Frankfurt schließt Zeltlager für Obdachlose – vier neue Unterkünfte geplant
StartseiteFrankfurtStand: 23.07.2026, 17:45 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Zelte mit den Feldbetten für Obdachlose in der Eschenheimer Anlage werden demnächst wieder abgebaut. © Monika MüllerDie Stadt Fr...
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Stand: 23.07.2026, 17:45 Uhr
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Die Stadt Frankfurt will ab August ihre Zeltunterkunft für Obdachlose schrittweise abbauen. Stattdessen sollen vier feste Immobilien bis zu 150 Schlafplätze bieten – wo genau, ist noch offen.
Noch immer stehen die fünf großen weißen Zelte mit dem Logo der Malteser im Schatten der Bäume auf der Wiese in der Eschenheimer Anlage hinter dem Frankfurter Hotel Hilton. Dicht an dicht sind darin jeweils 20 Feldbetten aufgebaut, die seit Ende Juni jede Nacht von bis zu 100 Obdachlosen als provisorische Schlafstätten genutzt werden. Doch damit soll ab August nun schon wieder Schluss sein. Bis dahin will die Stadt Frankfurt vier feste Unterkünfte als Notschlafmöglichkeiten für Menschen ohne Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen. Wann und wo genau sie das plant, lässt sie allerdings noch offen.
„Die Gespräche mit den Trägern befinden sich in der Endphase“, teilt Christian Rupp, Pressesprecher des Dezernats für Soziales und Gesundheit der Stadt auf FR-Anfrage mit. Konkreteres dazu könne er aber erst voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche sagen. Fest stünde jedoch schon, dass es sich bei den Unterkünften um vier kleinere, unterschiedliche Immobilien handele, in denen die Obdachlosen künftig unterkommen könnten. Insgesamt würden dort dann bis zu 150 Schlafplätze zur Verfügung stehen – also 50 mehr als bislang in den Zelten.
Verteilte Lösung zeichnet sich ab
Ursprünglich hatte die Stadt eine gemeinsame Unterkunft für alle Obdachlosen angestrebt. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. „Immobilienbesitzer zu finden, die sich bereit erklären, so vielen wohnungslosen Menschen in einem Haus Unterschlupf zu gewähren, scheint leider unmöglich zu sein“, erklärt Rupp. Umso zufriedener sei man deshalb, dass sich nun eine verteilte Lösung abzeichne. Wo genau die Obdachlosen dann künftig hin könnten, würde ihnen bald kommuniziert. Um zu den Übernachtungsplätzen zu gelangen, denke die Stadt auch über einen Shuttleservice nach.
Diese Aussage legt die Vermutung nahe, dass die Unterkünfte nicht ganz so zentrumsnah liegen werden wie die bisherigen Zelte in der Eschenheimer Anlage. Was im Hinblick auf die Annahme des neuen Angebots durchaus zum Problem werden könnte, denn die meisten obdachlosen Menschen haben ihren Lebensmittelpunkt im Innenstadtbereich. Sicherlich auch deshalb werden die Schlafplätze in den Zelten nach wie vor gut angenommen.
Rückbau der Zelte ab August geplant
„Sie werden ja auch nicht von heute auf morgen verschwinden, sondern es wird einen fließenden Übergang geben“, sagt Rupp. Sobald die ersten Betten zur Verfügung stünden, würden die Zelte nach und nach abgebaut. Geplant sei ein Rückbau ab August. Damit hätten die Obdachlosen auch ausreichend Zeit, sich an einen weiteren Umzug zu gewöhnen.
Nach Angaben der Stadt leben in Frankfurt zurzeit zwischen 200 und 300 Menschen auf der Straße. Mehr als die Hälfte von ihnen wird künftig die Möglichkeit haben, „in einem richtigen Bett zu schlafen“, verspricht Rupp.
Das Zeltlager für rund 100 obdachlose Menschen war vom Sozialdezernat erst Ende Juni als Übergangslösung errichtet worden, nachdem die seit 2018 vom Frankfurter Verein für soziale Heimstätten als Notunterkunft angemietete Fläche in der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor geschlossen werden musste. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hatte als Eigentümerin der Immobilie den Mietvertrag wegen unzureichendem Brandschutz gekündigt, weshalb das Objekt umgehend geräumt wurde. Stattdessen stehen den Obdachlosen zum Übernachten seither die Zelte in der benachbarten Grünanlage zur Verfügung.