Jürgen Klopp, der DFB und Red Bull: Nur Gewinner? Von wegen!

Jürgen Klopp, Bundestrainer in spe, holt vermutlich Red Bull mit ins Boot der Nationalmannschaft. Sieger gibt es in dieser Verbindung nur einen, und das ist sicherlich nicht der Deutsche Fußball-Bund.

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Jürgen Klopp, der DFB und Red Bull: Nur Gewinner? Von wegen!

Zunächst einmal: Es ist noch nichts spruchreif. Dieser Tage verhandeln die Spitzen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in New York mit Jürgen Klopp über dessen mögliche Anstellung als Bundestrainer der Nationalmannschaft. Nach Lage der Dinge spricht wenig bis gar nichts dagegen, dass es so kommen wird. Auch der Getränkeriese Red Bull dürfte eine tragende Rolle spielen, damit das DFB-Engagement von Klopp möglich wird.

Bei Red Bull steht Klopp seit knapp zwei Jahren unter Vertrag, auch wenn für Außenstehende – wie Klopp selbst zugibt – schwer ersichtlich ist, was der Bundestrainer in spe dort eigentlich macht.

Klopp äußerte den Wunsch, „dass es im Idealfall nur Gewinner bei der Geschichte gibt“. Und weiter: „Red Bull muss sauber aus der Nummer herauskommen.“

Bleibt Klopp Markenbotschafter?

Nun, so wie die Dinge stehen, kommt der Konzern mit dem Milliardenumsatz vermutlich sehr sauber aus dieser Nummer heraus. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass Red Bull zum großen Profiteur dieser vermeintlich verzwickten Vertragssituation werden könnte.

Zum einen löst sich vermutlich das sportlich bislang völlig wirkungslose Berater-Engagement von Jürgen Klopp in Wohlgefallen auf, und zum anderen könnte Red Bull künftig über Klopp für die reichweitenstarke Nationalmannschaft werben. Im Gespräch soll sein, dass Red Bull Klopp gerne ziehen lässt, ohne vom DFB dafür entlohnt zu werden, Klopp dafür im Gegenzug Markenbotschafter für die Österreicher bleiben darf.

Und der DFB? Sicher, er würde sich die Ablöse sparen. Auf der anderen Seite handelte sich der Verband dafür den Unmut der Fußball-Gemeinde ein.

Der Red-Bull-Konzern ist bei einem Großteil der Fans hierzulande schlecht beleumundet, weil er in Leipzig aus dem Nichts einen Top-Klub aus dem Boden stampfte und dementsprechend als Totengräber für den Traditionsklub mit all seiner Fankultur et cetera steht.

Die kategorische Ablehnung des Fußball-Konstrukts RB Leipzig in einer von Sponsoren dominierten Profifußballwelt mag überzogen und heuchlerisch sein, doch sie ist real. Die Fans von Leipzig bekommen diese Wut fast bei jedem Auswärtsspiel zu spüren.

Auch Jürgen Klopp erlitt durch Red Bull einen Imageverlust. Der 59-Jährige galt in Mainz, Dortmund und in Liverpool als eine Art Fußball-Messias, weil er die Fußballer besser machte und – mehr noch – die Fans emotional abholte. Mit seinem Red-Bull-Engagement vergraulte er viele seiner Anhänger.

Dass er Red Bull nun mit ins Nationalmannschafts-Boot holen möchte und dies voraussichtlich auch schafft, zeigt zweierlei: Erstens ist es Jürgen Klopp völlig egal, was der Volksmund über ihn denkt, Hauptsache, er erreicht seine Ziele. In dem Fall ein schnelles und reibungsfreies Engagement als Bundestrainer.

Zweitens agiert der DFB nach der verkorksten WM aus einer derartigen Position der Schwäche heraus, dass er sich von Klopp alles diktieren lässt, auch eine indirekte Partnerschaft mit einem Unternehmen, dem das Gros der Fans äußerst kritisch gegenübersteht.

Jürgen Klopp mag der richtige Bundestrainer für die deutsche Nationalmannschaft sein. Aber der Start für das wahrscheinliche DFB-Engagement des gebürtigen Schwaben hat in jedem Fall ein „Gschmäckle“.