Die Höhle der Löwen: So ging es für das Start-up Sauberdropz weiter
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Die Höhle der Löwen: „Entweder es läuft irgendwann richtig gut oder ich stampfe es wieder ein“
Gleich vier Investoren wollten bei Sauberdropz einsteigen. Hat sich das österreichische Start-up für den richtigen Partner entschieden?
Andreas Berger und sein Sohn Fabian präsentierten in der „Höhle der Löwen“ die Idee von Sauberdropz. Foto: RTL
Wiederverwendbare Trinkflaschen sind mit Bürsten nur mühsam zu säubern, herkömmliche Reinigungstabs müssen meist lange einwirken. Mit Sauberdropz haben Andreas Berger und sein Sohn Fabian alternative Reinigungstabletten entwickelt: In die Flasche kommt zu etwas warmem Wasser eine Handvoll der biologisch abbaubaren Tabletten. Durch Schütteln soll die Innenwand schnell sauber werden.
Die Idee kam an: Gleich vier Investoren von „Die Höhle der Löwen“ wären gerne bei dem Start-up eingestiegen. Den Zuschlag bekamen Ralf Dümmel und Frank Thelen, die zusammen 65.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile investieren wollten. Warum dieses Angebot am passendsten schien, wie es überhaupt zur Gründung kam und was das Start-up aus Weiler in Vorarlberg nun noch vorhat, erklärt Andreas Berger im Interview.
WirtschaftsWoche: Herr Berger, im Hauptberuf leiten Sie ein Betonwerk. Wie kam es dazu, dass Sie sich mit der Reinigung von Flaschen beschäftigt haben?
Andreas Berger: Begonnen hat es eigentlich damit, dass ich eine kleine Vase säubern wollte. Ich habe erst mal bei Amazon geschaut, was es an Vasen- und Flaschenreinigern gibt. Da findet man zwar zwei, drei Produkte. Aber zum Teil waren die Reinigungstabletten so groß, dass sie gar nicht durch die schmale Öffnung gepasst hätten. Außerdem gibt es lange Einwirkzeiten. Und dann liest man in den Rezensionen, dass es doch noch Rückstände gibt. Dann habe ich alte Hausmittel recherchiert – da gibt es die kreativsten Ansätze für eine mechanische Reinigung von Splitt über Eierschalen bis Getreide. Aber auch da braucht man irgendein Reinigungsmittel. Meine Idee war dann, die ganzen Ansätze in einem einfach anzuwendenden Produkt zu kombinieren.

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Mit welchem Antrieb?
Am Anfang war es nur die tüftlerische Herausforderung. Ich wollte was für den Eigengebrauch entwickeln. Aber dann dämmerte mir, dass das eigentlich ein riesiger Markt ist. Wiederverwendbare Flaschen werden immer populärer. Ob das jetzt Thermoskannen sind, Trinkflaschen für den Sport oder auch Systeme wie Airup. So stand irgendwann der Beschluss, daraus wirklich ein Produkt zu machen.
Woher haben Sie das Know-how?
Ich bin ausgebildeter Betonlaborant, ein bisschen chemisches Wissen habe ich. Also habe ich angefangen, in der Garage zu experimentieren und verschiedene Zutaten in einer Küchenmaschine zusammenzumischen. Auch eine kleine Tablettenpresse habe ich selbst gebaut. Das war Learning by Doing. Nach ein paar Monaten war ich aber kurz davor, alles hinzuschmeißen. Was uns dann ein riesengroßes Stück weitergebracht hat, war der Kontakt zu einem Laborleiter an der Berufsschule HTL Dornbirn. Er hat uns wichtige Tipps gegeben. Irgendwann stand dann endlich ein funktionierender Prototyp.
Den haben Sie dann auch bis zur Marktreife gebracht. Alles aus der Garage heraus?
Irgendwann wurde der Platz knapp und wir sind in den Keller umgezogen. Der ist mit 80 Quadratmetern ziemlich groß. Also haben wir da alles entrümpelt und in professionelle Maschinen wie Pressen und Trockner investiert. Für so eine Produktion muss man eine ähnliche Umgebung schaffen, wie man sie von Pharmaunternehmen kennt.
Sie haben in der Sendung angegeben, bereits 100.000 Euro ins Unternehmen gesteckt zu haben. Was waren die größten Kostenblöcke?
Neben den Maschinen war das vor allem das Marketing. Wir sind ziemlich ahnungslos gestartet und haben im Rückblick mit dem falschen Partner zusammengearbeitet. Dabei haben wir viel Geld verbrannt. Aber wir haben schnell gemerkt, dass man ein noch so gutes Produkt haben kann. Wenn man kein ordentliches Branding hat und Werbung macht, geht man im E-Commerce-Geschäft schnell unter.

