Kinderbetreuung: Kita Reiskirchen gewinnt Nachhaltigkeitspreis
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Kinderbetreuung Kita Reiskirchen gewinnt Nachhaltigkeitspreis
Würmer, Hochbeete und faire Produkte: Wie eine Awo-Einrichtung Kindern den Kreislauf der Natur näherbringt – und damit vielleicht noch einen begehrten Preis gewinnen kann.
01.09.2026 , 14:00 Uhr
Hochbeete und die Wurmkiste: Umweltpädagogin Carina Thiel bringt im Kinderhaus Reiskirchen den Kleinsten Nachhaltigkeit näher. Das brachte einen Saarländischen Nachhaltigkeitspreis.
Foto: BeckerBredel
Von Frank Bredel
Die Philosophie dieser Kita ist klar: „Bei uns findet die Nachhaltigkeit nicht nur durch einzelne Projekte statt, sondern wir haben die Nachhaltigkeit in unseren Kitaalltag integriert.“ Das Kinderhaus Reiskirchen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) erhielt für seine nachhaltigen Ansätze in der täglichen Arbeit den Saarländischen Nachhaltigkeitspreis der Sparkassen-Finanzgruppe. Das brachte in der ersten Runde 500 Euro.
Carina Thiel, die in der Krippengruppe der Einrichtung arbeitet, erläuterte das Konzept der Kita, das sie auf einer selbst gestalteten Nachhaltigkeitsuhr veranschaulicht hatte. Ein zentrales Element sei die Wurmkiste, die bereits den jüngsten Kindern den Kreislauf der Natur näherbringe. „Der ist schon bei den jüngsten Kindern in meiner Altersgruppe verankert“, erklärte Thiel.
Reste für die Regenwürmer
Die Kinder sammelten beim Frühstück Obst- und Gemüsereste, um damit die Regenwürmer zu füttern. Die Würmer produzierten daraus wertvolle Blumenerde. Die habe sich einfach wieder in die Hochbeete integrieren lassen, sagte Thiel.
Die reiche Kürbis- und Tomatenernte komme wiederum allen Kindern des Hauses zugute. Mit dem Preisgeld sollten nun Wurmkisten für jede Gruppe angeschafft werden, um das Projekt auszuweiten.
Die Kita, die im Herbst 2025 als „Kita der Nachhaltigkeit“ zertifiziert wurde, engagiert sich vielfältig. Im Flur symbolisiert ein selbst gestalteter Nachhaltigkeitsbaum das Engagement. Dort steht auch ein Upcycling-Regal, in dem aus Verpackungsmaterial neue Spielsachen entstehen sowie ein Baumhaus aus Holz.
Als „Faire Kita“ zertifiziert
Ferner ist die Einrichtung als „Faire Kita“ zertifiziert und hat einen Kaufladen mit fairen Produkten. Die Nachhaltigkeitsuhr zeigt den Verlauf der Aktivitäten übers Jahr von der Herstellung der Saatkugeln im März bis hin zur Mülltrennung und der Arbeit mit Licht- und Wasserdetektiven, die auf den Energieverbrauch achten.
Kooperationen bereicherten das Programm zusätzlich. Die Firma Bosch unterstützte Werkprojekte in der Kindertagesstätte. So bauten Auszubildende des Unternehmens unlängst mit den Vorschulkindern Tischkicker.
Eine Zusammenarbeit mit dem örtlichen Lindenhof, einem Bio-Hühnerfachbetrieb, ermögliche den Kindern direkte Einblicke in die Tierhaltung. „Die Eltern sind da sehr kooperativ“, betonte Thiel.
Auch das Gesundheitsprogramm „JolinchenKids“ der AOK und die Kooperation mit dem Bioladen „JungsBio“ seien feste Bestandteile des Alltags. So gebe es in jeder Gruppe eine Trinkoase. Und übrig gebliebene Getränke würden zum Gießen der Pflanzen verwendet.
Sammelaktion hilft Homburger Tafel
Soziale Nachhaltigkeit werde ebenfalls gelebt, etwa durch eine Sammelaktion für die Homburger Tafel rund um Sankt Martin oder durch Tauschregale für Bücher und Spielzeug. Und eines ist in dieser Kita auch wichtig: „Jedes Kind hat eine Stimme“, unterstrich Thiel die Bedeutung von Partizipation und Kinderrechten.
Für die Zukunft sei die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ geplant, um den Blick der Kinder auch über die Region hinaus zu weiten.
Zum Jahresende gibt es eine Finalrunde der Preisträger. Dann kann die Kita Reiskirchen sogar weitere 5000 Euro gewinnen. (sle)