Funkloch an beliebtem See in Oberbayern: 47-Meter-Mast erleichtert Kartenzahlung bei Maut und Parkgebühren
StartseiteLokalesBad TölzJachenauStand: 04.09.2026, 19:05 UhrKommentareUns auf Google folgenRund um den Walchensee entstehen Sendemasten für eine bessere Mobilfunkabdeckung. Diesen hier errichtete die Telekom v...
- 3 min read
Stand: 04.09.2026, 19:05 Uhr
Kommentare

Am Walchensee soll ein neuer Mobilfunkmast entstehen. Der bisherige Mini-Mast der Staatsforsten sorgt nicht immer für eine stabile Internetverbindung.
Jachenau – Die Mobilfunkabdeckung am Walchensee soll besser werden. Dieses Ziel verfolgen Anbieter wie die Telekom mit dem Bau neuer Masten an eher abgelegenen Standorten. Dem Jachenauer Gemeinderat lag in seiner jüngsten Sitzung ein Antrag auf einen weiteren Mobilfunkmast im Bereich Niedernach vor. Auch wenn sich gewisse Zweifel regten, stimmte das Gremium letztlich zu.
Mobilfunkmast am Walchensee geplant
„Für uns ist das sowieso nur zur Kenntnisnahme“, stellte Gemeinderat Sepp Orterer fest. Tatsächlich ist das Mitspracherecht der Gemeinde in so einem Fall begrenzt. Der Gemeinderat kann zwar seine Zustimmung verweigern, aber da es sich um privilegierte Bauvorhaben handelt, müsste das Landratsamt dann das gemeindliche Einvernehmen ersetzen und die Baugenehmigung trotzdem erteilen. Anders als bei früheren Fällen stieg der Gemeinderat daher in keine große Diskussion mehr ein.
Wie Rathausgeschäftsführer Felix Kellner berichtete, ist ein 47 Meter hoher Mast geplant, „von der Bauart her genauso wie der Mast in Einsiedl“, wie er sagte. Der Standort befindet sich in der Nähe des Ausgangs des Rißbachstollens, also ein Stück vom südöstlichen Zipfel des Walchensees entfernt.
Einführung von Handy-Parken denkbar
„Da stört er ja keinen“, meinte Sepp Orterer. Klaus Rauchenberger reagierte da skeptischer. „Nur 300 Meter weiter ist doch der Funkmast der Staatsforsten.“ Tatsächlich betreibt der Forstbetrieb in dem Bereich einen eigenen kleinen Mast, um den nötigen Handyempfang für die Kartenzahlung an der Niedernacher Mautstation herzustellen. Allerdings: Diese Internetverbindung erweist sich nicht immer als stabil genug, wie der Chef des Tölzer Forstbetriebs, Robert Krebs, im Sommer im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet hatte. Die Folge: „Ab und zu kommt es dort zu Störungen bei der Kartenzahlung“, sagte Krebs. Der neue Sendemast, für den die Planungen zu jenem Zeitpunkt bereits liefen, könne „für eine stabile Internetverbindung sorgen und unseren eigenen Mini-Mast entbehrlich machen“.
Auch die Jachenauer Gemeinderäte sahen durchaus Vorteile in dem geplanten Mast. „Dort ist ein Funkloch“, sagte Bürgermeister Sepp Danner. Bei besserer Abdeckung würde auch die Kartenzahlung bei den gemeindlichen Parkautomaten am Südufer besser funktionieren. Mit einer guten Internetverbindung sei sogar die Einführung von Handy-Parken denkbar, ergänzte Rathausgeschäftsleiter Felix Kellner. „So kämen wir mehr weg vom Bargeld.“ Die Münzbehälter der Parkautomaten zu leeren, bedeutet für die Gemeinde einen beträchtlichen Aufwand. Kellner wusste auch zu berichten, dass manche Nutzer von Mietwägen in dem Gebiet Probleme hätten. „Wenn ihre App dort nicht funktioniert, bekommen sie ihr Auto nicht mehr auf.“
Mast leuchtet unfallträchtigen Bereich aus
Gemeinderat Jost Gudleius fand, dass der Standort „auch feuerwehrtechnisch nicht schlecht ist, weil er genau den unfallträchtigen Bereich ausleuchtet“. Allein Rauchenberger blieb bei seiner skeptischen Haltung. Er erinnerte an die langen Diskussionen um einen geplanten Mobilfunkmast am Fischberg. „Da war am Ende alles genehmigt, es gab sogar einen landschaftspflegerischen Begleitplan, aber er wurde nie gebaut. Ich halte das alles für sehr fragwürdig.“ Am Rißbachstollen dagegen laufen offenbar bereits die Vorbereitungen für den Bau, wie Bürgermeister Danner und Gemeinderat Georg Riesch beobachtet hatten.
In einem zweiten Schritt stimmte der Gemeinderat noch einer weiteren Voraussetzung für den Bau zu: der wasserrechtlichen Genehmigung zur Verlegung eines Niederspannungskabels zum Mast. Diese Erlaubnis ist nötig, weil die Maßnahme bis 60 Meter an das Gewässer heranreicht.