der Zukunft

Dass die EU-Kommission die staatliche Unterstützung für die geplante Insulinfabrik von Sanofi in Frankfurt genehmigt hat, würdigte der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) noch am selben Tag an Ort und Stelle. In seiner einstündigen Rede zum traditionellen Jahresempfang in der hessischen Landesvertretung Brüssel sprach er am Dienstagabend von einem starken Signal für den Pharmastandort Hessen und einem weiteren „Meilenstein für die Arzneimittel-Souveränität Europas und die Exportstärke Deutschlands“.

Wenige Stunden zuvor hatte die Kommission bekanntgegeben, dass der Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt die Investition in Höhe von 1,3 Milliarden Euro mit 400 Millionen Euro fördern dürfen.  Als großen Erfolg wertete Rhein auch den zwei Wochen zurückliegenden Start des „Defence Hub Nordhessen“.

Zeiten multipler Bedrohungen

Damit hebe man den Innovations- und Verteidigungsstandort Hessen auf ein neues Level. Das Unternehmen Rheinmetall baue dort das modernste Panzerwerk der Welt. Deutschland und Europa müssten angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen handlungsfähig sein, sagte der CDU-Politiker. „Gerade in Zeiten multipler Bedrohungen müssen wir unsere Freiheit selbst sichern und dafür mehr Resilienz, mehr Sicherheit und eine starke Industrie schaffen.“

Hessen sei mit seiner starken Verteidigungsindustrie gut aufgestellt, sagte der Regierungschef. „Wir sind ein Nukleus für Sicherheit in Europa.“ Die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Sanofi und Rheinmetall erschüttere die Erzählung von der angeblichen Dysfunktionalität des Staats. Die beiden Erfolgsmeldungen stärkten die „Zuversicht, dass wir in Deutschland es noch können“, so Rhein.

Wirtschaftliche Herzkammer Deutschlands

Seit 2024, dem Amtsantritt der schwarz-roten Landesregierung, hätten Unternehmen Großinvestitionen im Umfang von mehr als 25 Milliarden Euro in Hessen angekündigt oder umgesetzt, stellte der Regierungschef fest – vor allem in den Schlüsselbranchen Pharma, Industrie, Rechenzentren, Luftfahrt und Logistik. Hessen sei „ein hochdynamischer Wachstumsstandort in Europa und die wirtschaftliche Herzkammer Deutschlands.“

Angesichts der Gründung des Bundeslands vor 80 Jahren erinnerte Rhein daran, dass schon die ersten Ministerpräsidenten die Verbundenheit des Bundeslandes mit Europa betont hätten. Daraus leite sich ein Auftrag für die Zukunft Europas ab: als verlässlicher Partner, Brückenbauer und Impulsgeber.

Permanente Präsenz von 30 Mitarbeitern

Unter den rund 350 Zuhörern waren Botschafter, hessische Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Vertreter der internationalen Institutionen, drei hessische Minister, eine Reihe von Staatssekretären, 13 Abgeordnete sowie zahlreiche Vertreter der Wirtschaft und der Gewerkschaften.

Die Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union in Brüssel wurde 1989 eröffnet. Sie ist dem Ressort des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, Manfred Pentz (CDU), unterstellt.

Hessen will damit permanent präsent sein, um sich unmittelbar über Entwicklungen in den EU-Institutionen zu informieren und darauf, wenn möglich, Einfluss zu nehmen. Gegenwärtig arbeiten 30 Mitarbeiter in der Landesvertretung. An ihrer Spitze steht seit einem Jahr der frühere deutsche Botschafter in Ostafrika, Thomas Eckert.

2013 wurde die Vertretung in der Nähe des Europäischen Parlament, der Kommission, dem Rat und dem Sitz des Ausschusses der Regionen angesiedelt. Das siebenstöckige Gebäude beherbergt auch Vertretungen von italienischen, polnischen und französischen Partnerregionen. Außerdem sind dort hessischen Institutionen, Regionen und Unternehmen, Hochschulen, Gewerkschaften, Kammern, Netzwerken und Verbände untergebracht.