Liveblog zur Fußball-WM 2026: Falkland-Veteranen äußern sich vor Halbfinale | FAZ
Sicherheitsvorkehrungen für Duell zwischen Argentinien und England erhöht +++ 90.000 Menschen empfangen Haaland und seinen Waschbären +++ Infantino eingeblendet: FIFA streitet Anordnung an TV-Sender ab +++ alle Fußball-WM-2026-News im Liveblog.
- 13 min read
Argentinische Veteranen des Falklandkrieges haben sich vor dem hochbrisanten WM-Halbfinale gegen England zu Wort gemeldet. „Sport ist kein Krieg: Das Halbfinalspiel ist ein Sportereignis von weltweiter Tragweite, keine bewaffnete Revanche und keine historische Kompensation“, hieß es in einem Brief des Verbandes der Kriegsveteranen „2. April“ vor dem Spiel des Titelverteidigers aus Südamerika gegen das Fußball-Mutterland an diesem Mittwoch (21.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, bei MagentaTV und in der ARD) in Atlanta.
Am 2. April 1982 hatte der Krieg um die Falklandinseln, die im argentinischen Sprachgebrauch nur als Malvinas bezeichnet werden, mit der Besetzung durch argentinische Soldaten begonnen. Knapp 1000 Soldaten hatten in der militärischen Auseinandersetzung über mehr als 70 Tage ihr Leben gelassen, fast zwei Drittel davon waren Argentinier gewesen.
Die Inselgruppe liegt im südlichen Atlantik und ist seit 1833 ein britisches Überseegebiet. Argentinien begründet seinen Anspruch aber mit der Rechtsnachfolge eines früheren spanischen Kolonialreiches.
Souveränität werde auf internationalen Foren verteidigt: mit Diplomatie, historischer Wahrheit und dem friedlichen und unverzichtbaren Anspruch, den die Verfassung vorschreibe, hieß es weiter in dem Schreiben der Kriegsveteranen, aus dem argentinische Medien berichteten.
Nach der Kapitulation der Argentinier nahmen beide Länder erst sieben Jahre später wieder diplomatische Beziehungen auf, gelöst ist der Souveränitätsstreit jedoch bis heute nicht. Großbritannien lehnt jede Verhandlung darüber ab, Argentinien beharrt auf seinem Anspruch auf die Malvinas. Das machten auch die Kriegsveteranen deutlich: „Möge der Fußball eine Brücke sein, um die Malvinas-Frage zu thematisieren und die Welt daran zu erinnern, dass unser Anspruch nach wie vor aktueller denn je ist.“ Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni hatte bereits betont: „Meine Botschaft: Es ist ein Fußballspiel, nichts anderes.“ (dpa)
Wer ist im ersten Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien Favorit? Die WM-Prognose der F.A.Z.:
Der Fußball-Weltverband FIFA wird zum Abschluss seiner Weltmeisterschaft auch einen Trophäenkoffer einer Luxusmarke in seine Finalshow einbeziehen. Die französische Marke Louis Vuitton soll demnach „den offiziellen, speziell angefertigten Trophäenkoffer, der für den Transport und die Präsentation der wohl bekanntesten Trophäe im Sport entwickelt wurde“ präsentieren, wie die FIFA vor den beiden Halbfinals mitteilte.
Im Netz gab es umgehend Kritik an der Aktion des Weltverbandes, der bei der WM zum Beispiel auch die neu eingeführten Trinkpausen an einen Namenssponsor verkauft hat. Louis Vuitton hat nach FIFA-Angaben bereits in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 den Trophäenkoffer für den Gewinner der Weltmeisterschaft präsentiert.
Das Endspiel steigt am 19. Juli in East Rutherford nahe New York, nach Angaben von FIFA-Chef Gianni Infantino wird US-Präsident Donald Trump den goldenen Siegerpokal überreichen. In den beiden Halbfinals spielen am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) Europameister Spanien und Vize-Weltmeister Frankreich gegeneinander, ehe am Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) England und Titelverteidiger Argentinien aufeinandertreffen. Das Endspiel wird das 104. und letzte Spiel des XXL-Turniers mit 48 Mannschaften sein. (dpa)
Die Menschenrechtsorganisation FairSquare hat beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine zehnseitige Beschwerde gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eingereicht. Grund dafür seien mehrere Verstöße des Chefs des Fußball-Weltverbandes gegen die Regeln zur politischen Neutralität. Dabei geht es vor allem um die Nähe des IOC-Mitglieds Infantino zu US-Präsident Donald Trump.
„Gianni Infantino hat wiederholt gegen die Regeln des IOC zur politischen Neutralität verstoßen, indem er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, seine politische Unterstützung ausgesprochen hat“, schrieb FairSquare und bezog sich dabei auf Beweise, die „fünf eindeutige Verstöße gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität“ nahelegen würden. Ferner habe die Organisation Anscheinsbeweise für zwei weitere Verstöße vorgelegt.
Dabei gehe es im ersten Fall um „eine mögliche Nachgiebigkeit gegenüber politischem Druck von Präsident Trump, um die Disziplinarregeln der FIFA für das Spielgeschehen während der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 zu umgehen“, also den Fall des US-Nationalspielers Folarin Balogun. Ein zweiter Fall dreht sich um Werbung Infantinos für eine FIFA-Fanseite, die Teil einer mit Trump in Verbindung stehenden Datensammelkampagne gewesen sein soll.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte in der vergangenen Woche bei einer Pressekonferenz auf entsprechende Nachfrage gesagt, die IOC-Ethikkommission werde sich damit beschäftigen, wenn eine Beschwerde vorliege. Das IOC hatte erst Ende Juni die Unabhängigkeit des olympischen Sports von staatlichem, gesellschaftlichem oder wirtschaftlichem Druck in seiner Charta betonen lassen.
FairSquare hatte kurz nach der Verleihung des FIFA-Friedenspreises von Infantino an Trump im vergangenen Dezember bereits eine offizielle Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA eingereicht. Dieser hatten sich Norwegens Fußballverband sowie 50 Abgeordnete des Europäischen Parlaments angeschlossen. (sid)
Die Polizei in Atlanta verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen für das brisante WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien. „Zusätzliches Personal und zusätzliche Ressourcen sind bereits im Einsatz und werden auch weiterhin strategisch an und um die Veranstaltungsorte, in den Ausgehvierteln und anderen stark frequentierten Bereichen eingesetzt, um ein sicheres und angenehmes Erlebnis für alle zu gewährleisten“, hieß es laut übereinstimmender Medienberichte in einer Mitteilung der Polizei Atlanta.
Die proaktiven Maßnahmen würden dem Schutz der Öffentlichkeit dienen und Abschreckung vor kriminellen Handlungen, hieß es weiter. Sie würden gewährleisten, „dass Einwohner und Besucher dieses historische Ereignis sicher genießen können“.
Laut der argentinischen Zeitung „La Nación“ wurde die Partie als Spiel der höchsten Risikostufe von den Behörden eingeordnet. Die Hotels beider Mannschaften sollen von größeren Polizeiaufgeboten bewacht werden. Zwei Tage vor der Partie kam es demnach auch zu einem Treffen unter anderem mit Vertretern der FIFA, aber auch des FBI und Polizeibehörde von Miami, von wo eine große Schar argentinischer Fans erwartet wird.
England und Argentinien spielen am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/MagentaTV und ARD) in Atlanta um den Einzug ins Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Die beiden Nationen trafen zuletzt 2005 in einem Testspiel aufeinander.
Brisant ist die Partie nun 40 Jahre nach dem WM-Viertelfinale mit unter anderem mit Diego Maradonas Tor der Hand Gottes beim 2:1-Sieg des späteren Weltmeisters immer noch durch den Falklandkrieg 1982. Damals waren rund 1000 Soldaten ums Leben gekommen. Spieler beider Seiten betonte bereits, dass dies nur ein Fußballspiel sei. (dpa)
Stürmerstar Erling Haaland hat offensichtlich eine Vorliebe für ausgefallene Souvenirs. Bei der WM-Rückkehr der norwegischen Nationalmannschaft stieg der 25-Jährige mit einem ausgestopften Waschbären in der Hand aus dem Flugzeug.
„Er ist mir nach Hause gefolgt“, schrieb Haaland auf Instagram. In der Hand hält der Waschbär eine Glasflasche. Norwegen war am Samstag im Viertelfinale in Miami durch ein 1:2 nach Verlängerung gegen England ausgeschieden.
Nach Informationen von „The Athletic“ hat Haaland das Souvenir in Texas gekauft – und zwar im Wild Bill's Western Store, der seit fast 50 Jahren in Dallas existiert. „Wir hatten in den letzten Jahren ein paar dieser ausgestopften Waschbären im Laden, und er war offensichtlich von ihnen und ein paar Eichhörnchen fasziniert“, sagte die Inhaberin Julie Newport dem Portal über Haaland, der auch ein YouTube-Video über seinen Besuch veröffentlicht hatte.
Vom Flughafen Gardermoen ging es zum Osloer Schloss, wo die Mannschaft von König Harald, Prinz Haakon und anderen Mitgliedern der Königsfamilie empfangen wurde. Mit der Kleiderordnung nahm man es nicht so genau, einige Spieler kamen in kurzen Hosen. Borussia Dortmunds Julian Ryerson trug Flip-Flops. „Er hat uns zu Hause willkommen geheißen und uns zu unserer Leistung gratuliert“, sagte Kapitän Martin Ödegaard über die Begegnung mit dem 89 Jahre alten König.
Zwischen dem Palast und dem Universitätsplatz, einer Entfernung von etwa 450 Metern, hatten sich 88.000 Menschen versammelt, um die Mannschaft zu feiern. Auf dem Schlossplatz zelebrierten Team und Bevölkerung zusammen den mittlerweile weltberühmten Ruder-Jubel.
Kronprinz Haakon stand an der Trommel und gab den Rhythmus vor. „Ich habe mein Bestes gegeben, wir sind etwas ins Hintertreffen geraten. Sie haben gut gerudert“, sagte Haakon. Der Thronfolger gab zu, im Vorfeld etwas geübt zu haben.
Superstar Haaland und Sander Berge waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg in den Urlaub nach Sizilien. Zunächst wollte das Duo gar nicht nach Norwegen reisen, ließ sich dann aber doch davon überzeugen. Aufgrund des verspäteten Abflugs der Mannschaft aus Miami mussten Haaland und Berge den Empfang dann früher verlassen.
Nach der Ruder-Einlage bestieg das Team einen offenen Bus, der sich dann auf dem Weg zum Rathausplatz machte. Aufgrund der Menschenmenge kam das Team jedoch nur langsam voran. „Hier zu stehen und ein bisschen Geschichte geschrieben zu haben, das sind Erinnerungen, die für immer bleiben werden“, sagte Torwart Örjan Nyland. (dpa)
Spanien gegen Frankreich: Das klingt nach dem vorweggenommenen WM-Finale, ist allerdings erst das Halbfinale. Zur Frage nach Quantität und Qualität bei diesem Fußballturnier hat Jannik Müller folgende Meinung:
Der FC Liverpool macht einem Medienbericht zufolge den Weg für ein mögliches Engagement von Arne Slot als neuer niederländischer Fußball-Nationaltrainer frei. Der englische Rekordmeister wolle dafür sorgen, dass Slot nicht seinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung nach der Trennung nach der vergangenen Saison verliere, sollte dieser neuer Bondscoach werden, berichtete „De Telegraaf“.
Der 47-Jährige gilt als Kandidat für die Nachfolge von Ronald Koeman, der nach dem frühen Aus bei der Weltmeisterschaft im Sechzehntelfinale gegen Marokko zurückgetreten war. Liverpool hatte den vorigen Meistercoach Slot nach der enttäuschenden abgelaufenen Saison von seinen Aufgaben entbunden.
Dem Bericht zufolge will Liverpool das Gehalt Slots in seinem ersten Jahr als Nationaltrainer auf den Betrag aufstocken, der dem Trainer noch beim Premier-League-Club zugestanden hätte. Somit müsste Slot keinen finanziellen Verlust hinnehmen und sein Ex-Club spart ebenfalls. Slots Vertrag an der Anfield Road läuft noch bis zum Sommer 2027.
Die Niederlande müssen spätestens bis zum Nations-League-Auftakt gegen Deutschland am 24. September in Amsterdam einen neuen Trainer gefunden haben. Als weitere Kandidaten neben Slot waren Eindhovens Meistertrainer Peter Bosz, Leverkusens Kurz-Zeit-Trainer Erik ten Hag, die Ex-Profis Ruud van Nistelrooy und Michael Reiziger sowie sogar Pep Guardiola gehandelt worden. (dpa)
FIFA-Präsident Gianni Infantino wird bei seinen Besuchen der WM-Spiele regelmäßig von den TV-Kameras eingefangen – eine entsprechende Anordnung soll es diesmal jedoch nicht geben. In einer Stellungnahme, aus der das Portal The Athletic am Montag zitiert, wies der Fußball-Weltverband die Behauptung als „irreführend“ zurück, wonach Infantino während eines WM-Spiels mindestens einmal von den Kameras in den Fokus gerückt werden müsse.
