KI-Assistent „Moosi" soll Moosinninger Rathausbesuchern helfen
StartseiteLokalesErdingMoosinningStand: 11.07.2026, 11:01 UhrKommentareUns auf Google folgen„Hallo! Ich bin Buddy, der virtuelle Mitarbeiter der Gemeinde Berglern“: So sieht die Chatbox der Gemeinde Berglern au...
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Stand: 11.07.2026, 11:01 Uhr
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Die Gemeinde Moosinning erwägt einen digitalen Chatbot. Der KI-Assistent spricht über 100 Sprachen und ist immer erreichbar.
Moosinning – Kann Künstliche Intelligenz (KI) den Mitarbeiter in der Verwaltung in Zukunft Arbeit abnehmen? Mit dieser Frage haben sich die Moosinninger Gemeinderäte befasst. Die Firma Cosmema präsentierte in der Sitzung ihren Heimat-KI-Chat.
Die Gemeinde Moosinning sei eine der ersten gewesen, die die Heimat-App, eine digitale Erweiterung des Mitteilungsblatts, installiert habe, erklärte Bürgermeister Georg Nagler (SPD). Ein weiteres Update des Dienstleisters Cosmema, von dem auch die App stammt, ist die digitale Chatbox, die es speziell den Bürgern erleichtern soll, sich bei Anliegen an die Gemeinde zurechtzufinden.
Durch die KI-Anwendung würde auf der Homepage der Kommune eine Chat-Funktion integriert, wie Halim Ferizi den Gemeinderäten erklärte. Er ist überzeugt, dass sich viele Anfragen der Bürger so schnell und einfach lösen lassen. Denn der Großteil der Anfragen wiederhole sich stetig.
„Ich brauche einen neuen Personalausweis. Was muss ich tun?“, nannte Ferizi ein beispielhaftes Anliegen, das sich ohne extra Anruf in der Verwaltung leicht über einen KI-Assistenten lösen lasse. Auch die Fragen „Kann ich samstags heiraten?“ oder „Was muss ich beachten, um meinen Hund anzumelden?“ führte er als Beispiele an und erklärte: „Die KI-Person, die man in Moosinning passenderweise ,Moosi‘ nennen könnte, hat das Wissen aller Mitarbeitenden in der Verwaltung und spricht darüber hinaus über 100 Sprachen.“
KI soll niemanden ersetzen, nur ergänzen
Über Datenquellen im Hintergrund, eine leichte Sprache, die Barrierefreiheit der Funktion und die Integration von überbehördlichen Informationen könne „Moosi“ für eine enorme Reduzierung der Anrufzahlen in der Verwaltung sorgen. „Wir sprechen hier von etwa 60 Prozent weniger Anrufen und 80 Prozent erhöhter Bürgerzufriedenheit“, so Ferizi.
Dabei gehe es nicht darum, die Verwaltungsangestellten zu ersetzen. Vielmehr müsse man die integrierte KI als Ergänzung sehen. „Der Bürger gibt seine Frage ein, und ,Moosi‘ antwortet, gleich mit allen Weiterleitungslinks oder den richtigen Antragsformularen. Außerdem ist er 24 Stunden erreichbar“, nannte er die Vorteile. Eine Limitierung an Anliegen, die der Chat-Assistent bearbeiten kann, gibt es nicht.
Kosten soll die KI-Anwendung einmalig 5490 Euro plus Mehrwertsteuer. Hinzu kommen monatlich 395 Euro. Inkludiert sind alle notwendigen Lizenzen und Weiterentwicklungen. Für die Mitarbeiter stellt das Unternehmen einen kostenlosen KI-Führerschein in Aussicht. Kümmern müsste sich die Verwaltung um das Tool nicht.
Nagler hat vorab mit einigen Bürgermeisterkollegen gesprochen, die auf den Homepages der Verwaltung bereits mit KI arbeiten. „Das ist vor allem für die Bürger eine ganz andere Geschichte. Zwar werden die Anrufe bei der Verwaltung weniger, aber der direkte Benefit wird bei den Bürgern deutlich. Sie finden alles, was sie brauchen, deutlich leichter“, sagte er. Grundsätzlich enthalte die gemeindliche Webseite viele Informationen, „aber dadurch wird es auch schwer, das zu finden, was man braucht“. Josef Romir (SPD) sah den Vorteil der Anwendung primär in der Erreichbarkeit außerhalb der Bürozeiten.
Im Landkreis findet der KI-Assistent bereits seit November 2025 in Berglern Anwendung. Eine Auswertung hinsichtlich der Aufwandsreduktion bei den Angestellten hat es seither nicht gegeben, wie die Verwaltung auf Nachfrage erklärt. Grundsätzlich seien die Rückmeldungen der Bürger jedoch positiv.
In Moosinning wollen sich die Gemeinderäte bereits bestehende KI-Tools auf den Webseiten anderer Gemeinden genauer anschauen, um dann eine Entscheidung zu treffen.