Milliarden-Rennen auf Europas Schienen: Italienische Bahn will den Eurotunnel
KI-Stimme. InfoEuropas Hochgeschwindigkeitszüge treten in eine neue Ära des Wettbewerbs. Nach Jahrzehnten nahezu unangefochtener Dominanz von Eurostar auf der Strecke zwischen London und dem europäischen Kontin...
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Europas Hochgeschwindigkeitszüge treten in eine neue Ära des Wettbewerbs. Nach Jahrzehnten nahezu unangefochtener Dominanz von Eurostar auf der Strecke zwischen London und dem europäischen Kontinent formiert sich Konkurrenz: Die italienische Staatsbahn Ferrovie dello Stato (FS) will ab 2029 mit ihren High-Speed-Zügen Frecciarossa durch den Ärmelkanaltunnel fahren. Auch der britische Unternehmer Richard Branson bringt seine Marke Virgin ins Rennen.

FS will über ihre Tochter Trenitalia France die Frecciarossa-Züge ab 2029 zwischen Paris und London einsetzen. Dafür hat der Konzern Investitionen von zwei Milliarden Euro angekündigt. 19 neue Hochgeschwindigkeitszüge, die bei Hitachi Rail bestellt werden, sollen die Flotte verstärken und die Expansion in Frankreich, Großbritannien und weiteren europäischen Märkten ermöglichen.
Italienische Bahn: Investitionen in Höhe von 2 Milliarden Euro
Der neue Paris–London-Dienst gehört zum Strategieplan von FS für die Jahre 2025 bis 2029. Konzernchef Gianpiero Strisciuglio, der das Unternehmen seit Mitte Juli führt, sieht die Expansion als Teil einer größeren europäischen Wachstumsstrategie. „Wir sind in Europa präsent und wollen diese Präsenz weiter festigen“, sagt er.
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FS könnte damit Virgin zuvorkommen. Die britische Unternehmensgruppe will ab 2030 bis zu 20 tägliche Hin- und Rückverbindungen zwischen London, Paris, Brüssel und Amsterdam anbieten. Die britische Eisenbahnaufsicht ORR hat Virgin inzwischen den Zugang zur Strecke durch den Ärmelkanaltunnel ab 2030 zugesichert. Bereits im Oktober 2025 erhielt das Unternehmen Zugang zum Londoner Depot Temple Mills, das bislang Eurostar vorbehalten war und für Verbindungen auf das europäische Festland benötigt wird.
Bis zum Start sind für Virgin allerdings noch mehrere Hürden zu überwinden. Dazu gehören Zugangsrechte zu weiteren betroffenen Bahnnetzen sowie Sicherheits- und Betriebsgenehmigungen in Großbritannien und der EU. Für die Verbindungen durch den Tunnel will Virgin voraussichtlich zwölf Hochgeschwindigkeitszüge von Alstom kaufen.
Eurostar gibt sich noch nicht geschlagen: 2-Milliarden-Investition
Eurostar selbst reagiert mit einer milliardenschweren Flottenoffensive. Das Unternehmen will rund zwei Milliarden Euro in bis zu 50 neue Doppelstock-Hochgeschwindigkeitszüge investieren. Es wären die ersten Züge dieser Art, die für den Einsatz im Ärmelkanaltunnel und auf dem britischen Schienennetz konzipiert werden. Die ersten 30 Züge hat Eurostar bei Alstom bestellt, weitere 20 könnten folgen. Die neue Flotte mit dem Namen „Eurostar Celestia“ soll ab Mai 2031 schrittweise in den kommerziellen Betrieb gehen. Doch der Wettbewerb beschränkt sich nicht auf den Ärmelkanal.
In Deutschland nimmt die private italienische Bahngesellschaft Italo den Marktführer Deutsche Bahn ins Visier. Der italienische Hochgeschwindigkeitsanbieter hat mit Siemens einen Vertrag über 26 neue Züge geschlossen. Eine Option auf weitere 14 Züge ist vorgesehen. Insgesamt will Italo 3,6 Milliarden Euro investieren und nimmt dabei zunächst zwei Hauptkorridore in den Blick: München–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg.