Initiative "Fit im Kreis" im Kreis Heinsberg: Was eine App bewirken kann...

Erst seit wenigen Wochen ist die App BeMyPT jetzt live, über die Teilnehmer der Initiative "Fit im Kreis" ihre Bewegung tracken. Schon 1.200 Menschen aus allen zehn Kommunen des Kreises Heinsberg sind aktiv dab...

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Erst seit wenigen Wochen ist die App BeMyPT jetzt live, über die Teilnehmer der Initiative "Fit im Kreis" ihre Bewegung tracken. Schon 1.200 Menschen aus allen zehn Kommunen des Kreises Heinsberg sind aktiv dabei. Die WHO empfiehlt mindestens 2,5 Stunden Bewegung pro Woche, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen von "Fit im Kreis" kommen im Schnitt auf 5,8 Stunden. Jeder Dritte der Angemeldeten ist regelmäßig aktiv, sagt Simon Wittig, Projektleiter bei BeMyPT, der App-Firma hinter "Fit im Kreis".

„Ich hätte niemals gedacht, dass aus einer kleinen Idee einmal so etwas Großes entsteht." Simon Wittig, Projektleiter BeMyPT

Simon Wittig ist entsprechend stolz auf die Entwicklung, vor allem weil "Fit im Kreis" mittlerweile sogar vom Land NRW gefördert wird. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden seien toll, so Wittig, und er sei stolz, dass man mit dem innovativen Ansatz Menschen in Bewegung bringe, die zuvor nicht aktiv gewesen seien. Von Sportvereinen bis zu regionalen Anbietern ist alles dabei. "Sport verbindet", so Wittig. Er ist überzeugt: Das sei erst der Anfang.

Das Interesse reicht mittlerweile weit über den Kreis hinaus: Wittig bekommt Anfragen aus den USA, wo Bewegungsmangel noch ein größeres Thema ist als hierzulande, und auch andere Kreise schauen sich das Heinsberger Modell an. Die Sponsorenliste wird länger und länger: Banken, Krankenkassen, das Land NRW, dazu viele lokale Unternehmen.

Landrat setzt auf Prävention

Der eigentliche Anlass ist ernster. Die Krankenstände im Kreis Heinsberg sind hoch, das liegt auch an der Altersstruktur und am Ärztemangel in der Region. Pusch setzt deshalb auf Prävention: mehr Bewegung, mehr Eigenverantwortung, mehr Lebensqualität.

Gesundheitsreport zeigt Dringlichkeit

Dass ausgerechnet Heinsberg bei Prävention ansetzt, kommt nicht von ungefähr. Ein Blick in den aktuellen AOK-Gesundheitsreport für Rheinland und Hamburg zeigt: Beim Anteil der Typ-2-Diabetiker, die Medikamente nehmen müssen, liegt der Kreis an der Spitze aller verglichenen Regionen. Auch bei der reinen Diabetes-Häufigkeit liegt er über dem Durchschnitt. Bei koronarer Herzkrankheit ist der Kreis auch in den obersten Reihen.

Am deutlichsten wird es bei den Jüngsten im Kreis: Bei Adipositas im Alter von 3 bis 17 Jahren führt die Region Heinsberg/Wassenberg das Ranking an. Auch Hückelhoven liegt hier klar über dem Schnitt. Genau das ist der Punkt, an dem Pusch ansetzen will: hohe Krankenstände, befördert durch Altersstruktur und Ärztemangel, könnten durch Prävention gemindert werden.

Ein Landwirt bewegt

Wie sehr die Idee mittlerweile im Kreis verwurzelt ist, zeigt eine Aktion von Landwirt Karl-Heinz Krebs: Direkt neben seinem Hof Gut Schenkelieck in Heinsberg-Aphoven hat er mit dem Mähdrescher das "Fit im Kreis"-Logo ins Maisfeld gefahren. In seinem eigenen Bauernladen setzt Krebs auf regionale Lebensmittel, selbstgemachte Nudeln und eine eigene Metzgerei.

"Die ganze Idee ist gut, und zu Prävention gehört auch gesunde Ernährung." Landwirt Karl-Heinz Krebs

Auch Staatssekretärin Andrea Milz war voll des Lobes: "Die Förderung von Sport, Bewegung und Gesundheit ist ein zentrales Anliegen des Sportlands Nordrhein-Westfalen. Umso mehr freue ich mich über den ersten Erfolg der Initiative "Fit im Kreis", die im Kreis Heinsberg mit innovativen Ansätzen echte Maßstäbe setzt." Die Ausweitung auf alle Bürgerinnen und Bürger zeige, wie Bewegung Menschen verbinde, Gesundheit stärke und Gemeinschaft entstehen lasse.

Wie geht's weiter?

Mitmachen und bewegen

Über www.fit-im-kreis.de können sich Menschen im Kreis Heinsberg kostenfrei bei der Initiative anmelden und bekommen dann Zugang zur App. Auch Menschen aus anderen Kreisen können das, die können dann aber nicht am Wettbewerb teilnehmen. Beworben wird "Fit im Kreis" weiter auf Stadt- und Sportfesten, dazu sind die Gesundheitsmobile der Krankenkassen mit kostenlosen Angeboten unterwegs.

Unsere Quellen:

  • Simon Wittig, Projektleiter BeMyPT
  • Kreis Heinsberg
  • Landrat Stephan Pusch, CDU
  • Gesundheitsreport AOK

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 16.07.2026, 19:30 Uhr