Fast totale Mondfinsternis am Freitag
Morgen Früh wird der Mond nach und nach in den Schatten der Erde eintauchen – nicht zur Gänze, aber zu rund 93 Prozent. Es kommt zu einer fast totalen Mondfinsternis, die man besonders gut im Westen Österreichs beobachten kann.
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Früh aufstehen
Morgen Früh wird der Mond nach und nach in den Schatten der Erde eintauchen – nicht zur Gänze, aber zu rund 93 Prozent. Es kommt zu einer fast totalen Mondfinsternis, die man besonders gut im Westen Österreichs beobachten kann.
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Wer an Himmelsereignissen interessiert ist und morgen früh den Wecker stellt, wird belohnt: Gegen halb fünf Uhr morgens geht es los, der Mond wird dann langsam vom Kernschatten der Erde bedeckt. Die Erde schiebt sich dabei fast genau zwischen Sonne und Mond – das Sonnenlicht, das den Erdtrabanten normalerweise hell erstrahlen lässt, wird von ihr abgeblockt.
Der Höhepunkt der partiellen Mondfinsternis findet österreichweit um 6.13 Uhr statt – dann werden rund 93 Prozent der Mondfläche im Kernschatten der Erde liegen. „Es bleibt also oben am Mond noch ein kleiner, hell beleuchteter Teil übrig“, erklärt Alexander Pikhard, der Präsident der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA), im Gespräch mit ORF Wissen.
Je weiter westlich, desto besser
Ob man das Maximum der Mondfinsternis auch wirklich sehen kann, hängt morgen Früh aber stark vom Standort ab. Im Osten Österreichs, etwa in Wien, geht der Mond bereits gegen 6.07 Uhr unter – also noch vor dem eigentlichen Höhepunkt der Mondfinsternis.
Im Westen Österreichs sieht es hingegen etwas besser aus: „In Bregenz dämmert es rund zwanzig Minuten später“, so Pikhard. Seine Faustregel lautet also: je weiter westlich, desto besser und länger ist die Mondfinsternis zu sehen.
Farbenspiel am Himmel
Das frühe Aufstehen lohne sich aber auch im Osten Österreichs, so Pikhard. Denn auch schon vor dem eigentlichen Höhepunkt wird sich am Himmel etwas tun: Mit der vor Kurzem stattgefundenen Sonnenfinsternis sei das morgige Ereignis zwar nicht wirklich vergleichbar – der Mond wird nicht wie die Sonne hinter einem anderen Himmelskörper verschwinden – er wird sich beim Eintritt in den Erdschatten aber nach und nach verfärben.
„Der Mond wird zuerst ein bisschen grau, wenn die Erde die Sonne vom Mond aus gesehen teilweise verdeckt. Und wenn dann die Bedeckung vom Mond aus gesehen total wird, schiebt sich ein zunächst bläulicher Ring über den Mond und der eigentliche Kernschatten erscheint meistens rötlich verfärbt“, beschreibt Pikhard.
Auch wenn die morgige Mondfinsternis keine totale ist, sollte dieses Farbenspiel zu sehen sein. Wie gut, hänge aber ebenfalls vom Standort ab, denn die bunte Morgendämmerung könnte die Farben des Mondes überlagern. Auch hier gilt also: Je weiter man sich im Westen Österreichs befindet, desto besser wird das Farbenspiel zu sehen sein.
Keine Brille nötig
Weil der Mond zum Höhepunkt hin bereits tief im Westen steht, ist auch die Wahl des Beobachtungsplatzes entscheidend. „Freier Blick zum westlichen Horizont und am besten erhöht stehen, ist die Devise“, rät Pickhardt. Ein Fernglas schadet nicht, ist aber keine Voraussetzung – und eine Schutzbrille, wie sie bei der Sonnenfinsternis unbedingt nötig war, braucht man diesmal nicht. „Der Blick zum Mond mit bloßem Auge oder Fernglas ist wirklich harmlos. Da kann nichts passieren.“
Wer eine Mondfinsternis sehen möchte, sie morgen Früh aber verpasst, muss danach jedenfalls etwas warten: Grundsätzlich kommt es alle sechs Monate zu dem Himmelsereignis, die nächste von Österreich aus gut sichtbare partielle Mondfinsternis wird aber erst am 12. Jänner 2028 erwartet – und die nächste totale Mondfinsternis sogar erst am Silvesterabend 2028.
Wissenschaftlich spannend
Die Mondfinsternis ist aber nicht nur ein schönes Himmelsschauspiel: Färbung und Helligkeit des verfinsterten Mondes liefern der Wissenschaft auch wertvolle Daten über den Zustand der Erdatmosphäre. „Wie hell oder wie dunkel der Mond ist, welche Färbungen genau auftreten, speziell am Rand des Kernschattens – das alles lässt wertvolle Rückschlüsse auf den momentanen Zustand der Erdatmosphäre zu.“
Konkret lassen sich laut Pickhardt unter anderem Dinge wie der Feuchtigkeits- sowie der Aerosolgehalt der Atmosphäre ablesen: „Und das ist natürlich unter anderem für die Klimaforschung sehr interessant.“
Ruhig, entspannt, sehenswert
Auch Pikhard selbst wird sich morgen Früh den Wecker stellen: „Mein persönlicher Plan ist, diese Mondfinsternis zu fotografieren, einfach um das Himmelsereignis zu dokumentieren und festzuhalten.“ Denn auch wenn die Voraussetzungen in Österreich morgen Früh nicht ideal sind, gilt für ihn: „Eine Mondfinsternis ist ein ruhiges, entspanntes, stressfreies, schönes Himmelsereignis – und deswegen wert, es anzuschauen.“