GoPro: YouTuber ist jetzt größter Aktionär, Aktienkurs macht Satz um 50 Prozent

Ein 37-jähriger YouTuber ist jetzt der größte Anteilseigner des Kameraherstellers GoPro und dessen Aktienkurs hat in der Folge fast 50 Prozent zugelegt. Mark Fischbach – auf YouTube aktiv als „Markiplier“ – häl...

  • 2 min read
GoPro: YouTuber ist jetzt größter Aktionär, Aktienkurs macht Satz um 50 Prozent

Ein 37-jähriger YouTuber ist jetzt der größte Anteilseigner des Kameraherstellers GoPro und dessen Aktienkurs hat in der Folge fast 50 Prozent zugelegt. Mark Fischbach – auf YouTube aktiv als „Markiplier“ – hält seit wenigen Tagen 8,5 Prozent der GoPro-Aktien, weil er den Hersteller für deutlich unterbewertet hält, hat er Bloomberg erzählt: „Ich will, dass das Unternehmen Erfolg hat.“ GoPro selbst hatte das Investment von Fischbach vorige Woche in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht publik gemacht, die Kursrallye erfolgte aber erst am gestrigen Montag. Mit einem Preis von 0,88 US-Dollar pro Anteil liegt der Kurs aber weiterhin deutlich unter dem Höchststand von 93,85 US-Dollar aus dem Jahr 2014.

GoPro in Schwierigkeiten

Erst Anfang Juni hat GoPro gegenüber der SEC erhebliche Zweifel am eigenen Fortbestand eingestanden und angekündigt, dass möglicherweise bestimmte Kreditauflagen nicht eingehalten werden könnten. Im Jahresvergleich war der Umsatz im ersten Quartal um 26 Prozent auf 99 Millionen US-Dollar zurückgegangen, der Kameraabsatz sackte um 29 Prozent ab. Das habe „Markiplier“ aber nicht abgeschreckt, versichert er gegenüber Bloomberg. Stattdessen bezeichnet der Filmemacher sein Vorgehen als Teil einer größeren Mission, um das Filmemachen zugänglicher zu machen. Investiert hat er demnach auch in Strada, das Unternehmen bietet Werkzeuge zum Austausch großer Dateien an.

Mitverantwortlich für die Krise bei GoPro ist die angespannte Situation auf dem Speichermarkt. Zum einen drücken die enorm gestiegenen Preise auf die Marge, hat das Unternehmen im Juni erklärt. Zum anderen ist aber auch die geringe Verfügbarkeit der Komponenten ein immer größeres Problem. Speicherlieferanten hatten im April Produktionskürzungen für den in GoPro-Produkten verwendeten Speicher angekündigt, weshalb der Kamerahersteller die Absatzprognosen für bestimmte Produkte senkte. Die Probleme haben aber lange vor der aktuellen Speicherkrise begonnen, das Unternehmen kämpft seit Jahren mit sinkender Nachfrage. GoPro hat deshalb auch einen möglichen Verkauf oder eine Fusion geprüft.

Fischbach hat Bloomberg nun erzählt, dass er im April eine Messe in Las Vegas besucht hat, um einen Blick auf die nächste Kamera von GoPro zu erhaschen. Der sei ihm dort aber verwehrt worden. Daraufhin habe er versucht, GoPro als Sponsor für seinen YouTube-Kanal zu gewinnen und im Hintergrund angefangen, Aktien zu kaufen. Vor wenigen Tagen hat er in einem Video dann die neue GoPro Mission 1 ILS beworben und mit einem zehnmal so teuren Konkurrenten verglichen. Ob er damit und mit seinem Einstieg bei GoPro tatsächlich eine Kehrtwende beim Börsenkurs des Unternehmens eingeleitet hat, muss sich noch zeigen. Auch nach dem Kurssprung von Montag steht der Kurs noch immer 40 Prozent unter dem vom Jahresanfang.

Lesen Sie auch

(mho)