Die "Lachnummer" wird zum Erfolg: Temporäres Freibad soll wiederkommen
Als die ersten Bilder von der "Sommeroase" von Bad Wildungen im Netz die Runde machten, war der Spott groß. Zum Saisonende zieht die Stadt aber nun eine positive Bilanz. Und auch viele Badegäste sind froh über das Schwimmbad auf Zeit.
- 3 min read
Service Navigation
"Sommeroase" in Bad Wildungen "Lachnummer" wird zum Erfolg: Temporäres Freibad soll wiederkommen
Als die ersten Bilder von der "Sommeroase" von Bad Wildungen im Netz die Runde machten, war der Spott groß. Zum Saisonende zieht die Stadt aber nun eine positive Bilanz. Und auch viele Badegäste sind froh über das Schwimmbad auf Zeit.
Die “Sommeroase” in Bad Wildungen war aus Sicht der Stadt ein Erfolg. Bild © Marcel Ruge (hr)
Zwei oberirdische Becken, Umkleidekabinen aus Spanholzplatten, ein bisschen Sand und Palmen in Kübeln. Als die ersten Bilder der "Sommeroase" von Bad Wildungen (Waldeck-Frankenberg) im Juni im Netz auftauchten, gab es viel Spott – vor allem in sozialen Medien.
Die Rede war unter anderem von der "Lachnummer des Jahrtausends" oder von "Planschbecken". Auch im Gespräch mit der hessenschau vor Ort gab es kritische Stimmen. Eine Frau sprach von "einem Witz", eine andere von schlecht investiertem Geld.
Audio
00:40 Min.|Silvia Ritter
Bild © Marcel Ruge (hr)| zur Audio-Einzelseite
Aktuell hat Bad Wildungen kein echtes Freibad, das frühere "Heloponte" ist 2023 wegen Baumängeln geschlossen worden. Die "Sommeroase" sollte daher zumindest etwas Abkühlung bieten.
Rund 300.000 Euro hat das Provisorium die Stadt nach den ursprünglichen Plänen gekostet. Eine finale Abrechnung liegt noch nicht vor, sie soll bei der nächsten Sitzung des Stadtparlaments im September vorgestellt werden.
Dennoch zieht Bürgermeister Ralf Gutheil (SPD) schon jetzt eine positive Bilanz zum bevorstehenden Saison-Ende an diesem Samstag.
Ralf Gutheil ist Bürgermeister von Bad Wildungen Bild © Marcel Ruge (hr)
"Nach der anfänglichen Kritik, bei der man dann auch ein bisschen ins Zweifeln gekommen ist, ob es die richtige Entscheidung war, war es definitiv die richtige Entscheidung", sagt Gutheil.
An manchen Tagen hätten bis zu 200 Besucher die "Sommeroase" genutzt. Zudem fand in den Sommerferien ein Schwimmkurs statt.
Bürgermeister: "Es gibt viele Leute, die keinen Urlaub machen können"
"Es gibt viele Leute, die keinen Urlaub machen können, die nicht wegfahren können und die sich einfach bei den sehr heißen Temperaturen über eine Erfrischung und Abkühlung gefreut haben", so Gutheil.
Einen Gewinn dürfte das Bad wohl nicht abwerfen, die Eintrittspreise lagen bei 1 Euro für Kinder und Jugendliche sowie 3 Euro für Erwachsene.
Badegäste sind froh über das Angebot
Auch wer sich bei den Badegästen umhört, bekommt viel Zustimmung für das Projekt zu hören. "Ich bin gern hierher gekommen", sagt Iris Freudenberg. Sie wäre im nächsten Jahr wieder dabei, sollte es das Angebot erneut geben.
Jan Fietkau findet die “Sommeroase” gut. Vor allem Kinder hätten hier viel Spaß gehabt. Bild © Silvia Ritter (hr)
"Es ist eine richtige Bereicherung für alle Bad Wildunger, da bin ich dankbar. Es ist eine Wohlfühloase geworden", sagt Herbert Rohleder. "Ich habe hier viele Kinder gesehen, die Spaß hatten – und das ist es doch, worum es eigentlich geht, oder?", findet Jan Fietkau.
Helga Linke wünscht sich für die nächste “Sommeroase” mehr Liegeflächen. Bild © Silvia Ritter (hr)
Auch Helga Linke hat gerne in der "Sommeroase" ihre Bahnen gezogen, aber einen kleinen Kritikpunkt gibt es für sie doch: "Noch ein bisschen mehr Rasen, eine Liegefläche wäre schön", findet sie.
Neuauflage der "Sommeroase" geplant
Tatsächlich soll es auch im kommenden Jahr wieder eine "Sommeroase" geben. "Der politische Wunsch ist da", sagt Bürgermeister Gutheil. Entsprechende Anträge von Grünen und CDU sind vergangene Woche einstimmig im Stadtparlament abgesegnet worden. 300.000 Euro seien bereits im Haushalt eingeplant, so Gutheil.
Auf ein echtes Schwimmbad wie früher müssen die Bad Wildunger aber weiter warten. Zwar wird auch aktuell in der Stadt viel diskutiert, auch auf politischer Ebene. Konkrete Pläne oder einen Zeithorizont gibt es aber – auch angesichts der klammen Kassen in Bad Wildungen – noch nicht.