Erzgebirge-Aue-Trainer Shubitidze: "Wir sind gar nicht bereit für den Start"

Weniger als zwei Wochen vor dem Start in die neue Regionalliga-Saison blickt Khvicha Shubitidze, Cheftrainer des FC Erzgebirge Aue, im Interview mit SPORT IM OSTEN gelassen auf die neue Saison. Er sagt aber auch, dass es noch viel Arbeit gibt.

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Erzgebirge-Aue-Trainer Shubitidze: "Wir sind gar nicht bereit für den Start"

Fußball | Regionalliga

Stand: 14.07.2026 12:36 Uhr

Weniger als zwei Wochen vor dem Start in die neue Regionalliga-Saison blickt Khvicha Shubitidze, Cheftrainer des FC Erzgebirge Aue, im Interview mit SPORT IM OSTEN gelassen auf die neue Saison. Er sagt aber auch, dass es noch viel Arbeit gibt.

  • SPORT IM OSTEN: "Es sind nicht mal mehr zwei Wochen bis zum Start der neuen Regionalliga-Saison. SPORT IM OSTEN schaut mit den Regionalliga-Trainern gemeinsam auf die neue Spielzeit voraus. Heute mit dem Cheftrainer von Erzgebirge Aue, Khvicha Shubitidze. Hallo."

Khvicha Shubitidze: "Grüße Sie auch, hallo."

  • Ja, ich sagte es bereits, in weniger als zwei Wochen rollt der Ball in der Regionalliga wieder. Wie würden Sie denn Ihre Gefühlslage beschreiben? Sind die Tränen des Abstiegs mittlerweile getrocknet und überwiegt die Vorfreude?

Shubitidze: "Alles entspannt. Die Arbeit läuft, und solange man beschäftigt ist, dann verliert man dann keine Gedanken über die Vergangenheit, sondern blickt eher mit Optimismus in die Zukunft."

  • Ihre Rolle hat sich ja in den vergangenen Monaten ja geändert, vom Interimstrainer zum Cheftrainer. Was bedeutet das denn für Ihre Arbeit mit dem Team?

Shubitidze: "Ich glaube, das war auch so ein Geben und Nehmen. Wir haben eine sehr gute Rolle gespielt, hinten raus in der Liga, und deswegen das Trainerteam auch. Und im Verein war man sich dann relativ schnell einig, dass die Arbeit fortgesetzt werden kann, weil das Hoffnung gemacht hat. Und deswegen sind wir alle zuversichtlich, dass es dann möglicherweise auch dauerhaft funktionieren kann."

Khvicha Shubitidze und Co-Trainer Enrico Kern beim Training

Khvicha Shubitidze und sein Co-Trainer Enrico Kern beim Training. (Archiv)

  • Wie ist denn der aktuelle Stand der Mannschaft? Die Testspiele verliefen ja durchaus positiv, wenn man sich die Ergebnisse anschaut. Würden Sie sagen, dass Sie bereit sind für den Start?

Shubitidze: "Nein, auf gar keinen Fall. Also eher andersrum. Wir sind gar nicht bereit für den Start, denn es war nur die Vorbereitung. Die Jungs waren in jedem Spiel müde. Das hat man deutlich gemerkt. Deswegen haben wir versucht, die Spiele aufzuteilen, und die Belastung so zu steuern, dass die Jungs verletzungsfrei in die Saison reingehen. Bis jetzt haben wir das dann geschafft. Deswegen bin ich auch froh, dass wir relativ gut unterwegs sind. Auch von den Ergebnissen her. Wir sind jetzt, wenn ich alles zusammenrechne, glaube ich, seit Monaten ungeschlagen. Und das macht dann Hoffnung, weil auch zwei gute Gegner dabei waren, wo ich sage: Gegen die muss man erst mal bestehen."

  • Was können Sie den Veilchen-Fans denn sagen? Worauf können sie sich in der neuen Saison einstellen? Wie wollen Sie die Mannschaft spielen lassen?

Shubitidze: "Herz, Leidenschaft - und wenn man das vielleicht mit gutem Fußball verbindet, haben wir den Jackpot. Aber das ist eine harte Arbeit, weil es sehr viele Neuzugänge sind. Die müssen sich erst mal einspielen. Aber Stand jetzt funktionieren die Jungs, sie sind aufnahmefähig, sie versuchen die Aufgaben so umzusetzen, dass möglichst viele zufrieden sind. Bis jetzt läuft das alles nach Plan. Wir wollen nicht nur schön, sondern auch erfolgreich spielen mit diesen alten Tugenden, wie man es immer schon sagt im Erzgebirge: Leidenschaft, Herz und Vollgasfußball."

  • Sie haben gerade die Neuzugänge angesprochen. Beim Trainingsauftakt haben Sie bei uns im Interview noch gesagt, dass noch ein, zwei Spieler gebraucht würden. Wie sieht es inzwischen aus? Sind Sie mit der Kadersituation zufrieden?"

