Kaack nennt Prioritäten: Scheidender Flottenchef fordert Marine zu radikalem Umdenken auf
Marineinspekteur Kaack geht in den Ruhestand, sein Nachfolger steht fest. In seiner Abschiedsrede gibt er Ratschläge, wie die deutsche Seeverteidigung gestärkt werden könnte. Unter anderem sollte die Marine seiner Meinung nach den Fokus mehr auf ihre Hauptaufgabe legen.
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Kaack nennt PrioritätenScheidender Flottenchef fordert Marine zu radikalem Umdenken auf
03.09.2026, 18:32 Uhr
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Marineinspekteur Kaack geht in den Ruhestand, sein Nachfolger steht fest. In seiner Abschiedsrede gibt er Ratschläge, wie die deutsche Seeverteidigung gestärkt werden könnte. Unter anderem sollte die Marine seiner Meinung nach den Fokus mehr auf ihre Hauptaufgabe legen.
Der scheidende deutsche Marine-Chef Jan Christian Kaack hat zum Abschied eine grundlegende Neuausrichtung der Flotte auf die Landes- und Bündnisverteidigung und eine Abkehr von langjährigen internationalen Einsätzen gefordert. Um die Kampfkraft gegen Bedrohungen wie durch Russland zu stärken, müsse die Marine ihre knappen Ressourcen auf den Kernauftrag konzentrieren, sagte der Vizeadmiral in seiner Abschiedsrede in Hamburg.
Konkret riet er dazu, die jahrzehntelangen Missionen mit Kriegsschiffen etwa vor dem Libanon zu beenden. "Mein Rat ist klar: Wir sollten dort keine Kriegsschiffe mehr einsetzen." Kaack, der seit 2022 an der Spitze der Marine stand, geht in diesem Jahr in den Ruhestand. Nachfolger soll Konteradmiral Wilhelm Tobias Abry werden.
Kaack forderte auch ein Umdenken bei der Beschaffung von Waffensystemen. Angesichts der akuten Bedrohungslage sei keine Zeit für langwierige Entwicklungsprozesse. "Ich brauche keine 'goldgeränderte' Lösung", sagte er. "Ich muss mit dem abschrecken und kämpfen, was ich habe, und beschaffen, was verfügbar ist und funktioniert - und das schnell."
Als Beispiele nannte er die schnelle Einführung von unbemannten Unterwasserfahrzeugen für die Überwachung der Ostsee und die Ausrüstung von Schiffen mit dem Flugabwehrsystem Iris-T. Auch der erfolgreiche Abschuss einer ballistischen Rakete mit 500 Kilometern Reichweite von einer Fregatte sei ein Beleg für diesen neuen, schnelleren Ansatz. Dieser habe von der Idee bis zum Test nur sechs Monate gebraucht.
Als Hauptgegner definierte Kaack klar Russland. Die Marine müsse aus dem Krieg in der Ukraine lernen, insbesondere was die Bedeutung von unbemannten Systemen angehe. Die Bedingungen für eine Erneuerung der Marine seien so günstig wie nie, erklärte Kaack. Er verwies auf die Unterstützung durch die Bundesregierung, die finanziellen Möglichkeiten und den Rückhalt in der Gesellschaft. "Diese günstigen Bedingungen erlegen der Marine einen klaren Auftrag auf: Wir müssen uns erneuern."
Quelle: ntv.de, lar/rts