Kekse aus Plastik – Wissenschaftler machen Müll zu Essen
KI-Stimme. InfoFür die Zukunft der Menschheit stellen sich zwei Probleme: zu wenig Nahrung und zu viel Plastikmüll. Was wäre aber, wenn man beide Probleme miteinander verbindet und den Mangel verringert, indem ...
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KI-Stimme. Info
Für die Zukunft der Menschheit stellen sich zwei Probleme: zu wenig Nahrung und zu viel Plastikmüll. Was wäre aber, wenn man beide Probleme miteinander verbindet und den Mangel verringert, indem man den Überfluss reduziert? Amerikanische Forscher haben im Rahmen der Nasa Deep Space Food Challenge nach einer Möglichkeit gesucht, eine nachhaltige Nahrungsquelle zu erschließen. Die könnte man etwa im Weltall nutzen, um Astronauten über längere Zeit im Weltraum zu versorgen – und irgendwann auch die Menschen auf der Erde.

Nun stellten sie ihre Ergebnisse bei einem Symposium der American Chemical Society (ACS) vom 23. bis 27. August in Chicago vor. Das Team der Southern Illinois University hatte getestet, ob Mikroben Plastikmüll in verzehrbares Essen umwandeln können. „Wir haben versucht, Technologien zu entwickeln, mit denen Plastikmüll zu einem besseren Material aufgewertet werden kann. Wir dachten: ‚Warum sollten wir uns nicht auf Nahrung fokussieren?‘“, erklärt der beteiligte Professor Lahiru Jayakody.
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Nahrung aus Plastik: So werden die Kekse hergestellt
Eine weitverbreitete Form von Plastik ist Polyethylenterephthalat (PET), woraus unter anderem Plastikflaschen gemacht werden. Es enthält Moleküle mit viel Kohlenstoff und kann in eine Art Protein umgewandelt werden. Anstatt das aber im Labor mit chemischen Lösemitteln zu machen, „programmierten“ die Forscher Mikroben wie Hefe so um, dass sie die Umwandlung übernehmen. Das sei sowohl einfacher als auch umweltfreundlicher. „Mikroben sind sehr clever. Wir nutzen ihre Eigenschaften, um die Probleme zu lösen, die wir Menschen erst geschaffen haben“, sagt Lahiru Jayakody.
Ähnliche Methoden werden bereits verwendet, etwa um Insulin mit Hefemikroben zu gewinnen. Im Fall der Nasa-Challenge haben die Forscher verschiedene Hefevarianten, darunter Backhefe, „programmiert“, Plastik- und Landwirtschaftsmüll in Proteine, Vitamine und Geschmacksstoffe umzuwandeln. Sie nahmen PET-Plastik, Maisstängel und Blätter und weitere Biomasse und lösten sie mit einem Prozess auf, sodass das Material klein genug für Mikroben ist. Diese wurden an die Hefe verfüttert, die daraus Proteine, Fette und Säuren macht. Dem fügten die Forschenden Ballaststoffe, Stärke und Süßungsmittel hinzu und nutzten 3D‑Drucker, um daraus proteinreiche Kekse herzustellen. Diese nennen sie „µBites“ (Mikrobites).
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Ernährung: Forscher arbeiten an einem besseren Geschmack
Der Verzehr soll laut den Forschern sicher sein. In Tests durften Probanden die Kekse schon vertesten. Ein Großteil der Studienteilnehmer hat angegeben, dass sie die Kekse in Mangelsituationen verzehren würden. Damit Menschen in Zukunft auch dann diese Kekse essen würden, wenn sie nicht im Weltall unterwegs sind, arbeiten die Forschenden an einem besseren Geschmack.
Außerdem hoffen sie, dass die Kekse in den nächsten Jahren für den allgemeinen Verzehr freigegeben werden. „Bis zum Jahr 2025 wird die globale Nachfrage nach Nahrungsmitteln um 35 bis 56 Prozent ansteigen. Und circa 30 Prozent der Weltbevölkerung stehen in Zukunft in Gefahr zu hungern. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, sind, glaube ich, Mikroben“, erklärt Jayakody. Die Zukunft wird es zeigen.