Schiffsverkehr bricht ein: Iran kündigt Sperrzone an der Straße von Hormus an – „Jedes Schiff kommt auf die Sanktionsliste“
tzPolitikStand: 07.09.2026, 20:27 UhrKommentareUns auf Google folgenDie USA und Iran liefern sich an der Straße von Hormus einen offenen Schlagabtausch. Ein weiteres Land droht in den Konflikt hineingezogen zu ...
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Stand: 07.09.2026, 20:27 Uhr
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Die USA und Iran liefern sich an der Straße von Hormus einen offenen Schlagabtausch. Ein weiteres Land droht in den Konflikt hineingezogen zu werden.
Teheran – Früher passierten täglich mehr als 100 Schiffe die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt für Öl, Gas und Dünger. Heute sind es nach iranischen Angaben noch sieben oder acht. Was einst eine pulsierende Handelsroute war, gleicht inzwischen einem Niemandsland.

Irans Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, hat am 7. September 2026 in einem Interview mit dem staatlichen Rundfunk von einem bemerkenswerten Schritt gesprochen: „Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus ankündigen, die an der Blockadelinie der US-Marine beginnt und sich auf der anderen Seite in den Persischen Golf erstreckt“, sagte er laut ABC News. Die Konsequenz für Schiffe, die diese Zone mit der Absicht befahren, die Meerenge zu passieren: Sie landen auf einer iranischen Sanktionsliste – mit direkten Folgen für ihre Versicherung und künftige Durchfahrtsgenehmigungen.
Neue Anti-Schiffs-Rakete im Einsatz gegen US-Marine
Parallel dazu meldete Resai den erstmaligen Einsatz einer neuartigen, im Inland entwickelten Waffe gegen die US‑Marine. „Zum ersten Mal haben wir unsere Anti-Schiffs-Rakete über einem amerikanischen Kriegsschiff getestet. Diese spezielle Rakete hat den Amerikanern die Hölle bereitet, und sie sind geflohen“, zitiert ihn das iranische Staatsmedium Tabnak, das dem Teheraner Sicherheitsapparat nahesteht. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar; das US-Zentralkommando Centcom hat den Einsatz der neuen Waffe bislang weder bestätigt noch dementiert.
Vorausgegangen war eine weitere Eskalationsrunde: Iranische Revolutionsgarden feuerten ballistische Raketen auf zwei US‑Kriegsschiffe ab. Das US-Militär reagierte und griff drei iranische Öltanker an, die außer Betrieb gesetzt wurden. Schiffe, die mit ausgeschalteter Navigation versuchen, die Meerenge zu passieren, werden laut Resai „meist angegriffen“ – versenkt würden sie vorerst jedoch nicht, aus Rücksicht auf die Meeresumwelt.
Oman lehnte Irans Gebührenplan an der Straße von Hormus ab
Resai kündigte zudem an, Iran und Oman würden in Kürze ein Abkommen über einen von Teheran kontrollierten Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus unterzeichnen. Diese Darstellung steht im direkten Widerspruch zu einer Exklusivrecherche der New York Post vom 3. September 2026: Demnach hat Muskat Irans Vorschlag, gemeinsam Durchfahrtsgebühren zu erheben, bereits abgelehnt – auch freiwillige Gebühren für Umwelt- und Sicherheitsleistungen lehnte Oman ab. Ein hochrangiger Regionalbeamter sagte der New York Post, die Bedingungen eines möglichen Einnahmenteilungsmodells seien von Teheran selbst noch nicht einmal ausgearbeitet worden – der IRGC habe eine Einigung vorschnell verkündet. Hintergrund: US-Präsident Donald Trump hatte am 17. August 2026 damit gedroht, Oman zu bombardieren, sollte das Land einer faktischen Gebührenerhebung an der Meerenge zustimmen.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai richtete derweil eine scharfe Warnung an Südkorea, das laut mehreren koreanischen Medienberichten die Entsendung eines Kriegsschiffs sowie von Aufklärungsflugzeugen in die Region vorbereitet. „Jede operative Beteiligung oder jede weitere militärische Präsenz anderer Parteien im Persischen Golf und in der Straße von Hormus wird als direkte Unterstützung der angreifenden Partei betrachtet“, sagte Baghai. Eine offizielle Entscheidung Seouls steht noch aus – sowohl das südkoreanische Verteidigungs- als auch das Außenministerium teilten am 7. September 2026 mit, man stehe im engen Austausch mit der internationalen Gemeinschaft. (Quellen: dpa, Tabnak, ABC News, New York Post) (cgsc)