FPÖ fordert Absiedlung des Suchtzentrums Jedmayer

Von Franziska TrautmannVor dem Eingang des Suchtzentrums Jedmayer am Gumpendorfer Gürtel herrscht reger Betrieb. Menschen kommen und gehen, wenige Meter entfernt warten Fahrgäste auf die Straßenbahn. Während vo...

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FPÖ fordert Absiedlung des Suchtzentrums Jedmayer

Von Franziska Trautmann

Vor dem Eingang des Suchtzentrums Jedmayer am Gumpendorfer Gürtel herrscht reger Betrieb. Menschen kommen und gehen, wenige Meter entfernt warten Fahrgäste auf die Straßenbahn. Während vor dem Zentrum der Alltag seinen Lauf nimmt, flammt die politische Debatte um die Einrichtung erneut auf. Allen voran: die FPÖ.

Die Freiheitlichen kritisieren seit Jahren, dass das Jedmayer am derzeitigen Standort mitten in einem Wohngebiet, in unmittelbarer Nähe zu Schulen, Parks und einer stark frequentierten Verkehrsverbindung, unpassend angesiedelt ist. „Die SPÖ und die Stadtregierung müssen sich eingestehen, dass das Jedmayer auf dem falschen Platz gebaut wurde“, sagt der Bezirksparteiobmann der FPÖ-Mariahilf, Leo Lugner.

Jedmayer an den Stadtrand

Die Einrichtung, in der unter anderem medizinische Betreuung, Beratung und Spritzentausch angeboten werden, ziehe zahlreiche suchtkranke Menschen in ein dicht bewohntes Grätzl. Die FPÖ fordert daher eine Absiedelung des Jedmayer an den Stadtrand, etwa in ein Gewerbegebiet. 

Dort, so die Argumentation der Partei, könnte eine größere Einrichtung mit mehr Platz und Freiflächen entstehen. Dadurch könnten auch soziale Kontakte und Aufenthaltsmöglichkeiten im Suchtzentrum selbst angeboten werden, statt im öffentlichen Raum. Wo genau ein neuer Standort entstehen könnte, wisse die Partei noch nicht. „Wien ist aber sehr groß, da lässt sich etwas finden“, so Lugner. 

Andere Maßnahmen würden das Problem laut Lugner nicht lösen. Zu den jüngsten gehören die Nachtsperre und eine Schutzzone rund um den ein paar Meter entfernten Fritz-Imhoff-Park. Dort hielten sich öfters Suchtkranke auf. „Die Maßnahme funktioniert dort auch gut, verlagert aber das Problem“, so Lugner. Als Beispiel nennt er den Minna-Lachs-Park, ebenfalls nur ein paar Meter vom Suchtzentrum entfernt. 

Die Situation soll sich laut dem FPÖ-Klubobmann aus dem 15. Bezirk, Manfred Dvorak, auch auf die andere Seite des Gürtels, in seinen Bezirk, verlagert haben. „Ich bekomme immer wieder Beschwerden.“

Videoüberwachung gescheitert

Sorgen und Anregungen konnten zumindest Anrainer aus Mariahilf im Rahmen einer Bürgerversammlung Anfang Juni kundtun. Medien waren von diesem Termin ausgeschlossen, Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) sprach am Tag darauf aber von einem „sachlichen und konstruktiven “ Verlauf.

Eine geplante Maßnahme, die aber an den Bezirksräten selbst scheiterte, wäre eine Videoüberwachung bei der U6-Station Gumpendorfer Straße. Mitte Juni brachte die ÖVP eine entsprechende Resolution ein. Zugestimmt haben sowohl FPÖ als auch SPÖ, gescheitert ist es schlussendlich aber an zu wenigen Stimmen.

Drei Bezirksräte der SPÖ und einer der FPÖ fehlten, ansonsten hätte es eine Mehrheit dafür geben können. Laut Lugner wolle man dieses Vorhaben aber nachholen. „Im Herbst stimmen wir noch einmal ab, da klappt es hoffentlich.“

kurier.at  |  16.07.2026, 17:56