Laut The Athletic besteht dennoch eine Vereinbarung zwischen der FIFA und dem WM-Produktionsunternehmen HBS. Darin soll geregelt sein, dass in jeder Halbzeit ein sogenannter „dignitary shot“, die Aufnahme eines Würdenträgers, gezeigt werden muss. Dazu gehören beispielsweise Staatsoberhäupter, Verbandsfunktionäre oder Prominente.
„Es ist gängige Praxis, dass Sitzplätze für Fußballfunktionäre, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Prominente – unabhängig davon, um wen es sich handelt – im Rahmen des regulären Ablaufs der TV-Übertragung gezeigt werden“, sagte ein FIFA-Sprecher. HBS liefert die Bilder an alle Rechteinhaber, darunter auch ARD, ZDF oder MagentaTV.
Rund um die WM 2022 in Katar hatte die Times von einer entsprechenden Vorgabe berichtet. Demnach habe es damals die Empfehlung für Regisseure gegeben, Infantino einmal pro Spiel zu zeigen. In den USA, Mexiko und Kanada besuchte der FIFA-Chef zuletzt dank der Reisen in einem katarischen Privatjet teilweise zwei Partien pro Tag. Derzeit befindet sich Infantino im Wahlkampf, 2027 will er sich im Amt bestätigen lassen. (sid)
Ben Mengler
Nach Meinung von Mittelfeldspieler Adrien Rabiot ist die große Geschlossenheit innerhalb des Teams ein entscheidender Grund für Frankreichs bisherige Erfolge bei dieser Fußball-WM. Es funktioniere und harmoniere abseits des Platzes sehr gut, sagte der 31-Jährige vor dem Halbfinale gegen Spanien an diesem Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Arlington bei Dallas.
„Auch die Schwierigkeiten, mit denen der Trainer zu kämpfen hatte, haben uns einander nähergebracht und uns zusammengeschweißt“, erklärte Rabiot. Die Mutter von Frankreichs Nationalcoach Didier Deschamps war während der WM-Gruppenphase gestorben. Der 57-Jährige hatte das Turnier für die Beerdigung kurzzeitig verlassen und sich beim Vorrundenabschluss gegen Norwegen (4:1) von Assistent Guy Stéphan vertreten lassen. Danach kehrte er zurück.
Rabiot und die Franzosen gehen extrem selbstbewusst ins Duell mit dem Europameister. Man müsse vor niemandem Angst haben, meinte der Routinier vom italienischen Traditionsclub AC Mailand. „Ich glaube, wir hätten kaum in einer besseren Verfassung ankommen können“, sagte er.
Bisher feierte der zweimalige Weltmeister Frankreich bei diesem Turnier sechs Siege in sechs Spielen. In der K.o.-Phase kassierten Les Bleus noch kein einziges Gegentor. (dpa)
Der niederländische Fußball trauert um Schiedsrichter Rob Dieperink. Wie der nationale Verband KNVB am Montag bestätigte, verstarb der Referee, der zunächst als Offizieller für die WM in den USA, Mexiko und Kanada vorgesehen war, im Alter von 38 Jahren. Zu den Hintergründen des Todes gab der KNVB nichts bekannt. Niederländischen Medien zufolge schloss die Polizei eine Beteiligung anderer Personen aus.
Die Fußballwelt verliere „einen geschätzten Schiedsrichter mit internationaler Erfahrung, aber vor allem verlieren wir einen großartigen Kollegen“, schrieb der KNVB: „Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihn geliebt haben. Wir wünschen ihnen viel Kraft und Unterstützung in dieser schweren Zeit.“ Dieperink war vom Weltverband FIFA vor dem WM-Start von der Liste der Spieloffiziellen gestrichen worden. Zuvor war er im April von der Polizei wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eines minderjährigen Jungen in London verhaftet worden. Der Fall wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt.
„Es macht mich sehr traurig, dass ich zu Unrecht beschuldigt wurde“, sagte Dieperink im Anschluss im Gespräch mit der Zeitung De Telegraaf. „Ich habe vollumfänglich mit den polizeilichen Ermittlern kooperiert und auch FIFA, UEFA und dem KNVB umgehend alle relevanten Informationen mitgeteilt.“ Es sei „schade“, dass er nicht bei der WM dabei sein könne. Im Jahr 2017 hatte Dieperink erstmals ein Spiel in der niederländischen Eredivisie gepfiffen. Bei der EM 2024 und den Olympischen Spielen in Paris gehörte er zum Schiedsrichterteam, dazu kam er regelmäßig bei Partien der internationalen Klubwettbewerbe zum Einsatz. (sid)
Vor dem Halbfinale der Fußball-WM zwischen Frankreich und Spanien wird eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags von Nizza vom 14. Juli 2016 abgehalten. Das teilte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron am Montag bei X mit.
