Grüner Daumen trotz Hitze: Mitglieder vom Kleingärtnerverein Schilflache in Dietzenbach geben Tipps
StartseiteRegionDietzenbachStand: 15.07.2026, 06:00 UhrKommentareUns auf Google folgenBeim Sommerfest diskutieren die Mitglieder des Kleingärtnervereins Schilflache auch über die Folgen der anhaltenden Hitze. ©...
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Stand: 15.07.2026, 06:00 Uhr
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Georg Zmuda bewirtschaftet seinen Garten in Dietzenbach seit drei Jahrzehnten. Er sammelt Regenwasser in mehreren Tonnen und empfiehlt, morgens zu gießen.
Dietzenbach – Die Sonne strahlt über dem Vereinsgelände der Kleingärtner Schilflache „Am Stiergraben“. Für ihr Sommerfest haben die Mitglieder Schlagermusik, Hüpfburgen und Kinderschminken organisiert. Während Kinder sich schminken lassen und auf den Hüpfburgen die Leichtigkeit genießen, beschäftigt die Kleingärtner ein erstes Thema: der Umgang mit der zunehmenden Hitze und Trockenheit. Die Folgen spüren sie unmittelbar in ihren Parzellen.
Was die tagelang anhaltende Hitze anrichten kann, zeigt Georg Zmuda. Einige seiner Tomaten sind aufgrund der Sonneneinstrahlung an den Spitzen verbrannt und schwarz geworden. So etwas habe er noch nie erlebt, sagt Zmuda. Seit 30 Jahren bewirtschaftet er seinen Garten. Acht Stunden verbringt der Rentner täglich zwischen Gemüsebeeten und Obstbäumen. „Es gibt immer etwas zu tun.“ In diesem Jahr wachsen bei ihm unter anderem Tomaten, Karotten, Salat, Kohlrabi, Gurken sowie Apfel- und Zwetschgenbäume.
Noch kommt Zmuda mit seinen Wasservorräten aus. Bis zu 4.200 Liter Regenwasser sammelt er in mehreren Regentonnen. Doch dieser Vorrat ist endlich. Sein Rat an andere Gärtner: „Möglichst Regenwasser sammeln und gezielt einsetzen.“ Besonders sinnvoll sei das Gießen in den frühen Morgenstunden, wenn der Boden noch kühl ist. So verdunste weniger Wasser und die Pflanzen könnten die Feuchtigkeit besser aufnehmen. Kohlrabi und Buschbohnen kommen Zmudas Erfahrung nach mit Hitze vergleichsweise gut zurecht. Wer gerade erst mit dem Gärtnern beginnt, könne mit Tomaten starten. „Sie sind eigentlich recht pflegeleicht.“
Kleingärtner aus Dietzenbach geben Tipps bei Hitze: Boden mulchen und regelmäßig lockern
Mindestens genauso wichtig wie das richtige Gießen ist für die Kleingärtner die Pflege des Bodens. Kleingärtnerin Jenny Reichenberger setzt dabei auf Prinzipien der „Permakultur“. Dahinter steckt die Idee, Pflanzen so miteinander zu kombinieren, dass sie einander unterstützen und der Boden möglichst dauerhaft bedeckt bleibt. Dadurch erwärme sich die Erde weniger stark und trockne langsamer aus. Zusätzlich empfiehlt sie, Beete regelmäßig zu mulchen, etwa mit Rasenschnitt oder anderem Grünschnitt. Die Mulchschicht schütze den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung, reduziere die Verdunstung und fördere das Bodenleben. Ebenso wichtig sei es, die Erde regelmäßig zu lockern. So versickere Regenwasser besser, anstatt oberflächlich abzufließen.
Eine weitere Folge der Klimaveränderung: Dominierten früher eher klassische Gemüsesorten, gedeihen inzwischen Kulturen, die man lange Zeit eher aus südlichen Regionen kannte. Im Garten des Vereinsvorsitzenden Axel Reichenberger, wachsen sogar Wassermelonen. Auch Feigenbäume und Weintrauben entwickeln sich inzwischen erstaunlich gut, sagt er.
Herausfordernd für den Verein sind aber nicht nur die heißen Sommer. Die Kleingärtner stehen vor einem Generationenwechsel. Viele der Mitglieder, der Verein zählt 72 Kleingärtner und zwölf passive Mitglieder, sind schon älter, einige mussten ihre Gärten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Daher suchte der Verein nach Zuwachs und will Gelegenheiten wie das Sommerfest nutzen, um für sich zu werben. (Joline Kochhafen)