Baerbock blickt auf Zeit in der „Hölle“ zurück – „Ich verstehe diese maskulinen Powergames“

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Baerbock blickt auf Zeit in der „Hölle“ zurück – „Ich verstehe diese maskulinen Powergames“

Stand: 04.09.2026, 19:57 Uhr

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Als Grünen-Kanzlerkandidatin, Außenministerin, Präsidentin der UN-Generalversammlung: Baerbock musste viel Kritik einstecken. Nun will sie sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen.

New York – Annalena Baerbocks Zeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung neigt sich dem Ende zu. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur äußerte sie sich nun über Gegenwind, der ihr bereits seit Jahren nicht zu knapp entgegenschlägt. In ihrer Zeit als Grünen-Kanzlerkandidatin „hat es sich mal so angefühlt wie durch die Hölle zu gehen“.

New York City: Annalena Baerbock, Präsidentin der UN‑Generalversammlung, in ihrem Büro.

New York City: Annalena Baerbock, Präsidentin der UN‑Generalversammlung, in ihrem Büro. © Michael Kappeler/dpa

Baerbock sah sich damals Anfeindungen ausgesetzt, machte aber unter anderem auch mit Korrekturen am eigenen Lebenslauf und einem Buch wegen Textähnlichkeiten zu anderen Werken Negativ-Schlagzeilen. Insbesondere in ihrer Zeit als Außenministerin schlug der Politikerin teils heftige Kritik entgegen – auch einzelne sprachliche Patzer und unglückliche Formulierungen wurden immer wieder aufgegriffen. Ein Teil der Kritik an Baerbock war gleichzeitig nachweislich mit Falschbehauptungen und sexistischen Angriffen verbunden. Das Amt als Außenministerin sei die „beste Vorbereitung für das UN-Amt“ gewesen, sagte Baerbock rückblickend. „Ich glaube, ich verstehe ziemlich gut diese maskulinen Powergames.“

Baerbocks UN-Amt neigt sich dem Ende zu – Kritik für neuen Job an der Columbia Universität

Baerbocks einjähriges Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September. Wie es für die Ex-Außenministerin nach ihrem Amt weitergeht, ist bereits bekannt: als Professorin an der renommierten New Yorker Columbia University.

Auch dieser neue Job hatte Kritik auf die Tagesordnung gerufen. Gegenüber der Zeit erklärte Baerbock jüngst bezogen auf die Kritik: „In diesen durch Social Media getriebenen Zeiten hat nicht nur jeder sofort zu allem eine Meinung.“ Die Algorithmen seien so programmiert, dass „Hass und Hetze deutlich besser klicken“. Das treffe zwar generell Männer und Frauen gleichermaßen, doch „die Kombi prominent, meinungsstark und feminin triggert offensichtlich manche ganz besonders – egal in welchem Bereich.“

Baerbock will sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen: „Jetzt bin ich ein Privatmensch“

Trotz harscher medialer Kritik, in einer Führungsposition einen kühlen Kopf zu behalten, sei genau das Thema in ihrem Master-Lehrgang „Global Leadership“, führte die frühere Außenministerin aus. „Bei heftigem Gegenwind standhaft zu bleiben und vor allem auch unter maximalem Druck Entscheidungen zu treffen“, das wolle sie an jüngere Generationen weitergeben. „Denn Ziel dieser Angriffe ist nie nur eine Frau oder ein Politiker. Sondern gerade auch die gesellschaftliche Veränderung, die dahintersteht.“

Mit dem Ende ihres UN-Amtes will sich Baerbock aus der Öffentlichkeit zurückziehen, wie sie gegenüber der dpa erklärte: „Es ist für mich wirklich auch so ein bisschen: So, und jetzt bin ich ein Privatmensch.“ Die Stelle an der Columbia University ist auf mehrere Jahre angelegt. Baerbock sei vor diesem Hintergrund „ganz froh, auch mal eine Auszeit zu nehmen". (Quellen: dpa, Zeit) (pav)