Immer ein Auge aufs Fünfauge: Kindergarten in Weidenhausen erhält Umweltpreis
StartseiteLokalesWitzenhausenStand: 26.07.2026, 12:48 UhrKommentareUns auf Google folgenSpielerisch und mit allen Sinnen lernen die Kinder beim Honigbienenprojekt des evangelischen Kindergartens in Weidenhausen...
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Stand: 26.07.2026, 12:48 Uhr
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Nicht nur während der Projektwoche, sondern das ganze Jahr über beschäftigen sich die Kinder des evangelischen Kindergartens Weidenhausen mit der Honigbiene.
Weidenhausen – Wer will fleißige Nachwuchsimker sehen, der muss zu den Kindergartenkindern der Gemeinde Meißner gehen. Denn im evangelischen Kindergarten Weidenhausen schnellen die Hände aufgeregt in die Höhe, sobald jemand eine Frage rund um die Honigbiene stellt. „Die Bienen sammeln von den Blumen Pollen“, erklärt die sechsjährige Klara: „Und manchmal geben sie den Pollen auch den Babys.“
Was Pollenhöschen sind und dass die Biene einen Rüssel, vier Flügel, sechs Beine und mit zwei Facetten- und drei kleineren Punktaugen insgesamt fünf Augen hat, wissen die Kinder genau. Spielerisch lernen die rund 90 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren dank des Honigbienenprojekts mit den Lernphasen „Die Honigbiene entdecken“, „Die Honigbiene und ihr Lebensraum“ und „Die Honigbiene und der Mensch“ alles rund um das fleißige Insekt. Dafür gab es in diesem Jahr sogar den Umweltpreis des Werra-Meißner-Kreises. In der Kategorie „Kindergärten und Schulen“ hat das Projekt den ersten Platz belegt.
Zwar gab es den Preis für das Projekt im Mai 2025, doch dank Erzieherin Brigitte Ludolf hat es bereits mehrfach stattgefunden und prägt den Kindergarten nicht nur während der Projektwoche, sondern das ganze Jahr über. Brigitte Ludolf ist selbst Hobby-Imkerin, bringt den Kindern der altersübergreifenden Gruppen die Faszination für das Insekt näher. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung stellt sie dafür Aufgaben, Spiele und Aktionen von der Suche nach den ersten Blüten nach dem Winter über das Basteln bis zum Blick durch die Facettenbrille zusammen.
Während der Projektwoche verwandelt sich der Flurbereich des Kindergartens in eine Mischung aus Ausstellungsraum, Plauderecke und Ort des Aktivwerdens. Dort waren die Kinder auch 2025 in Kleingruppen interessiert bei der Sache und konnten zum Abschluss dank eines kleinen Ablegerkastens ein Bienenvolk beim Kindergarten begrüßen.
Wie es darin aussieht, welche Aufgaben es gibt und, was es mit dem sechseckigen Bau der Waben auf sich hat, haben die Kinder gelernt. „Wie schlafen Bienen?“ oder „Was machen Bienen im Winter?“ seien nur einige der Fragen gewesen, die sie hatten, erinnert sich Brigitte Ludolf. „Ich versuche immer, die Fragen gemeinsam mit den Kindern zu beantworten“, erklärt sie. Dafür gab es viel zum Ausprobieren und Erfahren, vom Beobachten der Insekten bis zum Honigpressen. Thema waren die Bienen auch bei Ausflügen, beim Wasserbereitstellen für alle Insekten oder beim Pflanzen von Tomaten mit Blick auf die Bestäubung. „Mit Spaß lernt man“, weiß Brigitte Ludolf, die die Inhalte an das Alter der Kinder angepasst hat und jährlich neues Material gestaltet. Ein Ziel ist, dass die Kinder für einen respektvollen Umgang mit der Natur sensibilisiert werden.
Vom Effekt zeugen auch Rückmeldungen der Eltern. Ein Kind habe zuvor Angst vor allen Insekten gehabt, die herumschwirren. Die Eltern erzählten nach dem Projekt davon, dass es jetzt wisse, wie es sich zu verhalten habe, um nicht von einem Insekt gestochen zu werden. Die Angst sei weg. Dafür setzen die Kinder das Gelernte ein. Als ein anderes Elternteil von einer Biene gestochen wurde, war es das Kind, das wusste, dass der Stachel seitlich weggeschnipst anstatt zum Herausziehen gegriffen werden sollte. Oft stellten Eltern fest: „Die Kinder haben etwas erzählt, das wusste ich nicht.“
Über die kleinen Kuschelbienen für zu Hause hat sich die sechsjährige Amelia besonders gefreut. Einig sind sich die Kinder bei der Frage nach dem schönsten Erlebnis. Das war, „den Honig zu probieren!“ (Eden Sophie Rimbach)