„Ich danke dem Präsidenten der FIFA, dass er der Bitte Frankreichs und aller Französinnen und Franzosen, die sich für dieses Anliegen eingesetzt haben, nachgekommen ist. Wir werden niemals vergessen“, schrieb das Staatsoberhaupt vor der Partie am Dienstag (21.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV) in Dallas.
Vor zehn Jahren war nach dem Ende des Feuerwerks zum französischen Nationalfeiertag ein islamistischer Attentäter mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge gefahren. 86 Menschen wurden getötet, darunter drei Deutsche. Der Täter wurde von der Polizei erschossen. (sid)
Die umstrittene Begnadigung von US-Nationalspieler Folarin Balogun bei der Fußball-WM war offenbar die Entscheidung eines einzigen Funktionärs. Nach Informationen der „New York Times" setzte Mohammad Al-Kamali, Vorsitzender der Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA, die Sperre gegen Balogun im Alleingang zur Bewährung aus. Die 17 weiteren Mitglieder des Gremiums seien von dem Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht einbezogen worden.
Die Entscheidung hatte für einen Eklat gesorgt, da Rote Karten eigentlich automatisch eine Sperre nach sich ziehen. US-Präsident Donald Trump hatte bestätigt, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen des Platzverweises angerufen und eine Überprüfung der Sperre gefordert habe. Infantino hatte anschließend betont, dass die FIFA-Disziplinarkommission „unabhängig“ sei. Darauf habe er auch in dem Gespräch mit Trump hingewiesen.
Eine Entscheidung durch nur ein Ausschussmitglied ist in FIFA-Disziplinarverfahren nicht unüblich. Al-Kamali jedoch habe zuletzt nie als alleiniger Entscheider fungiert, so die Times. Bei wichtigen Fällen entscheiden häufig drei Ausschussmitglieder gemeinsam. Die FIFA ließ eine Anfrage zu dem Thema zunächst unbeantwortet, auch Al-Kamali reagierte auf eine BBC-Anfrage nicht.
Balogun hatte trotz der Roten Karte in der folgenden Partie gegen Belgien spielen können, die USA verloren das Achtelfinale 1:4. Die Disziplinarkommission hatte sich auf Artikel 27 berufen, der es der FIFA erlaubt, Sperren auf Bewährung auszusetzen. (sid)
Der Rassismus-Eklat um den früheren spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy weitet sich aus. Neben der Sprecherin der französischen Regierung von Emmanuel Macron äußern sich mittlerweile auch immer mehr Politiker aus Spanien:
Der frühere Bundesliga-Profi Slaven Bilic wird abermals Trainer der kroatischen Fußball-Nationalmannschaft. Das Exekutivkomitee habe einem entsprechenden Vorschlag von Präsident Marijan Kustic zugestimmt, teilte der Verband HNS am Montag mit, ohne eine Vertragslaufzeit zu nennen. Bilic, der die kroatische Auswahl bereits zwischen 2006 und 2012 betreut hatte, folgt auf Erfolgscoach Zlatko Dalic. Dieser war nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Portugal (1:2) zurückgetreten.
„Die Nachfolge von Zlatko anzutreten, ist keine leichte Aufgabe“, sagte Kustic über den Vize-Weltmeister von 2018 und WM-Dritten von 2022, „doch wir sind davon überzeugt, dass Slaven der richtige Mann für diese Rolle ist.“ Bilic, zuletzt auf der Bank des saudischen Erstligisten Al-Fateh, sprach von der „größtmöglichen Ehre“. Er sei sich der hohen Erwartungen bewusst, „doch wer Kroatien trainiert, muss darauf vorbereitet sein - schließlich sind wir eine Fußballnation, die mit ihrer Mannschaft fiebert und lebt“.
Der 57-Jährige, von 1993 bis 1996 beim Karlsruher SC aktiv, hatte als beinharter Verteidiger einst selbst 44 Länderspiele (drei Tore) bestritten. Als kroatischer Nationaltrainer erreichte er 2008 das EM-Viertelfinale. Die WM 2010 verpassten die „Vatreni“ unter seiner Führung, bei der EM 2012 war in der Vorrunde Schluss.
„Ich bin heute ein reiferer und erfahrenerer Trainer“, sagte Bilic. Allerdings besitze er „nach wie vor denselben Tatendrang und den Wunsch, Kroatien als starke, mutige und erfolgreiche Mannschaft zu sehen“. (sid)
Mehr laden