Studie: Erst ab der Pubertät werden Männer als lustiger als Frauen empfunden

Die deprimierendsten wissenschaftlichen Studien sind immer jene, die sich mit Humor befassen. Warum? Weil es natürlich stimmt, was der US-amerikanische Kinderbuchautor E. B. White einst meinte: „Humor zu analys...

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Studie: Erst ab der Pubertät werden Männer als lustiger als Frauen empfunden

Die deprimierendsten wissenschaftlichen Studien sind immer jene, die sich mit Humor befassen. Warum? Weil es natürlich stimmt, was der US-amerikanische Kinderbuchautor E. B. White einst meinte: „Humor zu analysieren, das ist wie einen Frosch auseinanderzunehmen. Ein paar Leute mag es interessieren – aber der Frosch stirbt dabei.“

Wagen wir dennoch einen Sezier-Versuch: Wie eine aktuelle, wenn auch erschreckend unlustige Studie des Psychologischen Instituts der Uni Zürich über die „Auswirkungen von Geschlechter- und Geschlechterstereotypen“ auf die „Wahrnehmung und Produktion von Humor durch Schüler in Westeuropa“ nahelegt, halten zumindest Kinder Männer und Frauen noch für ungefähr gleich lustig. Die Annahme, Männer seien lustiger als Frauen, setze sich erst ab der Geschlechtsreife durch. Doch stimmt diese These auch oder handelt es sich hierbei nur um einen weiteren Akt männlicher Unterdrückung?!

„Hör auf, wir haben schon Schmerzen!“

Tatsächlich sind Frauen als Komikerinnen erst ab dem 17. Jahrhundert bekannt und selbst noch Phyllis Diller (1917–2012), eine der ersten erfolgreichen weiblichen US-Comedians, erzählte mal, bei ihrem ersten Auftritt (in einem Veteranenheim nach dem Krieg), da hätten die Männer im Publikum sie noch angeschrien: „Hör auf, wir haben schon Schmerzen!“ Wer sich über den patriarchal geprägten deutschen Humor der Siebziger- und Achtzigerjahre informieren will, der schaut sich dieser Tage im Kino am besten die Doku „Was haben wir gelacht“ an. Da werden sie auch noch mal hübsch zusammengefasst, die machistischen Späße alter Fernsehgrößen, von Carrell über Gottschalk, Kulenkampff bis Thoelke. Heute freilich ist deutlich mehr Ina Müller, Ikkimel und Filiz Tasdan als früher, wobei der Blick auf die aktuellen Comedian-Stars (4 Feinde, Chris Tall, Falsch, aber lustig) jetzt auch nicht durchgehend weiblich bestimmt ist.

Doch warum spielt das Geschlecht von Humoristen ab der Pubertät überhaupt eine Rolle? Als die Deutsche Presse-Agentur kürzlich über eine Studie der University of Western Australia berichtete, welche sich mit dem Zusammenhang von Penisgrößen und Anziehungskraft befasste (die Studie hatte weltweit, wie man heute so sagt, eine riesen Reichweite), da relativierte die dort befragte Sexualmedizinerin: Viel wichtiger als die Penisgröße seien für die Partnerwahl andere Faktoren. Zum Beispiel: der männliche Humor.

Dass sich die Männer seit Jahrtausenden witzetechnisch also so sehr, und oft recht peinlich ins Zeug legen, das hängt auch damit zusammen, dass es sich hier um eine Art „Fitnessindikator“ handelt. Also etwas, dem im Tierreich zum Beispiel buntes Gefieder entspricht, wie jüngst die Psychologin Tabea Scheel vom „Deutschen Institut für Humor“ (was es alles gibt!) im Deutschlandfunk erklärte. Kinder interessiert das, wie die Zürcher Psychologen herausgefunden haben, noch wenig. Die lachen über fast jeden Witz, der einigermaßen gut ist. Ab der Pubertät aber wird’s schon interessant, wer da einen Witz macht. Witzige Männer könnten für eine Partnerwahl deutlich interessanter sein als etwa jene, die sich im Fußballstadion auf Siegerfotos drängen, auf die Größe von Körperteilen achten oder Frösche töten.