Drogenbanden außer Kontrolle: Ermittler schlagen Alarm wegen ausufernder Schießereien in Brüssel

Brüssel erlebt eine Welle der Gewalt: Schüsse aus automatischen Waffen, Angriffe auf ein Polizeirevier und Revierkämpfe der Drogenmafia. Ein Staatsanwalt warnt: "Jeder kann von einer Kugel getroffen werden."

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Drogenbanden außer Kontrolle: Ermittler schlagen Alarm wegen ausufernder Schießereien in Brüssel

Drogenbanden außer KontrolleErmittler schlagen Alarm wegen ausufernder Schießereien in Brüssel

29.08.2026, 08:00 Uhr

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Auch die Polizei wird angegriffen. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Brüssel erlebt eine Welle der Gewalt: Schüsse aus automatischen Waffen, Angriffe auf ein Polizeirevier und Revierkämpfe der Drogenmafia. Ein Staatsanwalt warnt: "Jeder kann von einer Kugel getroffen werden."

Die Staatsanwaltschaft in Brüssel hat sich besorgt über die ausufernde Schusswaffengewalt in der belgischen Hauptstadt geäußert und ein härteres Vorgehen gegen Drogenbanden gefordert. "Jeder kann von einer Kugel getroffen werden", sagte Staatsanwalt Julien Moinil. In den vergangenen Tagen hatten Angreifer in Brüssel mehrfach Schüsse aus automatischen Waffen abgefeuert, unter anderem auf ein Polizeirevier.

Seit 2025 wurden in der belgischen Hauptstadt, in der unter anderem die Europäische Kommission und der Rat der Mitgliedstaaten ihren Hauptsitz haben, nach Angaben von Staatsanwalt Moinil rund 170 Schusswaffenvorfälle verzeichnet. 69 davon ereigneten sich demnach allein in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr wurden bei den Gewalttaten zwei Menschen getötet.

Bei den meisten Angriffen handele es sich vermutlich im Revierkämpfe rivalisierender Drogenbanden, sagte Moinil. Er forderte die Festnahme der Bandenchefs, von denen sich viele im Ausland aufhalten. Zudem müssten die Behörden dafür sorgen, dass inhaftierte Anführer krimineller Gruppen nicht aus dem Gefängnis heraus weitere Gewalttaten organisieren können. Die Polizei brauche mehr Ressourcen für ihre Ermittlungen gegen die Banden, fügte Moinil hinzu.

Fatale Entwicklung

In der vergangenen Woche hatte Innenminister Bernard Quintin "zutiefst schockiert" auf mehrere Vorfälle reagiert. Zuvor waren ein Mensch durch Schüsse verletzt und eine Polizeiwache in der Vorstadt Anderlecht mit einer automatischen Waffe beschossen worden. Quintin sagte, die Behörden würden sich von derartigen Taten nicht einschüchtern lassen. "Wir werden niemals von unserem entschlossenen Vorgehen gegen das organisierte Verbrechen und den Drogenhandel abrücken - im Gegenteil", sagte er.

Belgien ist eines der wichtigsten Einfallstore für den Drogenschmuggel in Europa. Der Hafen von Antwerpen gilt dabei als zentrale Drehscheibe. In Brüssel wurden nach Angaben von Moinil seit 2025 rund 350 Bars und Restaurants wegen Verbindungen zum Drogenhandel geschlossen. Zudem seien 3500 Luxusautos beschlagnahmt worden.

Quelle: ntv.de, sba/AFP