Kindergärten in Edermünde stehen in engerer Auswahl für Staatspreis
Die Neubauten in Grifte und Besse wurden aus 106 Einreichungen für den Staatspreis „Vorbildliche Bauten im Land Hessen 2026" nominiert. Bereits 2025 erhielten beide Kindergärten eine BDA-Auszeichnung.
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Stand: 26.07.2026, 18:00 Uhr
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Die Neubauten in Grifte und Besse wurden aus 106 Einreichungen für den Staatspreis „Vorbildliche Bauten im Land Hessen 2026" nominiert. Bereits 2025 erhielten beide Kindergärten eine BDA-Auszeichnung.
Besse/Grifte – Die Gemeinde Edermünde darf auf eine weitere bedeutende Architekturauszeichnung hoffen: Die Kindergärten in Grifte und Besse stehen in der engeren Auswahl für den Staatspreis „Vorbildliche Bauten im Land Hessen 2026“. Aus insgesamt 106 Einreichungen wählte die Jury 23 Projekte aus, die beispielhaft für nachhaltige und zukunftsweisende Architektur stehen. Bereits 2025 erhielten die beiden Neubauten die „BDA-Auszeichnung für Baukultur in Hessen 2024/25“ des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten. Den Neubauten war ein Architektenwettbewerb vorausgegangen, aus dem das Berliner Büro Löser Lott Architekten als Sieger hervorging.

„Aus unserer Sicht ist die Beschäftigung mit dem Thema des architektonischen Zeitraums, in all seinen Facetten und Maßstabsebenen, ein wichtiger Beitrag für eine Diskussion über die nachhaltige und qualitätsvolle Transformation der gebauten Umwelt sowie der Anpassung der Lebensverhältnisse von Stadt und Land“, betont der Präsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Gerhard Greiner, als Auslober und Juror zur Bandbreite der eingereichten Projekte in einer Pressemitteilung.
Über die Nominierung freue sie sich sehr, sagt Edermündes Bürgermeisterin Michaela Weitsch. „Natürlich war ich positiv überrascht – nicht, weil ich an der Qualität der Gebäude zweifle, sondern weil sie auch Jahre nach ihrer Fertigstellung erneut landesweit Beachtung finden.“ Die erneute Anerkennung bestätige, dass in Edermünde nachhaltige und hochwertige Architektur entstanden sei.
Der Preis
Die Auszeichnung „Vorbildliche Bauten im Land Hessen – Staatspreis für Architektur und Städtebau“ zählt zu den ältesten Architekturpreisen Deutschlands. Sie wird seit 1954 alle drei Jahre vom Land Hessen und der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen vergeben. Ausgezeichnet werden Projekte mit hoher baukultureller Qualität und beispielhaften Lösungen für gesellschaftliche, ökologische und städtebauliche Herausforderungen. In einem nächsten Schritt werden die nominierten Preisträger vor Ort besichtigt und anschließend bei der Preisverleihung im Oktober bekannt gegeben.
Gleichzeitig würdigt Weitsch die Arbeit ihres Vorgängers: „Die Entscheidung, für zwei kommunale Kindergärten einen Architektenwettbewerb durchzuführen und bewusst auf Qualität und Baukultur zu setzen, war mutig und für eine Gemeinde unserer Größe keineswegs selbstverständlich.“
Die beiden Gebäude zeigen, dass Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität kein Widerspruch sein müssen.
Warum die beiden Kindergärten auch Jahre nach ihrer Fertigstellung noch ausgezeichnet würden, liege aus ihrer Sicht auf der Hand: „Gute Architektur ist zeitlos.“ Die Gebäude erfüllen bis heute ihren Zweck hervorragend. „Sie bieten Kindern, Familien und den Mitarbeitenden helle, freundliche und funktionale Räume und fügen sich gleichzeitig selbstverständlich in ihre Umgebung ein.“
Auch die Entscheidung für zwei baugleiche Kindergärten habe sich bewährt. „Die beiden Gebäude zeigen, dass Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität kein Widerspruch sein müssen.“ Durch das gemeinsame Grundkonzept hätten Synergien genutzt werden können, gleichzeitig seien die Gebäude an ihre jeweiligen Standorte angepasst worden. Mit Spannung blickt die Gemeinde nun auf die bevorstehende Ortsbesichtigung der Jury.
Jury besichtigt Gebäude
„Wir möchten zeigen, dass die Gebäude nicht nur architektonisch überzeugen, sondern sich auch im Alltag bewähren und von Kindern, Familien und den pädagogischen Fachkräften mit Leben gefüllt werden.“ Genau das leisten beide Kindergärten aus ihrer Sicht. Hochwertige Baukultur sei keine Frage der Größe einer Kommune. „Auch im ländlichen Raum können Projekte entstehen, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus Beachtung finden. Darauf sind wir als Edermünderinnen und Edermünder sehr stolz“, betont Weitsch.
Als Architektin freue sie sich über die fachliche Anerkennung besonders. „Und als Bürgermeisterin freue ich mich vor allem darüber, dass unsere Kinder jeden Tag in Gebäuden aufwachsen dürfen, die nicht nur funktional sind, sondern Lebens- und Lernräume mit hoher Qualität bieten. Genau das sollte der Anspruch öffentlicher Gebäude sein.“ (Annika Beckmann)