Shubitidze: "Ja, eher zufrieden als unzufrieden. Wir sind zum Glück sehr gut durch die Vorbereitungsphase gekommen, ohne große Verletzungen. (...) Deswegen haben wir jetzt keinen Stress, irgendwie zu handeln. Wir könnten wahrscheinlich noch einen oder zwei Spieler gebrauchen, aber Stand jetzt nicht, weil die Jungs, die da sind, die passen alle, die geben alle Gas und sind gesund. Das ist auch die Voraussetzung, um dann gut in die Saison zu starten. Deswegen machen wir uns dort keinen Stress."

Simon Skarlatidis macht die gekreuzten Hämmer

Simon Skarlatidis ist Neuzugang und Rückkehrer zugleich. (Archiv)

  • Sie haben ja vorhin gesagt, dass man noch nicht wirklich sagen kann, wie es in der Saison läuft. Wenn man ehrlich ist, wird aber fast erwartet, dass der Wiederaufstieg gelingt. Man weiß aber natürlich auch, dass die Regionalliga für Absteiger tückisch sein kann. Wie sehen Sie das? Welche Rolle wollen Sie spielen?

Shubitidze: "Also, ich sehe das sehr entspannt. Es war auch so in der 3. Liga, als wir es übernommen haben. Damals war alles schon fast aussichtslos, und es hat trotzdem funktioniert. Deswegen sage ich auch jetzt schon mal: Ja, es wollen alle, es wollen viele. Wir werden auch viel versuchen. Im Endeffekt habe ich das schon oft intern gesagt und sage es jetzt auch offen: Irgendjemand muss ja aufsteigen. Und warum nicht Aue?"

  • Wir fragen alle Regionalliga-Trainer nach ihren drei Favoriten, die sie ganz oben sehen. Sie haben Aue schon genannt. Welche zwei anderen Mannschaften würden Sie denn am Saisonende noch ganz oben sehen?

Shubitidze: "Ich muss ehrlich sein. Ich beobachte ungern Gegner, weil ich erst mal unsere Arbeit machen möchte. Deswegen werde ich jetzt auch keine Favoriten-Rollen verteilen, weil ich die Mannschaften noch nicht gesehen habe. Wir machen erst mal unsere Hausaufgaben und legen hier den Grundstein für was Langfristiges. Deswegen haben mich die Gegner bisher eher weniger interessiert. (...) Fragen Sie mich noch mal bitte in zwei Monaten. Dann kenne ich die Gegner und die Mannschaften besser."

  • Der erste Gegner, die VSG Altglienicke, zählt auf jeden Fall zum Favoritenkreis. Würden Sie sagen, dass es eher Fluch oder Segen ist, gleich im ersten Spiel gegen so einen Gegner zu spielen?

Shubitidze: "Das Einzige, was ich in meinem Fußball-Leben gelernt habe, ist, dass die Namen keinen Fußball spielen. Deswegen bin ich auch sehr entspannt. Ob es Fluch oder Segen ist, wird man sehen. Aber ich freue mich, dass wir zu Hause spielen. Mit voller Kulisse. Ich gebe Gas und dann wird man sehen, was dabei herauskommt. Also für mich, für uns und auch für die Mannschaft, spielt es keine Rolle, welcher Gegner auf dem Platz steht, weil man sie alle besiegen muss, wenn man etwas erreichen will."

Die Mannschaft von Erzgebirge Aue im Erzgebirgsstadion

Im Erzgebirgsstadion empfängt die neue Mannschaft am Sonntag den FC Schalke 04. (Archiv)

  • Beim Testspiel am kommenden Wochenende gegen Schalke spielt der Name allerdings schon eine Rolle. Das wird ein richtiges Highlight.

Shubitidze: "Ja, das wird ein Highlight. Aber das sind ja Freunde. (...) Selbst wenn wir gewinnen, werden sie uns das nicht übelnehmen. Und wenn wir verlieren sollten, wären wir auch nicht unbedingt unglücklich, sondern könnten Erfahrung sammeln und mitnehmen, wie man sich das nächste Mal gegen einen guten Gegner anstellt. Aber ich bin trotzdem positiv gestimmt, dass wir dann dort ein ordentliches Spiel machen werden. Darum geht es hier ja auch, und nicht ums Siegen und Verlieren."

  • Und mal abgesehen von diesem Spiel und dem weiteren Testspiel, was noch ansteht. Worauf kommt es jetzt noch an bis zum Saisonstart?"

Shubitidze: "Ja, wir müssen uns noch in der Defensive stabilisieren. In den letzten Testspielen hat das nicht hundertprozentig so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir arbeiten an einer besseren Abstimmung und einer besseren Raumaufteilung. (...) Wir haben noch Arbeit."

  • Herr Shubitidze, das war's. Ich danke Ihnen fürs Gespräch. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in der anstehenden Saison.

Shubitidze: "Vielen, vielen Dank. Mal sehen, was dabei herauskommt."

Das Interview führte Torsten Schwenke

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