Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib: "Frankfurt bedeutet mir alles"

Im Trainingslager in Grassau nimmt sich Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib ausführlich Zeit für den hr-sport. Der Stürmer spricht über seine ungewöhnliche Karriere, die Liebe zur Stadt Frankfurt - und seine Muskeln.

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Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib: "Frankfurt bedeutet mir alles"

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Eintracht-Stürmer im hr-Interview Younes Ebnoutalib: "Frankfurt bedeutet mir alles"

Im Trainingslager in Grassau nimmt sich Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib ausführlich Zeit für den hr-sport. Der Stürmer spricht über seine ungewöhnliche Karriere, die Liebe zur Stadt Frankfurt - und seine Muskeln.

In Topform: Younes Ebnoutalib.

In Topform: Younes Ebnoutalib. Bild © Jan Hübner

Videobeitrag Younes Ebnoutalib im Interview

Younes Ebnoutalib. Bild © hr

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Höhen und Tiefen, Italien und Marokko, Cristiano Ronaldo und Jürgen Klopp: Im Gespräch mit dem hr-sport nimmt Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib Stellung zur allerlei Themen.

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Das Gespräch führten Mark Weidenfeller und Christian Adolph

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hessenschau.de: Younes Ebnoutalib, in der Sommerpause sind Bilder von Ihnen als Muskelprotz aufgetaucht. Sie sollen weniger Körperfettanteil als Modellathlet Cristiano Ronaldo haben. Erstens: Stimmt das? Zweitens: Wie geht das?

Younes Ebnoutalib: Ich weiß gar nicht, ob das stimmt. Aber ich habe während der Sommerpause mein Bestes gegeben und sehr auf meine Ernährung geachtet. Viel Eiweiß, Obst, Gemüse und ich versuche, kaum Ungesundes zu essen.

hessenschau.de: Ihr Vater gewann einst die Olympische Silbermedaille im Taekwondo. Sie haben selbst auch diesen Sport betrieben. Hilft das bei der körperlichen Fitness?

Ebnoutalib: Ich habe Taekwondo zehn Jahre lang gemacht und merke, dass es mir bis heute hilft – gerade in Sachen Beweglichkeit und Spritzigkeit. Ich bin schon sehr gelenkig und kriege mein Bein ziemlich hoch (lacht).

hessenschau.de: Kommen wir zu ihrem ungewöhnlichen Karriereweg: Rot-Weiss Frankfurt, AC Perugia, FC Gießen, SV Elversberg. Wie blicken Sie darauf zurück?

Ebnoutalib: Bei mir ging es nie nur bergauf. Es waren viele Höhen und Tiefen dabei, aber ich bin einfach drangeblieben und habe hart gearbeitet. Zum Glück hat sich das alles ausgezahlt.

hessenschau.de: Gerade die Zeit in Perugia soll speziell gewesen sein. Können Sie ein bisschen berichten?

Ebnoutalib: In Italien hatte ich eine sehr schwere Zeit, weil ich anfangs dort alleine war. Ich konnte nicht Italienisch, auch nicht so gut Englisch und wurde nicht so gut aufgenommen. Aber das alles hat mich geprägt. Natürlich kamen manchmal Zweifel auf, doch tief in mir drin habe ich immer an mich geglaubt. Ich habe durchgezogen. Man muss immer positiv denken und selbst an sich glauben.

hessenschau.de: Und in Elversberg sind Sie dann später richtig durchgestartet.

Ebnoutalib: Das war wirklich eine schöne Zeit in Elversberg. Ich habe dort viel Unterstützung erhalten und habe alles gegeben, um das Vertrauen zurückzuzahlen.

Videobeitrag Eintracht-Profis crashen Ebnoutalib-Interview

Bild © hr

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hessenschau.de: Nach dem letzten Spieltag waren Sie sogar auf dem Platz und haben mit ihren Ex-Kollegen und den Fans den Aufstieg gefeiert.

