Die Reform der Wirtschaftskammer sollte bei ihrem Wiener Chef beginnen

Bettina Pfluger Die Reform der Wirtschaftskammer sollte bei ihrem Wiener Chef beginnen Die publik gewordenen Protokolle einer illustren Männerrunde machen deutlich, dass Walter Ruck in einer Führungspo...

  • 2 min read
Die Reform der Wirtschaftskammer sollte bei ihrem Wiener Chef beginnen

Bettina Pfluger

Die Reform der Wirtschaftskammer sollte bei ihrem Wiener Chef beginnen

Die publik gewordenen Protokolle einer illustren Männerrunde machen deutlich, dass Walter Ruck in einer Führungsposition nichts mehr verloren hat

Kommentar

/

Bettina Pfluger

Eine Person im Anzug sitzt an einem Tisch in einem Büro. Im Hintergrund sind Pflanzen und unscharfe Flaggen (unter anderem die Flagge Österreichs und der Europäischen Union) zu erkennen.
Walter Ruck steht als Chef der Wirtschaftskammer Wien erneut in der Kritik.

Postenschacher, Machtmissbrauch, Diskriminierung von Frauen: Es sind abenteuerliche Einblicke, die sich aus den öffentlich gewordenen Gesprächsprotokollen ergeben, die aufzeigen, wie sich Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, in illustren Männerrunden präsentiert haben soll.

Von Geschäften im Weinkeller ist hier die Rede und von Säuberungsaktionen in der Kammer, die im Skiurlaub beschlossen worden sein sollen. "Beim Skifahren sind wir zusammengesessen und haben hart ausgeholzt bei uns", wird Ruck in Profil und Krone zitiert. Das heißt, in einer Freizeitrunde unter Männern wurde beschlossen, wer die Kammer verlassen muss. Auch für die Karriere seiner Söhne soll Ruck seinen Einfluss in den Ring geworfen haben.

Zigarren ja, Frauen nein

Weniger gut kann Ruck offenbar mit Frauen. Sie passen in seiner Welt nicht so gut zu Wein und Zigarren – jenem Setting, in dem der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer offenbar seine Deals besprochen und eingefädelt haben soll.

Die Unternehmenskultur der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist verstaubt.

Wer seinen Einfluss missbraucht, damit angibt, mit welchen Finten er sich durchsetzt und in Geheimabsprachen über Posten entscheidet, hat in einer Führungsposition nichts verloren. In der Causa Ruck offenbart sich eines der Grundprobleme des Kammerwesens: Man kann an den Strukturen der Wirtschaftskammer noch so viel herumschrauben. Solange Funktionär mit diesem Mindset an der Spitze stehen, wird sich an der verstaubten Unternehmenskultur der Kammer nichts ändern. (Bettina Pfluger, 17.7.2026)

Forum: 81 Postings

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.