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Bei der Sendungsaufzeichnung im Januar konnten Sie bereits relevante Umsätze nachweisen. Warum haben Sie überhaupt noch Investoren gesucht?
Mir war immer klar, dass ich nie ein Unternehmen führen will, das nur so lala funktioniert. Dafür ist das alles zu aufwendig. Entweder es läuft irgendwann richtig gut oder ich stampfe es wieder ein. „Die Höhle der Löwen“ war die riesengroße Chance, uns einen Partner an die Seite zu holen, der uns schnell in den stationären Handel bringen kann. Als unbekanntes Start-up hat man auf eigene Faust kaum eine Chance, ins Regal zu kommen.
Am Ende hatten Sie gleich drei Angebote – entschieden haben Sie sich für das Kombiangebot von Ralf Dümmel und Frank Thelen, obwohl das finanziell nicht das attraktivste war. Warum?
Mein Sohn und ich haben vorher Szenarien durchgespielt und uns war klar, dass Ralf Dümmel mit seinen Handelskontakten die erste Wahl ist. Wie viele Prozente wir dafür abgeben müssen und wie viel Geld wir bekommen, war da nicht ausschlaggebend. Ich hatte dann zwar den Impuls, noch nachzuverhandeln, aber mein Sohn hat mich überzeugt, dass es auf zwei oder drei Prozentpunkte nicht ankommt. Wir waren und sind immer noch überglücklich mit dem Deal.
Ist der denn wie geplant zustande gekommen? Im Firmenbuch findet man keinen Hinweis auf einen Einstieg von Frank Thelen.
Ralf Dümmel und Frank Thelen haben sich in der Sendung gemeinsam für Sauberdropz entschieden. Im Zuge der weiteren Ausgestaltung ist Ralf Dümmel bereits als Gesellschafter eingestiegen. Mit Frank Thelen befinden wir uns aktuell in den finalen Zügen. Deshalb ist seine Beteiligung im Firmenbuch derzeit noch nicht sichtbar.
Wie hat sich Ihr Unternehmen verändert, seit Ralf Dümmel an Bord ist?
Sein Team unterstützt uns in allen Belangen – vom Marketing über die Beschaffung bis zum Markenrecht. Da ist immer irgendjemand zur Stelle, wenn man eine Frage hat. Mit der Unterstützung haben wir auch die Produktion ausgelagert. Professionelle Abläufe sind gerade jetzt zur Ausstrahlung der Sendung wichtig, wenn das Interesse besonders groß ist. Da können wir uns keine Engpässe oder Produktionsprobleme leisten.
Sie und Ihr Sohn sind bisher nebenberuflich im Unternehmen. Reizt es Sie nicht, das nun in Vollzeit zu machen?
Aktuell funktioniert es noch nebenher ganz gut, auch wenn es zeitlich etwas fordernd ist. Ich bin vom Typ her sehr bodenständig. Wir wollen jetzt erst einmal sehen, wie das Produkt angenommen wird – und auch, wie sich die Verkäufe entwickeln, wenn der Hype nach der Ausstrahlung vorbei ist. Wenn wir das hauptberuflich machen, sollte das Produkt schon nachhaltig erfolgreich sein.
Wie ist eigentlich die Aufgabenverteilung zwischen Ihrem Sohn und Ihnen?
Wir haben unterschiedliche Vorlieben: Ich bin der Tüftler, ich arbeite gern mit Maschinen und in der Produktion. Fabian ist eher der Zahlendreher und IT-Mensch. Er macht alles, was administrativ und EDV-technisch anfällt. Wenn einer von uns ausfallen würde, könnte aber der jeweils andere übernehmen.
Was sind die nächsten Schritte für Ihr Unternehmen?
Aktuell geht es erst einmal darum, den Vertrieb auszubauen, die Produktion zu verbessern und auch das Produkt weiterzuentwickeln. Aber wir haben auch schon ein paar Ideen, wie wir das Produktangebot ausbauen könnten. Die Flaschenreinigung ist nicht der einzige Bereich, wo die Mischung aus mechanischer und chemischer Reinigung anwendbar ist. Ich bin sicher: Es wird nicht allein bei den Sauberdropz bleiben.

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