Ebnoutalib: Ja, ich war dort, es war sehr schön, die alten Kollegen wieder zu sehen. Ich habe mich sehr für sie gefreut.

hessenschau.de: Im Winter ging’s zur Eintracht. Die Story ist bekannt. Erstes Spiel, daheim gegen Dortmund, erstes Tor. Wahnsinn, oder?

Ebnoutalib: Das war unbeschreiblich, wirklich. Das kann man gar nicht in Worte fassen. Ich war vor dem Spiel gar nicht nervös, sondern wollte unbedingt zeigen, was ich kann. Ich habe alles drumherum ausgeblendet, Gas gegeben und dann auch noch das Tor erzielt.

hessenschau.de: Sie sind ein waschechter Frankfurter, sind in der Nordi, der Nordweststadt, gemeinsam mit zwei Geschwistern groß geworden. Wie sind Ihre Erinnerungen daran?

Ebnoutalib: Meine große Schwester hat immer auf mich und meinen kleinen Bruder aufgepasst. Wir haben bis heute eine sehr enge Beziehung. Natürlich gab es ab und zu mal Streit, wahrscheinlich wie in jeder Familie. Aber wir haben immer zusammengehalten. Fußball habe ich anfangs immer auf der Straße gespielt, auch gegen Ältere. Da ging es körperlich richtig zur Sache. Das hat mich sehr geprägt dort. Mit der Schule lief es nicht ganz so gut, deswegen habe ich alles auf Fußball gesetzt – aber die Schule darf man nicht vernachlässigen (lacht). 

hessenschau.de: Was bedeutet Ihnen die Stadt Frankfurt?

Ebnoutalib: Alles! Ich liebe die Stadt.

hessenschau.de: Zurück zum Sportlichen: Gleich im zweiten Spiel für die Eintracht haben Sie sich verletzt, in Stuttgart war das. Wie haben Sie diesen Rückschlag empfunden?

Ebnoutalib: Es ging sehr schnell hoch und dann auch wieder runter. Das war eine schwierige Zeit, auch mit dem Trainerwechsel. Wenn man verletzt ist, kriegt man nicht alles mit. Auch mit der Sprache war es ein bisschen schwierig für mich. Zudem hatte ich recht lange Schmerzen und habe mich dann auch auf dem Platz nicht ganz fit gefühlt. Aber das ist alles Vergangenheit.

hessenschau.de: Und was erwarten Sie von der Zukunft? Was erwarten Sie von sich in der neuen Saison?

Ebnoutalib: Ich werde mein Bestes geben, alles reinhauen. Ich will der Mannschaft helfen, in dem ich Tore schieße. Ich kann den Saisonbeginn kaum erwarten.

hessenschau.de: Adi Hütter steht für wuchtigen Offensivfußball. Das könnte zu Ihnen passen, oder?

Ebnoutalib: Ja, das würde ich schon sagen. Wir setzen viel auf Balleroberungen. Und ich bin einer, der viel und schnell laufen kann.

hessenschau.de: Sind Sie bereit für die Startelf?

Ebnoutalib: Absolut. Ich bin wieder total fit und werde mein Bestes geben, um mich für viele Einsätze zu empfehlen.

hessenschau.de: Als Doppelspitze mit Jonathan Burkardt oder lieber allein?

Ebnoutalib: Eine Doppelspitze mit Jonny wäre schon krass. (lacht) Ich bin natürlich flexibel und das entscheidet der Trainer. Aber mir persönlich würde das gut gefallen.

hessenschau.de: Zum Schluss noch ein Thema fernab der Eintracht: Ist die Nationalmannschaft auch ein Ziel, Sie könnten schließlich für Marokko oder Deutschland spielen?

Ebnoutalib: Die Nationalmannschaft ist auf jeden Fall ein Ziel. Ich bin für beide Nationen offen. Es war ein bisschen schade, dass Marokko mich jetzt nicht mitgenommen hat zur WM. Ayoube (Amaimouni-Echghouyab, Anm. d. Red.) war ja dabei. Ich habe mich sehr für ihn gefreut.

hessenschau.de: Wenn Jürgen Klopp Sie anruft, würden Sie aber trotzdem drangehen?

Ebnoutalib: Ja, zu 100 Prozent.