Historischer Erfolg: Deutsche Hockey-Herren sind erneut Weltmeister
KI-Stimme. InfoDie deutschen WM-Helden fielen sich erleichtert in die Arme, Bundestrainer André Henning herzte nach dem historischen Nervenkrimi sichtlich ergriffen einen nach dem anderen. Dreieinhalb Jahre nac...
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KI-Stimme. Info
Die deutschen WM-Helden fielen sich erleichtert in die Arme, Bundestrainer André Henning herzte nach dem historischen Nervenkrimi sichtlich ergriffen einen nach dem anderen. Dreieinhalb Jahre nach dem Coup von Bhubaneswar krönten sich die deutschen Hockey-Männer mit einem 1:0 (0:0) gegen Spanien im belgischen Wavre abermals zum Weltmeister und zogen mit dem vierten WM-Triumph mit Rekordsieger Pakistan gleich. „Unglaublich, es war so sackanstrengend. Wir haben als Team diese Scheiße geholt“, sagte der emotionale Matchwinner Michel Struthoff, der mit dem goldenen Treffer (44.) nach dem Titeldoppelschlag von 2002 und 2006 den zweiten Back-to-Back-Erfolg Deutschlands perfekt gemacht hatte – zweimal den WM-Titel zu verteidigen, war bei den Männern zuvor noch keiner Nation gelungen.
„Das ist eine Traumreise“, sagte der Velberter Henning zum erneuten Triumph der Mannschaft, die das Finale der Olympischen Spiele 2024 in Paris erst nach Penaltyschießen gegen die Niederlande verloren hatte. „Dass diese Mannschaft so performt und alles mitbringt: Verteidigen, tolle Tore, Mentalität und Reinhalten. Das beeindruckt mich so krass. Das ist Glück pur.“ Henning ist auch der aktuell erfolgreichste deutsche Bundestrainer nach zwei WM-Titel und einem EM-Erfolg (2025). „Ich muss mich erst einmal sortieren, um das hier gerade einzuordnen. Das beeindruckt mich wirklich so krass.“
Die Spanier schlossen das Turnier mit ihrer ersten WM-Medaille seit Bronze im Jahr 2006 ab, zum Sieg reichte es dieses Mal aber nicht. In der Zwischenrunde hatte das Team von Trainer Max Caldas der deutschen Mannschaft um Kapitän Tom Grambusch die einzige Niederlage (1:2) im Turnierverlauf zugefügt. Auch den Gold-Traum von Olympiasieger Niederlande, der im Spiel um Bronze Argentinien (1:2) unterlag, hatten die Spanier im Halbfinale platzen lassen. Doch im Finale gelang nun der deutschen Mannschaft vor 10.000 Zuschauern im belgischen Wavre die Revanche.
Danneberg hält alles

Weltmeistermacher Michel Struthoff bejubelt sein Tor.© afp | Waem
Trainer Henning hatte sich vom Finaleinzug des unbequemen Gegners nicht überrascht gezeigt und prophezeit: „Das wird richtig eklig.“ Doch das DHB-Team, das mit dem Weltmeisterkader von 2023 nicht mehr viel gemein hat, hatte auf das Endspiel gebrannt und war nach dem Willenssieg im Halbfinale gegen Argentinien (2:1) mit Selbstvertrauen in das erneute Duell gestartet. Am Ende werde es „auch eine mentale Frage sein“, hatte Kapitän Tom Grambusch, der bereits beim vergangenen Triumph 2023 in Indien dabeigewesen war, betont: „Wir werden jedenfalls alles reinlegen.“
Das Team ließ den Worten seines Kapitäns Taten folgen und machte in der Belfius Hockey Arena von Beginn an Druck. Hugo von Montgelas holte nach nicht einmal zwei Minuten die erste Strafecke heraus, doch Benedikt Schwarzhaupt scheiterte an Torhüter Luis Calzado. Wenige Minuten später konnte Torjäger Justus Weigand (9.) das Zuspiel von Hannes Müller nach einem Konter nicht gefährlich auf das spanische Tor bringen. Hinten verteidigte die deutsche Mannschaft leidenschaftlich und kam immer wieder in Kontersituationen, die sie aber nicht nutzen konnte. Nach dem Seitenwechsel kam das Team des Deutschen Hockey-Bundes zunächst kaum gefährlich in die Hälfte des Weltranglisten-Sechsten, der erstmals seit 1998 wieder im WM-Finale stand. Spanien kam nun häufiger in den Schusskreis, doch DHB-Keeper Jean Danneberg, später zum besten Torhüter des Turniers gewählt, zeigte sich hellwach und hielt sein Team mit starken Paraden im Spiel: Kapitän Marc Miralles (40.) verpasste Spaniens Führung nur knapp und setzte eine Strafecke haarscharf neben das deutsche Tor. Mit der ersten DHB-Gelegenheit der zweiten Hälfte sorgte Struthoff dann für großen Jubel in der Hockey-Arena in Wavre. Nach einer Vorlage von Paul-Philipp Kaufmann umkurvte der Kölner den spanischen Torwart und schloss mit dem erlösenden Führungstreffer ab.
„Die letzten 10 Minuten haben sich angefühlt wie 1 Stunde“, sagte Justus Weigand, am Freitagabend im Halbfinale gegen Argentinien Torschütze. „Wenn dann der Pfiff ertönt, fällt einfach alles ab.“ Für WM-Debütant Hugo von Montgelas, einer der Aufsteiger des Turniers, waren das „die anstrengendsten 60 Minuten meines Lebens. Ich kann mich nicht richtig freuen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass wir das schaffen. Wie wir die wegverteidigt haben – jetzt sind wir Weltmeister!“ sid/dpa