Baerbock und Habeck hinterlassen Lücke – den Grünen gehen die Stars aus
KI-Stimme. InfoAnnalena Baerbock kommt fürs Erste nicht wieder. Die ehemalige grüne Außenministerin bleibt in New York, wo sie im Herbst anfangen wird, an der renommierten Columbia-Universität zu lehren. Die Na...
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KI-Stimme. Info
Annalena Baerbock kommt fürs Erste nicht wieder. Die ehemalige grüne Außenministerin bleibt in New York, wo sie im Herbst anfangen wird, an der renommierten Columbia-Universität zu lehren.

Die Nachricht vom neuen Job der 45-Jährigen hatte in dieser Woche für große Aufmerksamkeit und teils hektischen Betrieb in deutschen Kommentarspalten gesorgt – und das, obwohl Baerbock der Bundespolitik schon direkt nach der Bundestagswahl 2025 den Rücken gekehrt hatte.
Doch wenn es darum geht, wer im politischen Kosmos der Grünen zuverlässig für Schlagzeilen sorgt, ist Baerbock nach wie vor vorn dabei. Ein ähnliches Echo löst auch eineinhalb Jahre nach dem Ende der Scholz-Regierung nur Ex-Vizekanzler Robert Habeck aus.
Bei den aktiven Grünen sind Leute mit dieser öffentlichen Durchschlagskraft dagegen rar. Aber woran liegt das – und braucht die Partei sie überhaupt?
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Grüne kämpfen um Aufmerksamkeit in der Opposition
Seit ihrer Rückkehr auf die Oppositionsbank nach der vergangenen Bundestagswahl müssen die Grünen kämpfen um die Aufmerksamkeit von Medien, Bürgerinnen und Bürgern. Kein direkter Einfluss mehr auf das Handeln der Regierung, keine Entscheidungen in Ämtern – wie alle Oppositionsparteien kann die Partei nur darlegen, was sie anders machen würde.
Das wenige Rampenlicht, das angesichts dieser Lage auf die Grünen fällt, teilen sich gleich vier Personen: die Parteivorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak einerseits, die Fraktionschefinnen Katharina Dröge und Britta Haßelmann andererseits. Das Profil, das einst Baerbock und Habeck hatten, sagen selbst wohlmeinende Parteifreunde, hat in diesem Vierergespann niemand.
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Der Trend in den Umfragen geht sanft nach oben
Ob das ein Problem ist, darüber gehen die Meinungen in der Partei allerdings auseinander. Führende Grüne verweisen im Hintergrund auf die steigenden Umfragewerte der Partei: Von 11 bis 12 Prozent direkt nach der vergangenen Wahl sind die langsam wieder nach oben geklettert. Derzeit steht die Partei bei 14 bis 16 Prozent, und das auch ohne A-Promis.
Und ein Sommer, der die Folgen des Klimawandels drastisch deutlich gemacht hat, hat auch das Kernthema der Partei wieder mit Wucht auf die Agenda gesetzt. Nicht einmal Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kam nach der Rückkehr aus dem Urlaub um ein leidliches Bekenntnis zum Klimaschutz herum. Entsprechend bestätigt fühlt sich die Partei in ihrem Kurs, das Thema auch im vergangenen Jahr hochgehalten zu haben. Man habe viel dafür getan, ökologische Themen aus der „Defensive“ zu holen, sagte Banaszak am Donnerstag.
Er und Co-Parteichefin Brantner waren im Jahr nach der Bundestagswahl vor allem damit beschäftigt, die Partei zusammenzuhalten und zu verhindern, dass alte Flügelkämpfe wieder aufbrechen. Dazu kamen inhaltliche Differenzen, die in der Partei starke Spannungen auslösten. Brantner etwa hat viel Zeit damit zugebracht, mit verschiedenen Teilen der Partei eine Position zum Nahost-Konflikt zu finden, mit der alle Lager leben können.
Probleme, die Baerbock und Habeck in ihren stärksten Zeiten nicht hatten, wie auch Kritiker der aktuellen Parteiführung einräumen. „Robert und Annalena hatten die Partei so hinter sich, dass sie alle Kraft auf die Neuaufstellung und ein breiteres Ausgreifen in die Gesellschaft verwenden konnten“, erinnert sich jemand aus der Fraktion. Interne Kämpfe – mit der Basis und miteinander – kamen später. Brantner und Banaszak müssen darauf schon jetzt reagieren.
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Banaszak und Brantner: „Massenkompatibel“ genug?
Auch wenn in der Partei längst nicht alle zufrieden sind mit den aktuellen Umfragewerten, ist der Druck auf Brantner und Banaszak bislang aber begrenzt. Rivalen, die ihnen die Wiederwahl als Vorsitzende beim Parteitag im Herbst streitig machen könnten, sind bislang nicht in Sicht.
Doch spätestens, wenn es im nächsten und übernächsten Jahr um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2029 geht, wird auch eine Rolle spielen, welche persönliche Strahlkraft mögliche Kandidaten mitbringen. „Wahlen werden gerade jetzt über massenkompatible und charismatische Spitzenkandidaten gewonnen“, sagt ein Fraktionsmitglied. Ob diese Beschreibung auf Brantner oder Banaszak passt, daran gibt es Zweifel.
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Dabei gibt es Grüne, denen viele in der Partei zutrauen, auch Menschen jenseits der eigenen Anhängerschaft anzusprechen. Cem Özdemir etwa, der mit einem passgenau auf sich zugeschnittenen Wahlkampf die Landtagswahl in Baden-Württemberg wider Erwarten gewonnen hat, und weit über das Bundesland hinaus hohe Beliebtheitswerte hat. Oder Ex-Parteichefin Ricarda Lang, die ihre Beinfreiheit als einfache Abgeordnete nutzt, um sich klarer zu äußern als früher, und die gezielt auch Formate sucht, die nicht die grüne Kernwählerschaft ansprechen.
Oder eben doch einer, der sich aus der deutschen Politik verabschiedet zu haben schien: Robert Habeck. Der ehemalige Wirtschaftsminister, der nach dem Ende der grünen Regierungsbeteiligung für verschiedene Engagements an Universitäten ins Ausland gegangen war, ist zuletzt wieder öfter in Deutschland präsent. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern absolviert er Wahlkampf-Auftritte für die Partei, im Herbst geht er auf Lesetour mit einem neuen Buch über Sicherheitspolitik im schmelzenden Eis der Arktis. Manche in der Partei halten einen Comeback-Versuch für denkbar. Sollte Habeck sich dafür entscheiden, wäre ihm die nötige Aufmerksamkeit wohl sicher.