Denkmalschutz fordert Geduld
StartseiteLokalesSchleswig-HolsteinStand: 03.09.2026, 18:35 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Arbeiten an der Fassade des Rathauses sind abgeschlossen, dennoch bleibt der Bereich vorerst abgesperrt. Eine ge...
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Stand: 03.09.2026, 18:35 Uhr

Absperrungen am Rathaus bleiben: Frostschäden sind zwar behoben, doch nun sorgt der Denkmalschutz für weitere Untersuchungen. Auch die Treppe am Alten Salzspeicher bleibt vorerst gesperrt.
Vor dem Heiligenhafener Rathaus stehen weiterhin Absperrungen, obwohl die ursprünglichen Arbeiten an der Fassade aufgrund von Frostschäden inzwischen abgeschlossen sind. Grund dafür ist eine geplante Behandlung des Natursteins, die die Fassade künftig vor eindringendem Wasser schützen soll, erklärte Bürgermeister Kuno Brandt beim Hauptausschuss am vergangenen Montag.
Bei einem Ortstermin hätten sich Vertreter der Unteren und der Obersten Denkmalschutzbehörde ein Bild von der Situation gemacht. Bevor das wasserabweisende Mittel aufgetragen werden könne, müsse zunächst durch ein Gutachten nachgewiesen werden, dass die sogenannte Hydrophobierung sinnvoll und für die Fassade geeignet ist. Hinzu kommt, dass sich die Farbe der Steine durch die Behandlung geringfügig verändern könnte.Wie lange die Absperrungen am Rathaus noch bestehen bleiben und welche Kosten für das Gutachten entstehen, ist noch offen. Fest steht: Die Stadt muss für die weiteren Untersuchungen und Planungen zunächst zusätzliches Geld aufbringen.

Auch die Treppe neben dem Alten Salzspeicher ist seit einigen Monaten aufgrund der beschädigten Stufen abgesperrt. In der Vergangenheit waren diese bereits mehrfach ausgebessert worden. Nach denkmalrechtlichen Maßstäben sei diese Vorgehensweise allerdings nicht korrekt gewesen. Für die Sanierung müssen daher nun unter anderem Statik und Unterbau geprüft und eine denkmalgerechte Lösung geplant werden, so Brandt.
Monika Rübenkamp (SPD) äußerte beim Hauptausschuss ihren Unmut darüber, dass die Stadt nun die zusätzlichen Kosten tragen müsse. Auch der Bürgermeister zeigte sich wenig erfreut: „Mit dem Geld, das nun für die notwendigen Gutachten ausgegeben werden muss, hätte man die Schäden am Ende schon reparieren können.“ Eine Aussage, die den Spagat zwischen Denkmalschutz und einer wirtschaftlichen Erhaltung historischer Bausubstanz deutlich macht.
Das Thema Denkmalschutz ist dabei nicht neu für Heiligenhafen. Bereits vor einigen Jahren war die Rathausfassade umfassend saniert worden. „Dabei wurden einzelne Steine bestellt und ausgetauscht“, erinnert sich der Verwaltungschef an das aufwendige Verfahren.