Migrationskrise in Ceuta: EU stellt Spanien knapp 115 Millionen Euro für Ceuta bereit

Mit EU-Mitteln soll der Grenzschutz in Ceuta verschärft werden. Auch Abschiebungen und die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger sollen finanziert werden. Quelle: DIE Z...

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Migrationskrise in Ceuta: EU stellt Spanien knapp 115 Millionen Euro für Ceuta bereit

Mit EU-Mitteln soll der Grenzschutz in Ceuta verschärft werden. Auch Abschiebungen und die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger sollen finanziert werden.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

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Aktualisiert am 9. September 2026, 18:55 Uhr

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Wie viele Geflüchtete sich noch in Ceuta befinden, ist unklar. © Antonio Sempere/​AFP/​Getty Images

Für die Verschärfung des Grenzschutzes und der Grenzüberwachung in der Exklave Ceuta stellt die EU Spanien ein Paket von 114,7 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem gehe es um die menschenwürdige Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger und die Rückführung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht, teilte die EU-Kommission mit.

Am 30. und 31. Juli waren nach Angaben der spanischen Regierung rund 72.000 Migranten von Marokko nach Ceuta geschwommen oder über Grenzzäune geklettert. Die meisten kehrten binnen Stunden zurück. Jedoch waren auch gut einen Monat später noch mehrere Tausend Migranten in dem Gebiet, das nicht einmal so groß wie der Frankfurter Flughafen ist. Die genaue Zahl ist nach Angaben des zuständigen Regionalpräsidenten unklar. Ceuta liegt auf dem marokkanischen Festland an der Straße von Gibraltar.

EU-Kommission legt Fokus auf Abschiebungen

Die EU-Agenturen Frontex, Europol und die EU-Asylagentur unterstützen der Kommission zufolge Spanien. Das Land hatte Ende August die Unterstützung der EU angefragt. Die Kommission betonte, Priorität habe die Rückführung der Menschen aus Ceuta, die sich dort illegal aufhielten.

Am Dienstag hatte Ceutas Stadtpräsident Juan Jesús Vivas bei einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Brüssel um mehr Hilfe aus Europa gebeten. Wenn Ceuta untergehe, dann gehe auch Spanien und Europa unter, sagte er. Ceuta sei »derzeit ein Dampfkochtopf, der jederzeit explodieren kann«.

Ceuta mit seinen rund 84.000 Einwohnern ist ebenso wie Melilla eine spanische Exklave in Nordafrika. Sie sind somit die einzigen Orte innerhalb der EU mit einer Landgrenze zu Afrika. Für beide Orte gilt innerhalb des Schengenraums eine Sonderregelung. Wer von dort auf das spanische Festland oder in andere Teile des Schengenraums reist, wird grundsätzlich erneut kontrolliert. Marokko erhebt seit Langem Anspruch auf beide Städte, Spanien betrachtet sie als unverzichtbaren Bestandteil seines Staatsgebiets.

Mindestens 100 Menschen kamen nach offiziellen Angaben bei dem Massenandrang ums Leben. Marokkanische Nichtregierungsorganisationen sprechen dagegen von mindestens 141 Toten und Dutzenden Vermissten.