Erschleichung von Staatsbürgerschaft: Dutzende Chinesen sollen Naziopfer-Biografien gefälscht haben

Eine überwiegend aus China stammende Gruppe soll Urkunden gefälscht haben, um als Nachfahren von vertriebenen Juden anerkannt zu werden. Manche wollten so offenbar auch einer Strafverfolgung entgehen.

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Erschleichung von Staatsbürgerschaft: Dutzende Chinesen sollen Naziopfer-Biografien gefälscht haben

Mit gefälschten Urkunden sollen sich Betrüger als Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus ausgegeben und beim Bundesverwaltungsamt in Köln die deutsche Staatsbürgerschaft erschlichen haben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittle gegen 32 Beschuldigte in der Sache, teilte ein Behördensprecher auf dpa-Anfrage mit. Weitere Einzelheiten könnten nicht mitgeteilt werden, weil ihre Bekanntgabe die noch andauernden Ermittlungen gefährden würde, hieß es.

Wie der „Spiegel“ berichtet, sollen sich die Verdächtigen, die vor allem aus China stammen sollen, als Nachfahren (etwa Enkel oder Urenkel) von vertriebenen Jüdinnen und Juden ausgegeben und in den vergangenen Jahren Einbürgerungsanträge gestellt haben.

Drohung an Reporter während Recherche

Nach Angaben des „Spiegel“ würden einige der Beschuldigten mit internationalen Haftbefehlen unter anderem wegen Mordes und Entführung gesucht und hätten möglicherweise deswegen versucht, sich neue Identitäten zu verschaffen. Das Magazin nannte dabei beispielsweise den Fall von Liu H., der sich als Enkel eines jüdischen Ehepaars namens Süskind ausgab, das real existiert hatte.

Den Reportern wurde bei ihrer Recherche dabei gedroht. Die Vergeltung werde „grauenhaft, plötzlich, unerwartet und unumkehrbar“ sein, sollte man weitere Fragen stellen, hieß es demnach in einer anonymen Nachricht.

Die Staatsanwaltschaft konnte die Angaben zu möglichen weiteren Straftaten der Beschuldigten im Ausland nicht bestätigen. Dazu lägen keine belastbaren Erkenntnisse vor. Diese seien auch nicht Gegenstand des Ermittlungsverfahrens.

Artikel 116 des Grundgesetzes ermöglicht es jenen, die von den Nationalsozialisten ausgebürgert wurden, ihre deutsche Staatsangehörigkeit zurückzuerhalten. Das Bundesverwaltungsamt teilte mit, man könne sich zu dem laufenden Ermittlungsverfahren nicht äußern. (dpa)