Komödie Kassel: Initiative gibt auf – Sanierung nicht zu stemmen
Eine Initiative um Schauspieler Enrique Keil wollte das Traditionstheater neu starten. Doch die Sanierungskosten von über 300.000 Euro sind zu hoch – auch mit 90.000 Euro Unterstützung von Stadt und Land.
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Stand: 15.07.2026, 06:00 Uhr
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Eine Initiative um Schauspieler Enrique Keil wollte das Traditionstheater neu starten. Doch die Sanierungskosten von über 300.000 Euro sind zu hoch – auch mit 90.000 Euro Unterstützung von Stadt und Land.
Kassel – Neue Theatermacher standen bereit, ein Konzept war ausgearbeitet, eine Anschubfinanzierung stand in Aussicht. Die Perspektive für einen Neustart des Traditionstheaters Komödie Kassel schien 2025 vielversprechend. Nun hat das Team um Schauspieler und Theaterautor Enrique Keil seinen Rückzug bekannt gegeben. Die Sanierung des Theaters an der Friedrich-Ebert-Straße in einer Höhe von über 300.000 Euro ist für das Team nicht zu stemmen, auch ein Kauf des Objekts nicht. Dies teilen sie in einem Schreiben an Kulturminister Timon Gremmels, Oberbürgermeister Sven Schoeller und die Stadtverordneten mit.
Sie bedanken sich für die Unterstützung. Ihnen sei von Stadt und Land eine Unterstützungssumme von 90.000 Euro zugesagt worden. „Dank überparteilicher Unterstützung“ sei die Ausgangssumme von 72.000 Euro noch übertroffen worden. Für den laufenden Betrieb wollte das Team ohne öffentliche Fördermittel auskommen. Geplant war ein Konzept mit vielen selbst entwickelten und regional angebundenen Stoffen, zum Beispiel als Eröffnungspremiere für diesen Herbst „Kassel – Dein Musical“.
Weil der hohe Sanierungsbedarf bereits bekannt war, haben die Komödien-Interessenten mit Unterstützung des früheren Oberbürgermeisters Wolfram Bremeier auch nach anderen zentral gelegenen Spielorten geschaut. Sie sind aber nicht fündig geworden. Nun kommen sie zu dem Fazit: „Wir haben getan, was in unserer Macht stand.“
Das Kasseler Traditionstheater residierte seit 1956 im charmanten Ambiente an der Friedrich-Ebert-Straße. Nach Aufs und Abs rutschte das Haus 2006 in eine Insolvenz. Mit Unterstützung der Stadt Kassel konnte die Komödie gerettet werden. Der Bremer Theatermacher Knut Schakinnis nahm das Haus mit in sein Boulevardbühnen-Imperium auf. Durch Synergieeffekte konnte es abwechslungsreich bespielt werden. Im Nachbargebäude entstand ein neuer Eingangsbereich mit Ticketshop. Die Auslastung war durchweg hoch und erreichte immer wieder Werte um die 90 Prozent. Das Haus hatte sein festes Publikum. Der Schock kam 2024, als die junge Unternehmerin Fiona Schiranski den Betrieb von Schakinnis unter neuer Firmierung übernehmen wollte. Wegen hoher Mietschulden des Vorgängers bekam sie von beiden Vermietern keine Mietverträge, ein Sanierungsstau und nicht bezahlte Honorare wurden ebenfalls bekannt. Sie musste kurz darauf aufgeben.