Fagottist spielt in Altenburschla – und kehrt an den Ort seiner Kindheit zurück
StartseiteLokalesWitzenhausenWanfriedStand: 21.07.2026, 18:07 UhrKommentareUns auf Google folgenAußergewöhnliches Duo: der Fagottist Carl-Sönje Montag und der Organist Maximilian Göllner. Sie gaben ein Benefizk...
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Stand: 21.07.2026, 18:07 Uhr

Carl-Sönje Montag hat als Kind in der Johanniskirche Flöte gespielt. Jetzt gab er dort mit Kantor Maximilian Göllner ein Benefizkonzert für den Erhalt der barocken Dorfkirche.
Altenburschla – „Eine sehr schöne Musikstunde“ wünschte Vorsitzender Ulrich Bernhardt den zahlreichen Besuchern in der Johanniskirche. Zu einem Benefizkonzert hatte der Förderverein zum Erhalt der barocken Dorfkirche eingeladen und dafür zwei in der Region bekannte Musiker gewonnen: den Fagottisten Carl-Sönje Montag, Solist namhafter Sinfonieorchester und Opernhäuser, sowie Kantor Maximilian Göllner von der Allendörfer St.-Crucis-Kirche.
Rückkehr an einen vertrauten Ort
Für Musiker Montag war das Konzert zugleich eine Rückkehr an einen vertrauten Ort. Er erinnerte sich daran, bereits als Kind bei Festlichkeiten in der Johanniskirche Flöte gespielt zu haben. Göllner wird zum 1. September das Amt des Bezirkskantors der evangelischen Kirche mit Sitz in Eschwege übernehmen.
Im Mittelpunkt des Programms stand vor allem barocke Kirchenmusik. Gemeinsam eröffneten die Musiker das Konzert mit dem bekannten Choral „Aus meines Herzens Grunde“, einem Morgengebet, das Dank für die vergangene Nacht ausdrückt und um Schutz für den neuen Tag bittet.
Mit Georg Philipp Telemanns „Fantasia Nr. 7“ zeigte Montag eindrucksvoll die klangliche Vielfalt seines Fagotts. Die ursprünglich für Flöte komponierte Fantasie überraschte durch die große Ausdruckskraft des großen Holzblasinstruments.
Besonders beeindruckend wurde die enorme technische und klangliche Bandbreite des Fagotts, als der Solist im Altarraum die „Variationen über ein Thema von Paganini“ des zeitgenössischen Schweizer Komponisten Gotthard Odermatt vortrug. Im direkten Kontakt zum Publikum wechselten sich tiefe, satte und melancholische Töne mit lyrischen, beinahe flötenhaften Passagen in beeindruckenden Tempi ab.
Virtuose Interpretationen an Fagott und Orgel
Auch die kleine Barockorgel der Johanniskirche stand im Mittelpunkt des Konzerts. Maximilian Göllner ließ sie bei Werken von Johann Sebastian Bach sowie einer Choralpartita von Johann Pachelbel in ihrer ganzen Brillanz erklingen.
Die virtuose gemeinsame Interpretation einer Sonate von Jérôme Besozzi machte deutlich, wie gleichberechtigt Fagott und Orgel miteinander musizieren können. In zwei bekannten Arien aus Mozarts „Zauberflöte“ gelang den Musikern eine besonders harmonische klangliche Verbindung: Die Orgel trug den musikalischen Grund, während das obertonreiche Fagott warm und weich darüber schwebte. Ähnlich eindrucksvoll wirkte auch das religiöse Andante des französischen Komponisten Fernand Halphen.
Das außergewöhnliche Duo wurde mit viel Applaus belohnt. Bedacht mit Segenswünschen der ehemaligen Pfarrerin Anna Hosbach verließen dankbare Besucher die Kirche und hinterließen zugleich eine Spende für die großartige Musik und zur Unterstützung für den Erhalt ihrer Kirche. Horst Lanzke vom Förderverein zeigte sich zuversichtlich, dass die Sanierungsarbeiten am Kirchturm bald beginnen können.
Mit dem gemeinsam gesungenen Schlusslied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ im Ohr trafen sich die Besucher anschließend noch auf dem Dorfplatz zu Gesprächen und einem Glas Wein. So klang ein musikalisch wie menschlich bereichernder Abend in geselliger Runde aus.